Villa Clad: Spurensuche in den USA

Investor Hendrik Schäfer hat die Urenkel von Carl und Elise Clad in Washington besucht. Einige ihrer Geheimnisse gibt die 1886 im Stil des Neoklassizismus erbaute Villa am Sonntag preis.

Reichenbach.

Die Villa Clad in der Ackermannstraße 4 in Reichenbach öffnet kommendem Sonntag, 8. September, zum Tag des offenen Denkmals ihre Türen. Der Tag steht diesmal unter dem Thema "Modern(e): Umbrüche in Kunst und Architektur". Architektonisch und historisch interessierte Bürger sind in der Zeit von 9 bis 16 Uhr eingeladen, mehr über die Geschichte des Hauses und die verschiedenen kunstgeschichtlichen Epochen im Zuge der Industrialisierung zu erfahren.

Bei Führungen zeigt das Investoren-Trio Hendrik Schäfer, Erik Schmidt und Christian Suhr zugleich den gegenwärtigen Fortschritt der Notsicherungsarbeiten. Dafür fließen auch gut 447.000 Euro Fördermittel aus dem Programm "Stadtumbau Ost". Die Sanierung soll sich anschließen. Geplant ist, auf zwei Etagen vier exklusive Eigentumswohnungen zu schaffen. Die Investitionskosten werden bei rund zwei Millionen Euro liegen.

Das Bauwerk zählt zu den schönsten Beispielen der Gründerzeitarchitektur im Vogtland. Der Tuchfabrikant Carl Clad und seine Frau Elise ließen die Villa 1886 im neoklassizistischen Stil erbauen. Mitsamt Remise und Pferdestall wurde sie von dem Architekten und Baumeister Julius Lindner aus Reichenbach entworfen.

Vor einigen Wochen war die amerikanische Familie der Clads zu Gast in Reichenbach und besuchte dabei auch das Haus ihres Urgroßvaters. Als Investor Hendrik Schäfer im August beruflich in die USA nach Washington reiste, stattete er den Urenkeln einen Gegenbesuch ab. Das Treffen schildert er als "super interessant". "Bei einem klassischen Manhatten-Cocktail habe ich viel über die Familiengeschichte erfahren dürfen", erklärt er. Historische Fotografien offenbarten: In der Erbauungszeit der Villa Clad war viel mehr Dachzier vorhanden. "Etwas, was wir bisher nur vermuteten, aber nicht wussten. Auch das Denkmalamt war über den Fakt nicht informiert", so Schäfer. Eine weitere Entdeckung war das Vordach, das einfacher ausgeführt war als später im Jugendstil. "Wir vermuten, dass die Dachzier auch im Jugendstil entfernt wurde, Weil das nicht mehr en vogue war", meint Schäfer. Das aufregendste Foto, dass er beim Besuch schoss, zeigt den Ehering von Charles (Carl) Clad und die Schatulle des Zwickauer Juweliers Kirsch.

Erkenntnisse des USA-Besuches fließen in die Führungen am Sonntag ein.

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