Vogtländer werben auf Reisen für Region

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Camper-Abenteuer Seit 1998 ist für Bernd und Brigitte Siemund aus Klingenthal ein Urlaub ohne Wohnwagen undenkbar. Auf ihren Reisen werden sie immer wieder aufs Vogtland angesprochen.

Klingenthal.

Es gibt Urlauber, die sich das Auto und den Koffer mit Aufklebern der Orte von A wie Amsterdam bis Z wie Zypern bepflastern oder den Kühlschrank mit Magnetschildern, wenn sie wieder daheim sind nach den schönsten Tagen im Jahr. Für Bernd Siemund (73) und seine Frau Brigitte (69) kommt das nicht infrage, weil sie nichts davon halten. Sie machen es andersherum.

Seit 1998 ist für das Ehepaar ein Urlaub ohne Caravan nicht denkbar und in den Jahren davor verlebten beide ihre Ferien oft auf einem Zeltplatz. Als die Klingenthaler dann aber begannen, auf sechs Rädern die Welt zu erkunden, war ihr erster Caravan noch unbeklebt und wie gekauft. "Den neuen Caravan haben wir seit 2013. Als Rentner sind wir damit jedes Jahr dreimal oder viermal unterwegs. Unser Hund Basja ist immer mit dabei."

Soweit, so gut. Was Bernd und Brigitte Siemund aber störte: Die hintere Front ihres Caravans hat kein Fenster, stattdessen ist die Wand einfach nur hell. Da kamen sie auf die Idee, sie zu illustrieren. "Wir waren schon in Kroatien, Polen, Österreich, Slowenien, in der Toscana und an der Ostsee", erzählt Bernd Siemund. Seine Frau ergänzt: "Bei einer unserer Fahrten sahen wir, dass manche den Caravan verziert haben mit Bildern aus ihrer Heimat. Das hat uns gefallen." Hinzu kam, dass ihre Reiselust sie auch an den Bodensee und zur Mosel verschlug. Dort wurden sie mehr als einmal gefragt, was das V auf dem Autokennzeichen eigentlich bedeutet. "Als wir dann sagten, das steht für Vogtland, wusste wirklich niemand, wo das eigentlich liegt und wie es dort aussieht", stellten die Beiden mit Bedauern fest. Sie nahmen sich deshalb vor, das zu ändern und für Klarheit zu schaffen.

Zusammen mit der Klingenthaler Werbeagentur Lenk & Meinel entwickelten die Siemunds 2017 ein Design und wählten fünf vogtlandtypische Motive aus: Göltzschtalbrücke, Talsperre Pöhl, Plauener Rathaus, Blick vom Aschberg und natürlich die Vogtlandarena in ihrem Heimatort. Die Motive wurden auf eine Folien gedruckt und damit die Rückwand beklebt. Kommen Bernd und Brigitte Siemund jetzt in den westlichen Teil Deutschlands, dann müssen sie noch mehr Fragen beantworten. Eine der am häufigsten gestellten ist: Aus vielen Steinen besteht die Göltzschtalbrücke? "Da musste ich mich selbst erst informieren. Es sind ungefähr 20 Millionen. Oder die Leute wollen wissen, was es im Vogtland alles so gibt. Damit wir darauf vorbereitet sind, haben wir bei den Fahrten immer ein Vogtland-Buch dabei, wo das Wichtigste drinsteht." So kommt es, dass zwei Klingenthaler die Werbetrommel rühren für eine ganze Region und dafür nicht selten sorgen, dass erst Fragende für sich den Schluss zogen: Oh, bei euch im Vogtland ist es aber wunderschön. Da müssen wir unbedingt auch mal hin und Urlaub machen. Das freut Bernd und Brigitte Siemund natürlich. Es macht sie auch nicht wenig stolz, wenn ihre Caravan-Fahrten so einen Nebeneffekt haben.

Die beiden Klingenthaler sagen von sich: "Wir leben Caravan, weil das Auto mit dabei ist, wir dabei flexibel sind und uns immer die Gegenden anschauen können." Genau können sie es nicht sagen, aber 200.000 Kilometer sind es grob über den Daumen gepeilt bestimmt, die sie im Laufe der Jahre auf sechs Rädern schon zurückgelegt haben. Die rund acht Quadratmeter tauschen sie dann gegen die Wohnung daheim ein: Schlafbereich, Sitzecke, Winzig-Bad und Mini-Küche einschließlich Gasherd und Kühlschrank, "weil ein Camper schließlich immer genügend Getränke an Bord haben muss". Es fehlt ihnen trotzdem an nichts. Einmal im Jahr machen sie eine Caravan-Tour mit den Enkeln, für die ein Urlaub auf engstem Raum auch immer ein Erlebnis ist. Bernd Siemund: "Neulich hat eine Enkeltochter zu uns gesagt: 'Wenn ihr nicht mehr selber fahrt, dann denkt an uns.'" Der Caravan bliebe also in der Familie.

Leser-AktionCamper-Geschichten gesucht: Die "Freie Presse" hat im Vogtland eine Leseraktion rund ums Thema Camping gestartet. Wer ist mit Campingmobilen der Marke Eigenbau unterwegs? Mit welchen pfiffigen Ideen versüßen sich Menschen aus der Region das Leben in Wohnmobil und Zelt? Welche Vogtländer campen am liebsten im Vogtland? Tipps nimmt die "Freie Presse" per E-Mail entgegen unter red.plauen@freiepresse.de oder per Telefon unter 03741 408-15141.

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