Vogtländer helfen Menschen in Ghana

Susann Seidel und Tobias Schenker aus Reimersgrün werden im Oktober wieder in das afrikanische Land reisen. Ihre Ziele: Hilfe zur Selbsthilfe und Fluchtursachen beseitigen.

Reimersgrün.

Susann Seidel und Tobias Schenker haben im vergangenen Jahr ein Hilfsprojekt mit dem Namen tomorrow4ghana gegründet. Im Oktober wollen sie wieder in das afrikanische Land reisen und Hilfe vor Ort anbieten. Hilfe zur Selbsthilfe und Fluchtursachen beseitigen, das sind zwei Dinge, denen das Hilfsprojekt dient.

"2018 haben wir unseren ersten Schulanbau vorbereitet und mit Spenden finanziert. Über Nacht war das Fundament ausgehoben und der Bau begann", erzählt die freiwillige Helferin. Dem Bau vorausgegangen waren Gespräche mit dem Präsidenten der Nichtregierungsorganisation Firm Lifeline Ministries (FLM), Daniel Ayembilla. Dabei wurde über die Verwendung des gespendeten Gelds beraten und das Schulprojekt in Zebilla in der Upper East Region Ghanas ausgewählt. Pastor Ayembilla arbeitet wie die beiden Reimersgrüner seit vielen Jahren mit dem Reichenbacher Verein CVJM-Fabrik zusammen und hat hier auch schon künftige Volontäre für ihren Aufenthalt in Ghana geschult.


"Von der Idee bis zur Realisierung verging genau ein Tag. Ganz schnell stand der Bau und ebenso schnell war er voll mit Schülern", berichtet Tobias Schenker. Für Dach und Fußboden wurden noch einmal Spenden akquiriert. Die Schule platzt schon wieder aus allen Nähten, deshalb werden Spenden für den zweiten Anbau mit drei Klassenzimmern und ein kleines Büro gesammelt. Außerdem sollen die Außenanlagen gestaltet und ein Spielplatz gebaut werden.

"Der Hilfsbedarf ist sehr groß, auch an anderer Stelle. Es gibt ein Waisenhaus mit integrierter Babyklappe", verrät Susann Seidel. Was eigentlich eine feine Sache ist, wird immer mehr zum Problem, denn keiner weiß, wie die Finanzierung erfolgen soll. "Wenn sich das herumspricht, werden junge Frauen aus dem ganzen Land ihre Babys bringen. Die Alternative dazu ist noch erschreckender: Die Babys werden irgendwo abgelegt. Oft findet sie keiner und sie sterben qualvoll."

Wenn die beiden Vogtländer zusammen mit anderen Freiwilligen nach Ghana reisen, wollen sie Existenzgründungsseminare anbieten und dazu gezielt in ländliche Regionen fahren. "Die Seminare sind teuer, weil wir den Teilnehmerinnen die Grundausstattung mitgeben, damit sie sofort loslegen können", so Susann Seidel. Das heißt, die Erstausstattung zur Herstellung von Seife, zum Schneidern oder zum Backen ist inklusive. Von der Lieferung von Waren, die in Ghana selbst produziert werden können, halten die beiden Initiatoren nichts. "Zum Beispiel werden Nahrungsmittel geschickt und die Bauern können ihre Produkte nicht mehr verkaufen. Das ist keine echte Hilfe", meint Susann Seidel.

Perspektivisch stehen pädagogische Angebote auf dem Programm, inklusive der Weiterbildung von Lehrkräften. Neben Geld sind auch wieder Sachspenden gefragt. Die Kinder wünschen sich Fußbälle. In der Schule werden Bleistifte, Radiergummis und Spitzer benötigt. Auch Zahnbürsten und Zahnpasta sind sinnvoll. Außerdem wollen die Helfer Spritzen, Verbandsmaterial und Pflaster, Röhrchen für die Blutentnahme sowie Kompressen, jedoch keine Medikamente nach Afrika bringen. Wer helfen will, kann sich unter 0173 1532314 bei Tobias Schenker melden. Infos zu den Aktivitäten und weitere Kontaktdaten gibt es im Internet unter:

www.tomorrow4ghana.de

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