Wer Liebe sucht, der findet

"Freie Presse" testet Themenwege, die auf Spuren der Region wandeln. Zum Auftakt: Warum der Liebespfad zwischen Bad Elster und Asch keine Liebe auf den ersten Blick wurde.

Bad Elster.

Auf die Spuren von Robert Schumann begibt sich ein Spazierweg zwischen Asch und Bad Elster. Der Komponist reiste im Jahr 1834 zweimal von Leipzig aus zu seiner damaligen Verlobten Ernestine von Fricken. Auf den Kutschfahrten passierte er den Ort Elster, der damals noch nicht den Zusatz "Bad" trug. Das ist erst seit 1875 der Fall. Vor sieben Jahren, anlässlich des 200. Geburtstages von Robert Schumann, wurde die Idee geboren, den Spazierweg zwischen Asch und Bad Elster als "Liebespfad" auszuweisen. Seit 2014 ist er nun offiziell Wanderweg.

Doch wo geht's los? Und wo geht's lang? Wie lang ist die Tour? Im Internet ist nichts Genaues zu finden: Ein paar Zeitungsartikel, ein paar kurze Hinweise auf Seiten aus dem Kurort - aber nichts Genaueres. Also Anruf in der Tourist-Information des Kurortes. Erst ist ein paar Mal besetzt, dann meldet sich eine junge männliche Stimme. Auf die Fragen bekomme ich zur Auskunft, der Liebespfad, da sei ein "imaginärer" Weg. Ich frage zurück, ob ich mir also eine Route selbst festlegen und mir dann vorstellen könne, ich sei auf dem Liebespfad. Das wird mir so bestätigt.

Mittels Wanderkarte stecke ich mir also selbst eine Route ab, am nordöstlichen Stadtrand von Asch beginnend. Den in der Karte nahe Asch eingezeichneten Bismarck-Turm will ich sehen, also lege ich meine Strecke über den Hainberg. Das 1904 eingeweihte Bauwerk wurde vom Dresdener Architekten Wilhelm Kreis entworfen, wie im Inneren nachzulesen ist. Tagsüber ist der Turm geöffnet.

Am Fuß des Hainbergs stoße ich auf eine zweisprachige Informationstafel über den Berg und das Denkmal - und auf die Wegmarkierung "Liebesweg Bad Elster - Asch". Das Herz schlägt höher: Gibt es also doch eine markierte Strecke?

Ich gehe den Markierungen nach, die streckenweise auf dem blau und dann gelb markierten Pfad aufgesetzt sind. Ein herrlicher Anblick ist der Stausee Bily Halstrov, über dessen Sperrmauer man auf dem Weg in den Kurort wandern muss. Bily Halstrov heißt die Weiße Elster im Nachbarland. Über Doubrava gelangt man schließlich zur Grenze - vorbei an mehreren Informationstafeln über das Tal der Weißen Elster, aber nicht über Robert Schumann und seine Liebe.

Nach zirka zwölf Kilometern im Rosengarten von Bad Elster angekommen, entdecke ich schließlich die Info-Tafel über den Liebesweg - mit Angaben und Fotos zum historischen Hintergrund des Pfades einschließlich Streckenverlauf! Start ist demzufolge im Rosengarten, von dem es zunächst über Robert-Koch- und Walther-Rathenau-Straße auf den Ringweg geht. Von ihm zweigt die Strecke dann oben im Wald nach links Richtung Grenze ab. Die Markierungen, denen man folgen muss, sind auf der Info-Tafel im Rosengarten abgebildet.

In der Tourist-Info ist die Auskunft jetzt auch eine andere: Eine Mitarbeiterin kann ein Faltblatt überreichen, das mit allen nötigen Angaben versehen ist. So geht einem das Herz auf! Lieb' ist alles.

Der Tipp zur Tour Wer mit dem Zug von Asch zurück nach Bad Elster fahren möchte, nimmt die Oberpfalzbahn bis Franzensbad und steigt dort in die Vogtlandbahn Richtung Adorf und Plauen.www.bahn.de

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