Knight Rider im Vogtland: Bastler baut Kult-Auto Kitt nach

Ein Zwilling des sprechenden Supermobils aus der 1980er-Jahre-Fernsehserie entsteht derzeit in Schöneck. Ein Fan von David Hasselhoff verwirklicht sich einen Kindheitstraum.

Aaron Böttcher mit seinem Pontiac Firebird. Den amerikanischen Sportwagen baut er detailgetreu zu Kitt um.
Das markante Heck mit passendem Schild.
Das Innere wird gerade umgestaltet.

Von Christian Schubert

Einen Satz haben viele der Generation der 30- bis 40-Jährigen noch heute im Ohr: "Hier kommt Knight Rider, ein Auto, ein Computer, ein Mann." Auch Aaron Böttcher aus Schöneck. Als Kind hat er die Serie verschlungen und mitgefiebert, wenn "ein Mann und sein Auto", wie es hieß, gegen das Unrecht kämpften. Besonders das sprechende Auto Kitt hat es ihm angetan. "Das Fahrzeug liebe ich bis heute. So, wie es für die Serie konzipiert war, in der Optik und technischen Gestaltung, fand ich es damals schon klasse", schwärmt der 31-Jährige. Nun ist er drauf und dran, sich seinen Kindheitstraum zu erfüllen. Denn er baut das Serien-Auto nach.

"Ich habe schon als Kind davon geträumt, wie es ist, eines Tages selbst mit dem Fahrzeug auf den Straßen herumzufahren und die Blicke auf mich zu ziehen", erzählt der Knight-Rider-Fan. Schritt für Schritt kommt er seinem Ziel näher, dass Auto so originalgetreu wie möglich nachzubauen. Dafür hat er sich einen Pontiac Firebird gekauft. Dabei handelt es sich um einen amerikanischen Sportwagen, dessen Modellvariante Trans Am damals für die Serie genutzt wurde.

Der Umbau ist eine Herkulesaufgabe, die sich bereits seit sechs Jahren hinzieht. Denn laut dem Schönecker ist es sehr schwierig, die richtigen Bauteile zu organisieren. Zudem sei es auch eine finanzielle Frage. Am Ende rechnet er mit einer Gesamt-Investition von rund 30.000 Euro. Um an originale Einzelteile wie Felgen, Spoiler oder die auffällige Motorhaube mit der sogenannten Lufthutze zu gelangen, steht er mit Autohändlern in Holland und der Schweiz in Kontakt, die sich auf amerikanische Fahrzeuge spezialisiert haben. "Es gibt weltweit Menschen, die sich das Knight-Rider-Auto bauen. Die originalen Teile sind deshalb international sehr gefragt. Manchmal muss ich mehrere Monate darauf warten, bis ich weiterarbeiten kann", erzählt Aaron Böttcher, der als Kfz-Mechaniker ein Mann vom Fach ist.

Aaron Böttcher achtet penibel auf Kleinigkeiten, um qualitativ hochwertig bauen zu können. Da kommt auch schon mal Frustration auf. "Es gibt Momente, in denen ich eine Beule in die Türe treten könnte. Da muss ich dann den Schraubenschlüssel beiseite legen und aus der Werkstatt verschwinden. Denn die Arbeit ist sehr komplex. Besonders das Verbauen der Elektronik ist eine Herausforderung. Man kommt nicht immer leicht in die kleinste Ecke, um bestimmte Drähte zu verlegen", so Aaron Böttcher. Unterstützung bekommt er von seinen Arbeitskollegen Volker Breitenstein und vom Karosserie-Experten und Metallbaumeister Sven Hüller aus Eschenbach. Letzterer ist der Mann für das Spezielle. "Er hat wirklich goldene Hände, wenn es darum geht, bestimmte Teile für die Karosserie anzufertigen. Ich bin dankbar, dass ich beide an meiner Seite habe", sagt Aaron Böttcher.

Bis das Auto komplett fertig ist, dauert es noch eine Weile. Der Innenraum muss noch umgebaut werden. Das raffinierte Armaturenbrett mit den vielen Knöpfen bis hin zum Bezug der Sitze, all das liegt noch vor Böttcher. Wenn er künftig über die Straßen des Vogtlandes fährt, soll das Auto zudem auch sprechen können - sonst wäre Kitt nicht Kitt.

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