Wenn die Angeklagten einfach so heimgehen

Skurriles Verfahren gegen zwei Netzschkauer

Netzschkau/Auerbach.

Da waren selbst Richter und Staatsanwalt erst mal baff. "Mit Mord wollen wir nichts zu tun haben", sagte einer der beiden Angeklagten, stand auf und verließ mit seinem Mitangeklagten den Raum 400 des Auerbacher Amtsgerichts. Sie blieben weg. Beide - Vater und Sohn aus Netzschkau - hatten da gerade mal ihre Personalien zu Protokoll gegeben und der Staatsanwalt hatte die Anklage verlesen. Und in der war von Mord überhaupt keine Rede gewesen.

Stattdessen wirft man ihnen vor, im vergangenen Jahr in ein Limbacher Gartengrundstück eingebrochen zu sein. Dort hätten Vater und Sohn ein Notstromaggregat stehlen wollen. Das Zubehör hatten sie laut Anklage bereits aus dem sich dort befindenden Gebäude geschafft. Als das Aggregat selbst hätte folgen sollen, wurden sie von Polizisten geschnappt.

Einer der Männer soll ein Taschenmesser mit einer knapp über neun Zentimeter langen Klinge dabei gehabt haben. Das könnte strafverschärfend sein. Mit Mord hat dies aber gar nichts zu tun. Umso erstaunter waren Richter und Staatsanwalt, als Vater und Sohn mit jener mysteriösen Begründung die Verhandlung platzen ließen, kaum das sie begonnen hatte.

Nun soll es einen neuen Verhandlungstermin geben. Einen weiteren "Tag der offenen Tür" will der Staatsanwalt aber verhindern. Er kündigte an, Untersuchungshaft für die beiden zu beantragen. (nie)

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