Wirkung des Lichts fest im Griff

Im Neuberin-Museum ist eine Ausstellung mit Werken von Joachim Lautenschläger eröffnet worden. Der Künstler wuchs in Netzschkau auf.

Reichenbach.

Licht lässt sich - sofern Meisterhände im Spiel sind - mühelos einfangen, speichern, zuteilen, für gute Zwecke einspannen. Das ist in der neuen Ausstellung des Reichenbacher Neuberin-Museums eindrucksvoll zu erfahren.

"Die Spielwiese des Gauklers - Malerei, Lithografie, Zeichnung" nennt sich die am Freitag eröffnete Schau mit 30 Arbeiten von Joachim Lautenschläger, des gebürtigen Zwickauers, der Kindheit und Jugend in Netzschkau verbrachte, an der Leipziger Hochschule für Grafik und Buchkunst studierte und seit 1970 in Mecklenburg zu Hause ist.


Der mittlerweile 75-jährige Wahl-Neustrelitzer weiß in der Tat klug mit dem Phänomen Licht umzugehen. Bei den meisten Gaukler-Darstellungen, etwa dem großformatigen "Harlekinade in Blau" oder in Reise-Impressionen wie "Café in Bagdad", strahlt einem das Element pur entgegen, entfaltet ungebremst seine ganze Wärme und Kraft. In den exzellent gestalteten Architekturmotiven, so dem dreiteiligen Zyklus "Licht im Häusermeer", versetzt der Künstler alles Helle, Leuchtende in Unruhe, lässt es entlang strenger Linien wandern, um einen gewichtigen Beitrag zu Klarheit und Raumgefühl zu leisten. In einem Gemälde wie "Ziegelei Limbach" dagegen ist das Licht nur in minimaler Dosis vorhanden, was dem Gebäude wie dem Himmel darüber magische Tiefe gibt. Dass die Kunst Lautenschlägers frappierend vielschichtig, kaum restlos zu entschlüsseln und wohl in manchem auch noch tüchtig im Wachsen und Werden ist, ließ die Neustrelitzer Journalistin und Fotografin Inge Heuwold am Freitag in ihrer gehaltvollen Einführung anklingen. "Bei ihm ist nicht alles bis ins Letzte durchgeplant. Es bleibt immer Raum für Spontanes, Überraschendes", erklärt sie. Oder: "Seine Bilder sind oft noch seltsamer als die Wirklichkeit selbst."

Der Künstler, der von sich sagt, dass er beim Malen das vogtländische Netzschkau immer "mitdenkt", fand zu der von knapp 50 Gäste besuchten Vernissage bewegende Worte des Dankes - namentlich für die einstigen Klassenkameradinnen und -kameraden, die gekommen waren, für seinen gleichfalls anwesenden "wunderbaren" Reichenbacher Zeichenlehrer Martin Werlich und die neue Leiterin des Neuberin-Museums Martina Bundszus. Ein Extra-Lob galt Leonhart Krien (Trompete) und Irina Troian (Klavier) von der Musikschule Vogtland. Sie hatten kurze zeitgenössische Stücke gespielt, die gut zu den Werken passten, die an den Wänden hingen.

Die Ausstellung "Die Spielwiese des Gauklers" kann noch bis zum 3. November besucht werden. Das Neuberin-Museum ist Dienstag bis Freitag, 10 bis 16 Uhr, und am Sonntag, 13 bis 16 Uhr geöffnet.

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