Vogtland verliert einen geschätzten Historiker

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Trauer um Günter Feustel - Kenner von Stadthistorie - Briefmarken-Spezialist

Auerbach.

Die Stadt Auerbach hat den wohl besten Kenner ihrer Geschichte verloren: Wie seine Familie mitteilt, ist Günter Feustel in der Nacht zum Mittwoch im Alter von 71 Jahren gestorben. Er erlag im Klinikum Obergöltzsch einer Corona-Infektion, seit Weihnachten wurde er künstlich beatmet.

Feustel war seit dessen Gründung 2007 Vorsitzender des Vereins der Briefmarken- und Ansichtskartenfreunde Auerbach. Bei der Gestaltung zahlreicher Ausstellungen konnten Feustel und seine Mitstreiter aus einem riesigen Fundus schöpfen und damit die verschiedensten Themen illustrieren, ob es nun um Industriegeschichte, einstige Gaststätten, Raumfahrt oder die Entwicklung der Eisenbahn im Vogtland ging. "Er war sehr rührig und stets voller neuer Ideen", sagt Klaus-Dieter Sander, der zweite Vorsitzende des Vereins. "Wir alle haben ihn geachtet und geschätzt." Auf Günter Feustel habe man sich immer verlassen können. "Jetzt sind wir sehr erschrocken über seinen plötzlichen Tod."

Auch für die "Freie Presse" war Feustel regelmäßig ein höchst kompetenter Ansprechpartner. Erst im Oktober lieferte er das Material für einen Artikel über die gerade abgerissene Vulkanisierwerkstatt Otto Wunderlich, an deren Stelle sich einst die historische Staudenmühle und später die Parkettfabrik Colditz befand. Auch zur wechselvollen Vergangenheit des Siegelohplatzes oder für markante Stadtansichten aus den letzten DDR-Jahren war man bei ihm an der richtigen Adresse.

Für die Stadtverwaltung erklärt Sprecher Hagen Hartwig: "Mit Günter Feustel geht ein ungeheures Wissen zur Stadtgeschichte verloren." In dieser Hinsicht sei er nur noch mit dem früheren Heimathistoriker Helmut Martin vergleichbar. Im Rathaus, im Archiv und im Museum habe man Feustel sehr geschätzt. (bap)

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