Warum die Angst bei vielen Radlern mitfährt

Laut einer Erhebung des Allgemeinen Deutschen Fahrradklubs fühlen sich 81 Prozent durch Autofahrer bedrängt.

Reichenbach.

Ihr Kind mit dem Rad zur Schule schicken - bei diesem Gedanken fühlen sich viele Reichenbacher Eltern äußerst unwohl. So lautet eines der Ergebnisse des Fahrradklima-Tests des Allgemeinen Deutschen Fahrradklubs (ADFC), der am gestrigen Dienstag veröffentlicht wurde. Nur 19Prozent der 126 Teilnehmer haben ein gutes Gewissen, ihr Kind allein in der Stadt mit dem Rad fahren zu lassen.

"Das wundert mich überhaupt nicht, die Bedenken hätte ich bei meinem 15-jährigen Sohn auch", sagte dazu Henry Ruß. Der Fraktionsvorsitzende der Linkspartei im Reichenbacher Stadtrat drängt schon seit Längerem darauf, dass die Stadt mehr für die Radler als Verkehrsteilnehmer tut. Durch die Ergebnisse des ADFC fühlt er sich darin bestätigt. Laut der Erhebung fühlen sich immerhin 75Prozent der am Test beteiligten Radfahrer in Reichenbach gefährdet. 81Prozent werden nach ihren Angaben regelmäßig von Autofahrern bedrängt und behindert. Genausoviele, also 81Prozent, wünschen sich mehr geöffnete Einbahnstraßen in die Gegenrichtung. Soll heißen: Radfahrer dürften dort entgegen der Einbahnstraße fahren. Der letzte Wert ist besonders auffällig. Denn sachsenweit wollen das nur 39Prozent.

"Der Fahrradklima-Test zeigt, dass die Reichenbacher bei der Förderung des Radverkehrs von der Kommunalpolitik endlich entschiedene Schritte erwarten", schätzt deshalb Konrad Krause ein, Geschäftsführer des ADFC Sachsen. Allerdings gebe es in Reichenbach auch Erfreuliches zu vermelden. So wurde im November das Radverkehrskonzept der Stadt vorgestellt.

Im Rathaus bezieht man sich in einer Stellungnahme zur harschen Kritik der Radfahrer ebenfalls auf diesen Punkt. "Ziel des Radkonzeptes ist es, neben einer besseren Vernetzung und Verbindung der wichtigen Zielpunkte eine erhöhte Sicherheit für den Radfahrer zu erreichen", betont Stadtsprecherin Heike Keßler. Bevor Umbauten sowie neue Schilder und Markierungen umgesetzt werden, dauert es aber wohl noch etwas.

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