Wanderausstellung informiert über kursächsisches Postwesen

Was es mit den historischen Distanzsäulen auf sich hat, ist im Museum Lengenfeld zu erfahren. Dafür gibt es einen Anlass.

Lengenfeld.

Das Stadtmuseum von Lengenfeld zeigt eine Wanderausstellung, die sich mit dem Thema "Postmeilensäulen in Sachsen" beschäftigt. Das Thema passt zur Anfang September auf dem Lengenfelder Marktplatz aufgestellten Postmeilensäule, die ein historisches Vorbild hat.

Die Ausstellung im Museum rankt sich jedoch nicht nur um die farbenprächtigen großen Distanzsäulen, wie diese Objekte auch noch heißen. Viel zu erfahren ist auch über die etwas weniger spektakulären Viertel- und Halbmeilensteine sowie Ganzmeilensäulen. Die Postsäulen, welche August der Starke errichten ließ, hatten nur eine kurze Bedeutungspanne. Ab 1720 entstanden im damaligen Königreich Sachsen nach und nach 1500 solcher Steine und Säulen. 1871 mit der Gründung des Deutschen Kaiserreiches und der etwa zeitgleich verlaufenden Einführung des metrischen Systems verloren die älteren Säulen und Steine allmählich ihre Bedeutung und verschwanden aus dem Landschaftsbild.

Die acht Aufsteller im Museum erzählen mit vielen Texten und Bildern nicht nur die Geschichte der kursächsischen Postmeilensäulen. Sie berichten auch davon, welche große touristische Bedeutung die alten Poststraßen und ihre Markierungen bei geschickter touristischer Vermarktung erlangen können. So erfährt der Betrachter beispielsweise, dass im Raum Dresden viele historische Poststraßen ausgewiesen sind. Es gibt jährliche Postkutschentreffen und Fahrten mit solchen Postkutschen für die Besucher. Zu sehen ist außerdem die Nachbildung einer historischen Postkutsche aus dem 19. Jahrhundert im Maßstab 1:5 sowie zwei historische Postkutscheruniformen aus dem 18. und 19. Jahrhundert.

Die Wanderausstellung, die zuvor schon in Frauenstein und Marienberg im Erzgebirge zu sehen war, ist eine Ergänzung zur Dauerausstellung der kursächsischen Postmeilensäulen in Altenberg bei Pirna. Die Schau wurde mit einem 90-minütigen Vortrag von André Kaiser, dem Geschäftsführer der Forschungsgruppe Kursächsische Postmeilensäulen, im Beisein von Gästen eröffnet. Noch bis 15. November kann die Ausstellung besichtigt werden.

Das Museum hat sonntags von 14 bis 17 Uhr geöffnet sowie nach Rücksprache zu den Öffnungszeiten des Rathauses, Telefon 037606 32178.

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