Verein für Partnerschaft mit Stadt in Israel aufgelöst

Reichenbacher Förderer wollen als Arbeitskreis weitermachen

Von Petra Steps

Der Förderverein für die Städtepartnerschaft zwischen Reichenbach und Ma'alot-Tarshiha hat in seiner letzten Mitgliederversammlung seine Auflösung beschlossen. Jetzt werden alle Schritte abgearbeitet, die zur Austragung aus dem Vereinsregister führen. Die Arbeit geht indes weiter.

Der Vereinsvorsitzende Werner Hartstock sagte: "Wir können innerhalb des Vereins Sächsischer Israelfreunde als Arbeitskreis weitermachen. Dazu müssen wir nicht einmal Mitglied sein, und es fällt jede Menge Verwaltungsaufwand weg, den ein Verein nun einmal mit sich bringt." Er ist auch stellvertretender Vorsitzender der Sächsischen Israelfreunde. Die beiden Vereine hatten bedingt durch das Bildungs- und Begegnungszentrum für jüdisch-christliche Geschichte und Kultur (BBZ) in Reichenbach ohnehin eng zusammengearbeitet.

Grund für die Auflösung des Vereins sind vor allem unbefriedigende Gestaltungsmöglichkeiten und Doppelstrukturen. So sind mehrere Vereinsmitglieder zugleich im nach Vereinsgründung neu formierten Partnerstadtkomitee aktiv, das von der Reichenbacher Stadtverwaltung in die Gestaltung der Partnerschaftsarbeit einbezogen wird. Zudem habe die Aufbruchstimmung nach dem Besuch der israelischen Delegation und der Unterzeichnung des Städtepartnerschaftsvertrages 2014 nicht zu den erhofften Aktivitäten geführt. Der damals vereinbarte Plan sei inzwischen hinfällig.

Der Verein konnte in seiner Mitgliederversammlung trotzdem Aktivitäten bilanzieren: So wurde ein Schulprojekt der Griechisch-katholischen St. Georgs-Gemeinde in Tarshiha finanziell unterstützt. Die Evangelisch-lutherische Kirchgemeinde Reichenbach hatte Kontakt zu dieser Gemeinde aufgenommen. Es gab gegenseitige Besuche. Vertreter dieser Kirche waren 2017 zu Gast beim Kirchentag in Reichenbach. Auch für den Bau einer neuen Kirche hat der Verein gespendet. Pastor Hatim Jirys hatte das Projekt bei einem Vortrag im BBZ vorgestellt. 2016 trat Adiel Smith aus Ma'alot bei einem Konzert der Vogtland Philharmonie auf. Orchesterchef Stefan Fraas hatte ihn bei der Besuchsreise der Reichenbacher Delegation kennengelernt und eingeladen. Sein Auftritt war Anlass für einen Israelabend im Rathaus, den der Verein unterstützte.

Private Kontakte in der Region wurden mehrfach für Besuche und den gegenseitigen Austausch genutzt. So besuchten Reichenbacher auch das Pflegeheim für Holocaustüberlebende des Vereins Zedakah in Ma'alot, an das die nach Abwicklung übrigen Vereinsmittel gehen.

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