Virtuos und mit Freude musiziert

In der Calliope-Reihe konnten auf der Mylauer Burg prominente Gäste begrüßt werden. Das Programm hatte es in sich.

Mylau.

Wer aus einer namhaften Musikmetropole anreist, ist nicht zu beneiden: Das Publikum erwartet Besonderes, Unterscheidbares, Unvergessliches. Die Wiener Instrumentalsolisten, die am Sonntag auf der Mylauer Burg in der von Sarah Stamboltsyan ins Leben gerufenen Calliope-Reihe "Kammermusik ohne Grenzen" gastierten, brauchten sich da keine Sorgen zu machen.

Das Trio mit Karl Eichinger am Flügel, Rudolf Gindlhumer (Flöte) und Christian Löw (Trompete) wurde dem anspruchsvollen Motto mit seinem Programm "Klassisch - romantisch - jazzinspiriert" auf überzeugende Weise gerecht. Man schien in puncto Virtuosität und Zusammenspiel kaum Grenzen zu kennen. Die Musiker legten sich, was die Breite des Repertoires anging, keine Beschränkungen auf. Sie wussten das alles in einer Atmosphäre lockeren, freudigen, dem Publikum vom ersten Takt an verbundenen Musizierens zu leisten. Die etwa 40 Zuhörer spendeten überschwänglich Beifall und durften sich über mehrere Zugaben freuen.

Christian Löw, prominentes Mitglied der Wiener Symphoniker, ließ Proben aus Georg Friedrich Händels "Wassermusik" strahlen, und seiner Interpretation von Johann Nepomuk Hummels Trompetenkonzert fehlte es weder an Schmelz noch an Dynamik und Tempo. Rudolf Gindlhumer, einst Soloflötist an der Wiener Volksoper, spannte gleichfalls einen weiten Bogen. Der reichte von der mit rasanten Läufen gespickten Ungarischen Fantasie Franz Dopplers bis zu einem vor Raffinesse knisternden Tango von Astor Piazzolla und einer dem Bläser keine Atempause lassende jazzige Suite von Claude Bolling. Karl Eichinger schließlich war nicht allein ein jederzeit zuverlässiger stiltreuer Begleiter. Er steuerte auch zwei einprägsame Soli bei: eine akkurat perlende Sonate von Joseph Haydn und ein quirliges, sich jedem Gleichmaß vehement entziehendes Stück des Jazzpioniers Chick Corea.

Die drei Musiker, die in der bis ins Jahr 1979 zurückreichenden Tradition der Wiener Instrumentalsolisten stehen, waren des Lobes voll über die tadellose Organisation und herzliche Aufnahme ihrer Konzerte in Greiz und Mylau. Eine positive Erfahrung mehr, die man im Osten Deutschlands gemacht habe.

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