Zentraldepot zur Kleinen Gartenschau offen

Ein nicht alltäglicher Spaziergang durch die Geschichte ist jetzt in Reichenbach möglich. Die Türen zu eingelagerten Sammlungen bleiben ansonsten zu.

Reichenbach.

Das ehemalige Webereigebäude der Firma C. H. Müller im Raumbachtal wurde in Vorbereitung der Landesgartenschau 2009 in Reichenbach grundlegend saniert. Das Tal bildete das Kerngelände der Schau. Das Erdgeschoss des Gebäudes diente als Blumenhalle mit 14 wechselnden Schauen. Im Obergeschoss konnte man die Lebenswelt von Schmetterlingen beobachten.

Für die Nachnutzung des ehemaligen Fabrikgebäudes in seiner Hallenkonstruktion war die Einrichtung eines Museumsdepots vorgesehen. Erstmals wurde die Öffentlichkeit über die erfolgreiche Depotarbeit im Rahmen der "Kleinen Gartenschau" im Juli 2014 informiert.


Vor der Schaffung des Depots waren die musealen Gegenstände nur unzureichend untergebracht. Die Sammlung der Textiltechnik war zunächst im heutigen "Haus der Vereine" an der Reichenbacher Fritz-Ebert-Straße durch den "Traditionsverein der Reichenbacher Textilindustrie" zusammengestellt worden. Im Rahmen der Sanierung des Gebäudes und des Umbaus zum "Haus der Vereine" wurde die Sammlung in das Bibliothekshaus des Reichenbacher Teils der Westsächsischen Hochschule umgelagert. In der Burg Mylau waren viele Gegenstände auf Dachböden untergebracht.

Seit 2010 wurde das ehemalige Webereigebäude im "Park der Generationen", wie das Landesgartenschaugelände benannt wurde, als Zentraldepot der Museen in Reichenbach und Mylau eingerichtet. Als Pilotprojekt eines Depots der beiden Städte erfuhr das Vorhaben großzügige Förderung durch den Freistaat, den Kulturraum Vogtland-Zwickau und die Städte. Im Mai 2013 war das Vorhaben abgeschlossen, und die Einlagerung des Museumsgutes konnte erfolgen. Wichtig war für das ganze Vorhaben die Installation einer Klimaanlage für die Lagerung.

Industriegeschichtliche Sammlungen Reichenbachs wurden im Erdgeschoss eingelagert und die Sammlungen der Burg Mylau im Obergeschoss. Ein Teil der Kunstsammlung des Neuberin-Museums befindet sich ebenfalls im Obergeschoss. Museen brauchen ein solches auf Zuwachs ausgerichtetes Depot, um Zeitzeugnisse zu bewahren. So befindet sich ein Großteil der Sammlungen im Depot, auf die man für Jubiläen und Sonderausstellungen zurückgreifen kann. Das verdienstvolle Wirken des "Traditionsvereins der Reichenbacher Textilindustrie" spiegelt sich wider im Maschinenbestand. Hinzu kommt Schriftgut zur Textilindustrie. Ein weiterer Bereich widmet sich der Druck- und Verlagsgeschichte mit einer historischen Druckwerkstatt. Ein Teil im Depot verweist auf die Eisenbahngeschichte. So werden Geräte aus dem Reichenbacher Bahnhof und die Bahnhofsschilder "Reichenbach/Vogtl. Ob. Bhf." aufbewahrt. Weitere Sammlungen zum Alltagsleben, wie Haushaltsgegenstände und Spielzeug, haben ebenfalls ihren Platz. Sehenswert ist im Eingangsbereich die Ausstellung einer historischen Ladeneinrichtung aus einem sehr bekannten Geschäft in Reichenbach, dem Schenkerhaus. Im Obergeschoss befinden sich Kunstsammlungen. Weiterhin hat das Museum Burg Mylau einen Teil seiner historischen Bibliotheksbestände hier untergebracht.

Geöffnet ist das Zentraldepot am heutigen Samstag und am Sonntag, 10-17 Uhr.

Bewertung des Artikels: Noch keine Bewertungen abgegeben
0Kommentare

Die Diskussion wurde geschlossen.



    Bitte schalten Sie ihren AdBlocker aus. An alle Adblocker

    Bitte schalten Sie ihren AdBlocker aus.
    Mehr erfahren Sie hier...