Waldkirchener Apfeltage: Wie der Klapperapfel zu seinem Namen kam

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60 Apfelsorten hatten die Veranstalter der Waldkirchner Apfeltage für ihre Ausstellung zusammengetragen. Die Sortenbestimmung war der Renner. Dabei wurde manche Raritäten entdeckt.

Waldkirchen. Sortenbestimmungen von Äpfeln waren am Wochenende der Hit der Waldkirchener Apfeltage, zu denen der Obstbauverein Waldkirchen eingeladen hatte. Zeitweise bildeten sich am Stand des Pomologen Kai Geringswald lange Schlangen von Leuten. Sie hatten verschiedene Apfelsorten mitgebracht hatten, von denen sie gerne den Namen und die Eigenschaften erkunden wollten.

Thomas Appel aus Neumark stellte den Pomologen, der ohne lange zu überlegen, 150 Sorten erkennt, trotzdem vor ein Rätsel. Eine der fünf Sorten konnte er nicht bestimmen. "Wir haben den Garten mit 15 Bäumen von meinem Vater übernommen. Mich hat der Garten als junger Mensch weniger interessiert. Doch jetzt, da wir die Äpfel ernten, möchte ich auch gern mehr darüber wissen", sagt Baumbesitzer Appel.

Mehr wissen wollte auch Volkmar Schaller aus Friesen, der seinen Nachbarn dieses Jahr bei der Apfelernte unterstützen möchte. "Mich interessiert, wie die Äpfel heißen, wann der richtige Pflückzeitpunkt ist und wie lange sie sich halten." Einige Besucher brachten aber auch Äpfel mit, die den Fachmann überrascht haben. Einen Signe Tillich, eine aus Jütland stammende Sorte, bezeichnete Geringswald als echte Rarität im Vogtland. Auch die Äpfel mit dem etwas umständlichen Namen Zuccalimaglio gehören zu den seltenen Sorten, genauso wie der Rote Herbstkalvill, ein Apfel mit rötlichem Fruchtfleisch, der zu den so genannten Klapperäpfel gehört. "Das sind Sorten mit einem relativ großen Kerngehäuse und kleinen Kernen. Wenn die Äpfel reif sind, klappern die Kerne beim Schütteln im Gehäuse", erklärt der Pomologe diese Besonderheit. Schwierig werden könne es bei den Grauen Renetten, die sich oft sehr ähnlich sehen. Bei schwierigen Fällen greift Geringswald auf alte und neue Literatur zurück, auf das Internet und auf seine Apfelkernsammlung, die er seit mittlerweile 28 Jahren hegt, pflegt und erweitert.

Neun neuen Bewohnern überreichten die Mitglieder des Heimatvereins Dorfgemeinschaft Waldkirchen einen Apfelbaum der Sorte Safran oder einen Gutschein für einen solchen Baum, der fast als Wahrzeichen des Dorfes gelten kann. Der Grund: Der züchterischer Ursprung wird in diesem Ort vermutet.

Die Dorfgemeinschaft hatte den Obstbauverein unterstützt, da der wegen Mitgliedermangel kaum noch in der Lage ist, große Schauen auf die Beine zu stellen. Deshalb gab es diesmal nach einem Jahr Pause auch nur eine abgespeckte Variante der traditionsreichen Veranstaltung. Die Obstschau hieß deshalb dieses Jahr Waldkirchner Apfeltage. Trotzdem war es dem Team um Bernd Mothes, dem Vorsitzenden des Obstbauvereins, gelungen, 61 Apfelsorten, zwei Birnen und eine Quittensorte vorzustellen. "Einen Teil der Äpfel haben unserer Vereinsmitglieder zur Verfügung gestellt, einen Teil hat Kai Geringswald aus seinem eigenen Bestand mitgebracht. Auch die Blumenwelt Bauer, das ist die Baumschule aus Pöhl, die während unserer Veranstaltung immer Obstbäume verkauft, hat Äpfel zur Verfügung gestellt", erklärt Bernd Mothes.

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