Wird der Burgberg ein Kandidat fürs Schwarzbuch?

Bau der Burg-Auffahrt in Mylau greift für Museumschefin zu kurz - Ganzes Areal am Friedenshain zu betrachten

Mylau.

Was den von der Stadt Reichenbach geplanten grundhaften Ausbau der Auffahrt zur Burg Mylau angeht, so hält Sina Klausnitz, Leiterin des Museums auf der Burg, auf Anfrage der "Freien Presse" mit Kritik nicht hinterm Berg.

Keine der zwei Varianten, die im Stadtrat zur Debatte standen, werde den Erfordernissen gerecht. Schon gar nicht die vom Ortschaftsrat einstimmig befürwortete Lösung ohne Parkmöglichkeiten für Besucher. "Wenn man die Auffahrt für knapp eine halbe Million Euro herrichtet, dann aber abgesehen von Sondergenehmigungen niemand hinauffahren lässt, dürfte das wohl ein Kandidat fürs Schwarzbuch des Bundes der Steuerzahler werden", spitzte sie zu. Ohne Besucherparkplätze gehe es nicht, es sei denn, man wolle Touristen fernhalten. Zumal im Frühjahr 2020 auch die Begegnungsstätte am Kulturweg der Vögte im unteren Burghof eröffnet werden soll.

Der Bau der Burg-Auffahrt greift für Klausnitz zu kurz. "Wichtig wäre, auf den ganzen Bereich zu schauen und einen Plan dafür zu entwickeln", erklärte sie und verwies auf den jämmerlichen Zustand von Hainstraße, Friedenshain, Kreisverkehr und Parkplatz im Umfeld der Futurum-Schule unterhalb der Burg. "Dafür müsste man ein ordentliches Konzept machen, bevor man sich mit einer neuen Einzelmaßnahme alles blockiert."

Dass es sich beim Burgberg um ein Vorhaben aus der Fusionsvereinbarung zwischen Mylau und Reichenbach handele, wie in der jüngsten Stadtratssitzung behauptet wurde, stimmt übrigens nicht. In den als Anlage zum Vertrag aufgelisteten Schwerpunkten steht davon nichts. Jedoch fühlt sich Reichenbach an einen im Juli 2015 in Mylau gefassten Beschluss gebunden. Im Technischen Ausschuss soll das Ganze jetzt weiter diskutiert werden. (gb)

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