Windrad-Nachbarn bitten um Hilfe

Bei der Vorstellung der Neubaupläne an der A 72 im Heinsdorfer Rat gab es einen Schneidenbacher Appell - die Heinsdorfer nahmen den zur Kenntnis.

Heinsdorfergrund.

Bei der Gemeinderatssitzung am Montagabend im Gemeindeamt Heinsdorfergrund waren die Heinsdorfer fast in Unterzahl. Grund dafür war ein Tagesordnungspunkt, der für Informationen zu den Neubauplänen der Firma Windstromer am Windkraftstandort an der A 72 reserviert war. Im Publikum saßen fast ausschließlich Gäste aus Schneidenbach, das sich in einer Umfrage klar gegen die mehr als doppelt so groß geplante neue Anlage positioniert hatte.

Die Besucher aus dem direkt von dem Projekt berührten Nachbarort baten die Räte während einer mit Vertretern des Windradeigentümers teilweise hitzig geführten Debatte um eine ablehnende Haltung. So wollte die Schneidenbacher Ortschaftsrätin Katrin Jäkel im Hinblick auf die von Heinsdorf im Laufe des Planungsverfahrens noch abzugebende Stellungnahme wissen, wie diese Stellungnahme ausfallen wird. Und Herbert Krause appellierte: "Wir bitten euch, dieses Vorhaben auch abzulehnen. Ihr habt ja bereits bewiesen, dass ihr das könnt", sagte der Schneidenbacher mit Blick auf das Vorgehen der Gemeinde gegen die Windradpläne am Brändel.

Während sich die Gemeinderäte mit direkten Aussagen zum Windstromer-Projekt und der Bitte der Schneidenbacher zurückhielten, wurde Bürgermeisterin Marion Dick in diesem Punkt deutlich: "Es stimmt, diese Windradpläne beschäftigen uns seit vielen Jahren. Dazu ist aber auch zu sagen, dass uns da niemand geholfen hat. Wir standen immer allein da." Gleichwohl werde das auf Heinsdorfer Grund und Boden anstehende Projekt an der A 72 mit aller Ernsthaftigkeit geprüft und diskutiert. "Wir werden vor allem im Hinblick auf die zu erwartenden Emissionen genau hinschauen und alle Argumente im Rat sammeln, bewerten und in unsere Stellungnahme einfließen lassen", sagte die Ortschefin. Im Fall eines Windradbaus poche die Gemeinde jedoch darauf, dass dann fällige Ausgleichspflanzungen auf Gemeindegrund erfolgten.

Ein Wunsch, für den sich Windstromer-Geschäftsführer Ulrich Gumpert im Landratsamt und damit bei der den Fall gerade bearbeitenden Genehmigungsbehörde stark machen will. Der Firmenchef stellte das Projekt als Teil einer unumgänglichen Energiewende vor und strich die Vorzüge einer modernen Anlage heraus. Auf Nachfrage von Rat Matthias Junghänel erklärte der Firmenchef etwa, der Schallpegel der neuen Anlage sei teilweise sogar geringer als der des dort seit 2002 stehenden Methusalems. Zum Nachdenken dürfte auch das von ihm vorgebrachte Argument anregen, die für eine Verachtfachung des Energieertrags sorgende Anlage würde die Gewerbesteuereinnahmen Heinsdorfs "enorm steigern".


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