Urgestein wird auch heute noch gelesen

Museumschef und mehr: Vor 120 Jahren wurde Johannes Leipoldt geboren

Reichenbach.

Geboren wurde Johannes Leipoldt als Sohn eines Lehrers im sächsischen Frohburg - und zwar vor exakt 120 Jahren am 11. Juli 1900. Nach dem Besuch des Realgymnasiums in Plauen studierte er Geschichte, Geographie und Germanistik in Leipzig und promovierte zur Siedlungsforschung im Vogtland. Mit der ersten Museumstätigkeit im Heimatmuseum Reichenfels, deren Ausstellung er neu konzipierte, war die spätere wissenschaftliche und leitende Tätigkeit vorgegeben. So wurde er 1939 zum Leiter des Reichenbacher Stadtarchivs, des Stadt- und Heimatmuseums und der Stadtbücherei berufen.

Die Museumstätigkeit sollte sein gesamtes Berufsleben bestimmen. Sein ehrenamtliches Engagement kam besonders im 1946 gegründeten Kulturbund zum Tragen, in dem sich Natur- und Heimatfreunde, Künstler und Wissenschaftler organisierten. Für Veröffentlichungen initiierte er zunächst den "Kulturspiegel für den Kreis Reichenbach", in dem er in zwölf Jahren über 100 Artikel veröffentlichte. Noch heute sind diese Beiträge eine wichtige Informationsquelle für die Heimatforscher. Nachdem diese Publikation eingestellt wurde, begründete er 1967 den "Reichenbacher Kalender", der 50 Jahrgänge aufzuweisen hat.

Bereits 1953 als Kreisdenkmalpfleger eingesetzt, war er bemüht, in diesem schwierigen Metier bis heute, Denkmale zu erfassen und zu erhalten. Als Direktor des Kreismuseums auf der Burg Mylau war es ihm wichtig, eine würdige Gedenkstätte für Friederike Caroline Neuber in ihrem Geburtshaus am Reichenbacher Johannisplatz einzurichten. Die Arbeit mit den "Jungen Historikern" im Museum trug dazu bei, dass heutige Heimatforscher von ihm für die regionale Geschichte begeistert worden sind. Johannes Leipoldt wurde 74 Jahre alt.

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