Urgestein der Reichenbacher Stadtverwaltung geht in den Ruhestand

28 Jahre lang hat sich Hans-Rudolf Spitzner in Reichenbach um Feuerwehr und Katastrophenschutz gekümmert. Jetzt ruft die Rente. Der Feuerwehr bleibt er aber treu.

Reichenbach.

Ein Urgestein der Stadtverwaltung hat Oberbürgermeister Raphael Kürzinger (CDU) am Mittwoch in den Ruhestand verabschiedet. Seit 1. Februar 1992 war Hans-Rudolf Spitzner im Rathaus tätig. Sein Fachgebiet: Feuerwehr und Katastrophenschutz. Eine vom OB unterzeichnete Urkunde spricht ihm Dank und Anerkennung für die Arbeit zum Wohle der Stadt aus. "Ein bisschen Wehmut schwingt da mit", erklärte Kürzinger. Nach 47 Arbeitsjahren nutzt Hans-Rudolf Spitzner die Chance, in die wohlverdiente Rente zu gehen.

Die Arbeit in der und mit der Feuerwehr hat das Leben des 64-Jährigen geprägt. Schule und Feuerwehr lagen in der Nachbarschaft seines Elternhaus in der Weinholdstraße, wo er heute selbst mit seiner Familie lebt. Neugier und Interesse waren bald geweckt. Über die AG Junge Brandschutzhelfer fand er zur Feuerwehr, war dann Einsatzkraft, Maschinist und Fahrer und absolvierte verschiedene Weiterbildungen. "Den ersten Alarm habe ich bis heute nicht vergessen. Das war eine Überflutung in der Altstadt nach starkem Regen", erzählt er.

Nach der Wende suchte der Diplom-Ingenieur, der Brandschutzinspektor in den Renak-Werken war, eine neue Perspektive, die er als Verwaltungsangestellter fand. Von 1991 bis 1994 leitete Hans-Rudolf Spitzner zudem die Feuerwache I an der Weinholdstraße. Seit 1996 ist er stellvertretender Kreisbrandmeister. "Die aktuelle Bestellung läuft bis zum 30. September 2022", sagt er. Zumindest bis dahin wird er als "Florian Vogtland 11/4", so sein Funkname, weiter aktiv sein. Und der Einsatzabteilung der Reichenbacher Feuerwehr möchte er bis zum 67. Lebensjahr treu bleiben, also bis Ende 2023, und sich mit seinen Erfahrungen einbringen. Seine Frau hielt und hält ihm dafür den Rücken frei.

Was ihn in all den Jahrzehnten motiviert hat, beschreibt Hans-Rudolf Spitzner so: "Ein gewisses Helfersyndrom braucht es schon. Das ist bei uns in der Familie verankert. Ich habe es auch an meine beiden Töchter weitergegeben."

Neben aufwühlenden Einsätzen bei Verkehrsunfällen geht dem 64-Jährigen der verheerende Großband in der Galvanikfirma GTO in Reichenbach vom Juni 2019 nicht aus dem Kopf. "Das war der größte Brand in meiner Dienstzeit. Schon nach zehn Minuten war absehbar: Das Feuer ist stärker. Nie hatten wir mehr Kameraden, die medizinisch betreut werden mussten", sagt er. Sein schönste Erlebnis datiert vom April 2011, als mit der Eröffnung der neuen zentralen Feuerwache in der Schlachthofstraße ein großer Wunsch in Erfüllung ging.

Im Ruhestand, so schätzt Spitzner mit Blick auf seine bislang drei Enkel, werde er jetzt wohl öfter den "Enkeldienst" übernehmen. Außerdem stehen noch Restarbeiten bei der Sanierung des Wohnhauses an.

Spitzners Nachfolger im Sachgebiet Feuerwehr und Katastrophenschutz ist übrigens Alessandro Perthel, der laut OB Kürzinger "beste Voraussetzungen" mitbringt. Der Verwaltungsfachwirt ist schon lange in der Feuerwehr aktiv.

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