Weniger Zuschuss für freie Kita-Träger

Die knappe Stadtkasse zwingt Lengenfeld, die Zuschüsse neu zu verhandeln. Während Arbeiterwohlfahrt und Volkssolidarität Zustimmung signalisieren, hakt es an anderer Stelle.

Lengenfeld.

Die Stadt Lengenfeld will ab diesem und in den beiden Folgejahren geringere Sachkostenzuschüsse für Kindertagesstätten an die freien Träger Arbeiterwohlfahrt Vogtland, Bereich Reichenbach, und die Volkssolidarität Reichenbach zahlen. Die Stadt reagiert damit auf die angespannte Finanzlage und erhofft sich Kosteneinsparungen.

Zur Höhe der Einsparungen durch die verringerten Zuschüsse wollte sich Bürgermeister Volker Bachmann (Pro Lengenfeld) noch nicht äußern. Er sagt: "Wir haben zwar Vorstellungen, um welche Größenordnung es sich handelt. Ich möchte aber noch keine Zahlen nennen, weil sich diese durch die Entwicklung der Lohnkosten noch verändern können."

Mit den beiden freien Trägern handelte die Stadtverwaltung in den zurückliegenden Monaten einen Vertragsentwurf für eine neue Rahmenvereinbarung aus, die das stufenweise Absenken der Zuschüsse von ursprünglich 39 Prozent auf 30 Prozent im Jahr 2023 beinhaltet. Dem Vertragsentwurf stimmten die Lengenfelder Stadträte unterdessen während ihrer Sitzung zu. Damit ist der Bürgermeister berechtigt, den Vertrag zu unterschreiben.

Ein Betreiber eines Kindergartens fehlt jedoch noch: der private Kindergarten Schönbrunn. Über diese Einrichtung sagte der Bürgermeister, eine Frage von Stadtrat Matthias Böttger (BIL) beantwortend, dass mit diesem Betreiber noch keine Einigung erzielt werden konnte. Auf Nachfrage der "Freien Presse" erklärte Annemarie Köhler, eine der beiden Leiterinnen der Einrichtung, lediglich, dass sie zu den Gründen, warum es noch keine Einigung gibt, keine Auskünfte geben möchte. Olaf Schwarzenberger, der Geschäftsführer der Volkssolidarität Reichenbach, und Marion Lange, die Geschäftsführerin der Arbeiterwohlfahrt in Reichenbach, wünschen sich, dass mit allen drei Betreibern der Kindertagesstätten auch gleiche Rahmenvereinbarungen abgeschlossen werden. Marion Lange sagt dazu: "Das entspricht dem Prinzip der Gleichbehandlung." Zu den Wünschen der Stadt nach einem Absenken der Sachkostenzuschüsse sagt Olaf Schwarzenberger: "Wir haben durchaus Verständnis für die Situation der Stadt und sind bereit, die neuen Vereinbarungen mitzutragen. Das bedeutet aber auch, dass wir in Zukunft den Gürtel enger schnallen müssen."

Marion Lange signalisierte Verständnis: "Da der Vertrag, den wir mit Lengenfeld haben, an die Personalkosten gekoppelt ist, steigen für die Kommune jedes Jahr die Sachkostenzuschüsse. Für uns hatte das den Vorteil, dass wir in der Vergangenheit auch bauliche Maßnahmen übernehmen konnten." Unter den neuen Bedingungen könne die Arbeiterwohlfahrt dann keine größeren Bauvorhaben mehr in Angriff nehmen. Das sei in dem Fall Sache der Stadt.

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