Von Schlager bis Death Metal: Ein Herz für die Tiere Australiens

In gut acht Stunden hat das Benefizkonzert im Reichenbacher "Bergkeller" am Samstag 14 Formationen und Einzelmusiker vereint. Der Erlös: rund 2500 Euro.

Reichenbach.

Über dem "Bergkeller" in Reichenbach wehte am Samstag schon früh die Flagge Australiens im Wind. Ein Vorbote für das, was hier am Abend folgte. Unter dem Eindruck der Horror-Bilder aus "Down Under" von verheerenden Bränden und einer Unzahl getöteter und verletzter Tiere hatte Uwe Treitinger mit Freunden zur Aktion "Musiker spielen für die Tiere Australiens" aufgerufen. Das Benefizkonzert vereinte ab 17 Uhr in gut acht Stunden 14 Musikgruppen und Einzelkünstler. Sie spielten kostenlos. Die in Scharen strömenden Besucher sorgten für ein volles Haus und eine gefüllte Spendenbox. Rund 2500 Euro kamen zusammen. Die Summe wird nach Australien überwiesen, wo Musiker Mark Truey Trueack, der das Vertrauen des "Bergkeller"-Teams genießt, das Geld direkt an die Tierrettung weitergeben wird.

Quer durch alle Musikstile vereinte dieses Anliegen die Musiker. Und so kam es, dass im "Wohnzimmer des Prog" erstmals Schlagermusik erklang. Jana Sammer aus Grünbach sang vier Titel, mitreißend und beschwingt, und bekam von den Rockfans viel Applaus "Als mich Uwe einlud, hab ich sofort zugesagt. Jeder hat ja die Katastrophe in Australien mitbekommen. Ich bin enttäuscht, dass Deutschland da nicht mehr geholfen hat", sagte sie. Was sie nicht ahnte: Dass im selben Konzert eine Death-Metal-Band auftreten würde. Martialisch, schnell, mit kreischend-grunzendem Gesang. Massive Killing aus Altenburg bildeten das andere Extrem des Abends. Sänger Martin alias Deathmaster: "Ich wollte eigentlich mit meiner anderen Band hier sein. Aber der Schlagzeuger konnte nicht. Das Anliegen ist uns wichtig. Ich hab' auch zu meinem Geburtstag Spenden für Australien gesammelt."

Gleich drei Gruppen des Abends haben ihre Wurzeln im Oberen Vogtland. Die Band Copeya, die anfangs sofort nach der Musikschulband Connection Error dran war, ebenso wie Voice und Disappointed. Die Power-Metal-Band Voice aus Markneukirchen hatte erst im November nach 14 Jahren Pause ihr Comeback gefeiert. Sie rückte kurzfristig auf die Liste, während der angekündigte Didgeridoo-Spieler nicht anreiste.

Thomas "Fips" Bartlog war einer der meistbeschäftigten Männer des Abends. Mit einem kleinen Team kümmerte er sich um Auf- und Abbau sowie den guten Ton - und stand auch noch mit zwei Bands selbst auf der Bühne: Rockwurst und Texas Radio. Im Akustikpart brillierten Hannah Gruschwitz und Luise Koch aus Reichenbach sowie die Mondschieber aus Rotschau. Stephan Pankow aus Dresden gefiel mit romantischen brasilianischen Gitarrenklängen. Aus Plauen waren Ernstberger dabei. Aus Pößneck huldigten Sticky Fingers mit Rockröhre Silke Sprenger den Rolling Stones. Da der Ablauf des Abends live gestrickt wurde, musste die eine oder andere Band länger warten. Den Schlusspunkt setzte Simultan aus Auerbach. 1.16 Uhr fiel der Hammer.

Uwe Treitinger freute sich über das gelungene Crossover-Projekt. "Unseren ganz großen Dank an die Musiker, die vielen Gäste, an alle, die sonst noch gespendet haben wie Freunde und Nachbarn. Wir hatten gehofft, dass wir 1000 bis 1500 Euro zusammenbekommen. Stand jetzt rund 2500! Wir können es nicht fassen! Ich bin so happy!"


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