Haft auf Bewährung für sexuellen Übergriff

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Verhängnisvolle Nacht: Vergewaltigungs-Vorwurf wird nicht bestätigt

Auerbach.

"Die Reue und das Erschrecken des Angeklagten über seine Tat halten wir für echt", so formulierte es Richter Jörg Richter am Dienstag in seiner Urteilsbegründung. Angeklagt war ein heute 26-jähriger Auerbacher, er sollte ein zehn Jahre jüngeres Mädchen vergewaltigt haben. Verurteilt wurde er am Ende zu einem Jahr Haft auf Bewährung; jedoch nicht wegen Vergewaltigung, sondern wegen sexuellen Übergriffs. Dieser Straftatbestand kommt zur Anwendung, wenn die betroffene Person nicht in der Lage ist, einen "entgegenstehenden Willen" zu äußern. Nach Überzeugung des Schöffengerichts war dies zunächst bei der damals 15-Jährigen der Fall, als sich ihr der Angeklagte sexuell näherte: Sie sei zu müde und zu alkoholisiert gewesen. "Doch das war Ihnen in dem Moment egal", warf der Richter dem Angeklagten vor. Als die junge Frau äußerte, sie wolle dies nicht, habe er jedoch von ihr abgelassen.

Das Gericht hatte akribisch versucht, jedes Detail der verhängnisvollen Aprilnacht 2019 und des Geschehens davor aufzuklären. Nach einer Party ließ sich die junge Frau demnach von zwei Männern nach Hause bringen. Den einen schickte sie weg, der andere durfte in ihrem Bett und unter ihrer Decke übernachten. Der Angeklagte sprach von Signalen, die er missdeutet habe.

Am Morgen ging man noch normal auseinander, doch das Mädchen litt offenbar stark unter dem Übergriff: Nach Zeugenaussagen weinte sie nur noch und berichtete sofort nach Schulbeginn einer Sozialarbeiterin vom Geschehen. Bis heute ist sie in therapeutischer Behandlung. Ihre Zeugenaussage machte sie per Videoübertragung, auf diese Weise musste sie dem Angeklagten nicht direkt begegnen.

"Es tut mir leid, ich habe nichts mitbekommen", erklärte der Angeklagte in seinem letzten Wort. Er muss der jungen Frau 1500 Euro Schmerzensgeld zahlen und zudem 80 Arbeitsstunden leisten. Letztere kann er reduzieren, wenn er einen regulären Job findet.

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