Zeitreise in Wort und Ton kommt in der Aula bestens an

Die Reichenbacher Gymnasiasten hatten beim Goethe-Programm ein volles Haus. Da waren ein Liebhaber wie auch ein ewiges Kind zu bestaunen.

Reichenbach.

Die Welt scheint in Reichenbach noch in Ordnung zu sein: Man denke nur an das Goethe-Gymnasium. Die Schule nimmt den großen Dichternamen nicht einfach stillschweigend für sich in Anspruch. Man kümmert sich dort auch ernsthaft um den großen Frankfurter Sohn, der im thüringischen Weimar eine zweite Heimat finden sollte.

Jüngstes Beispiel war Mittwochnachmittag in der Aula in der Ackermannstraße zu erleben, als 14 Schülerinnen und Schüler der Einrichtung eine literarisch-musikalische Veranstaltung zu Leben und Werk Johann Wolfgang von Goethes boten. Die von mehr als 100 Gästen besuchte Nachmittagsveranstaltung wurde unterstützt vom Neuberin-Museum und der Neuberin-Gesellschaft. Sie festigte auch die Verbindung der Schule zum Vogtländischen Seniorenkolleg Reichenbach, das den Exkurs in sein Jahresprogramm aufnahm.

Es wurde eine zugleich lehrreiche und unterhaltsame Stunde. Deutschlehrerin Gabriele König, der Ideenstifterin und Leiterin des Projekts, ist es zum einen gelungen, in der Kürze der Zeit eine facettenreiche Vorstellung von der Lebensleistung und Lebensart Goethes zu vermitteln. Neben der Literatur kamen da auch Felder wie Landespolitik, Naturwissenschaft, Theater und Kunstbetrachtung ausgiebig zu ihrem Recht. Der Klassiker wurde zudem als leicht entflammbarer Liebhaber wie als beschaulicher Hausherr am Weimarer Frauenplan charakterisiert.

Zum anderen vermochte die Pädagogin, ihre Gymnasiasten für das Thema in der Tat zu begeistern. Sie waren am Mittwoch voll und ganz bei der Sache: ob sie auf einzelne Lebensstation eingingen, passende Texte rezitierten oder teils wohlwollende, teils neiderfüllte Zeitzeugen zu Wort kommen ließen.

Frederic Konrad, angetan mit Gehrock und kunstvoll geknüpftem Halstuch, erwies sich als hinreißender Darsteller der gewürdigten Hauptperson. Der Elftklässler verkörperte den stolzen Dichter und Denker sowie auch das ewige Kind Goethe, das sich im Zweifelsfall um das Urteil der Mitwelt einen Teufel scherte. Die übrigen Akteure waren Letizia Deinhardt (Klasse 9), Milena Zöhke, Jakob Schumann (beide Klasse 11), Lena Bürger, Moritz Förster, Antonia Gerth, Cora Seemann, Paula Sommer und Sarah Wolf (alle Klasse 12). Gleichfalls zu überzeugen wussten Vivienne Böhm, Helena Holzmüller, Julia Zittel (alle Klavier) und Sarah Grimm (Zither), die Virtuoses aus vier Jahrhunderten beisteuerten.

Ursula Grünwald vom Literaturzirkel des Seniorenkollegs dankte am Ende den Mitwirkenden für das Gebotene. Sie wünschte ihnen einen erfolgreichen Schulabschluss. Und alles erdenklich Gute für den weiteren, möglichst unter friedlichen Verhältnissen sich vollziehenden Lebensweg.

Bewertung des Artikels: Noch keine Bewertungen abgegeben
0Kommentare
Um zu kommentieren, müssen Sie angemeldet und Inhaber eines Abonnements sein.



    Bitte schalten Sie ihren AdBlocker aus. An alle Adblocker

    Bitte schalten Sie ihren AdBlocker aus.
    Mehr erfahren Sie hier...