Zeppelin-Volleyball statt Zeppelin-Fest

Die Festveranstaltung zum 90-Jährigen der Luftschifflandung steigt erst nächstes Jahr. Aber auch ohne Party geht in Brunn immer sonntags die Post ab.

Brunn.

Es gab E-Mails, telefonische Anfragen, sogar der Fliegerclub Rostock hatte Interesse an einer Teilnahme bekundet. Doch das ursprünglich für diesen Monat vorgesehene Zeppelin-Fest aus Anlass der Luftschifflandung vor 90 Jahren in Brunn findet nicht statt. "Aufgrund der Coronapandemie hatte sich der Ortschaftsrat schon früh dazu entschlossen", sagt Ortsvorsteher Uwe Kairies. Die Festveranstaltung soll allerdings nicht ausfallen, sondern im nächsten Jahr in den Dimensionen des Festes von vor fünf Jahren über die Bühne gehen.

Doch auch ohne Zeppelin-Euphorie mit Filmvorführung, Tanz oder Hubschrauberrundflügen in diesem Jahr - Brunn hat eine Alternative auf die Beine gestellt, die ebenfalls eine Zugnummer ist und das Wir-Gefühl im Dorf fördert: ein komplett in Eigenleistung am Spielplatz errichteter Volleyballplatz, der seit Juni Jung und Alt immer Sonntagnachmittag bei Spiel und Spaß vereint. "Wir hatten uns überlegt, diese Initiative im Zeichen der Zeppelinlandung zu ergreifen. Wir möchten, dass dieses Ereignis trotz des verschobenen Festes hier nicht in Vergessenheit gerät", berichtet der Ortschef von einem vollen Erfolg. Viele Brunner Bürger, vom Handwerker bis zum Rentner, beteiligten sich am Bau des Platzes beziehungsweise unterstützten das Vorhaben anderweitig.

Dieses Engagement erklärt den Zulauf und die Stimmung, die beim ersten Zeppelin-Volleyball-Turnier am vergangenen Wochenende geherrscht hat - mit Musik, Sport und Geselligkeit bis in den Abend. "Dazu haben wir aufgrund der gegenwärtigen Situation natürlich nicht groß eingeladen. So war es ein richtiges Dorffest und das erste Sportfest in Brunn seit der Wende", sagt Uwe Kairies. "Und jetzt haben wir hier einen Dorftreff, den es ohne Corona vielleicht so nicht geben würde."

Was den Ortsvorsteher und Volleyball-Sektionschef der SG Reuth dabei besonders freut: Die Brunner Jugend zieht am und auf dem Volleyballplatz richtig mit. Ob beim sonntäglichen Spiel oder jüngst beim Zeppelin-Turnier, als die Schüler Jan Kulke, Tim Hohner, Rick Kulke, Kenny Wolf und Kevin Kuhn als Kapitäne der fünf teilnehmenden Mannschaften Verantwortung übernahmen. Auch an den Sonntagen gehört die Jugend zu den Aktivposten. Und wer gerade nicht spielt, der entspannt auf den dort ebenfalls neu gefertigten Holzbänken - gestiftet von Brunner Handwerkern.

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