Zu Fredo Bley: "So einen Maler darf man einfach nicht vergessen"

Starke Resonanz erfuhr die Ausstellung von Kunstwerken des vor neun Jahren verstorbenen Malers und Grafikers aus Buchwald. Manches war das erste Mal zu sehen.

Limbach.

Dem Künstler aus Buchwald wurde jetzt mit einer dreitägigen Ausstellung in Limbach eine besondere Ehre zuteil. Der Anlass: Er wäre 90 Jahre alt geworden. Viele der mehr als 40 ausgestellten Bilder, gemalt in Acryl und Öl, waren erstmals öffentlich zu sehen. Falk Naumann aus Netzschkau sagte: "80 Prozent der Bilder sind in Privatbesitz."

Naumann hatte die Idee zu der Schau, und er kannte Fredo Bley gut. Der Senior: "Er wollte schon immer eine Ausstellung in Limbach." Daran habe er sich nun erinnert und ihm nun nachträglich den Wunsch erfüllt. "Ich wollte etwas Besonderes für ihn machen", sagte er. Und: "So einen Maler darf man einfach nicht vergessen."

Naumann wusste, wer alles ein Werk von Fredo Bley besitzt. "Katrin Fischer aus Limbach hatte unabhängig von mir die gleiche Idee zu einer Ausstellung." So habe man sich zusammengetan und Unterstützer gesucht. Nicht nur die Gemeinde Limbach hat ein Bild ausgeliehen, sondern auch die Kirchgemeinde. Naumann resümierte: "Es war ein gutes Arbeiten mit dem Bürgermeister Bernd Damisch und dem Pfarrer Martin Engler." Die Nachbarn und viele andere Menschen haben ihre Fredo-Bley-Bilder, die sonst ihre Wohnung schmücken, leihweise zur Verfügung gestellt.

Naumann berichtete zudem: "Tiere hatte er nicht gemalt." Und: "Nur diese Katze hier." Er zeigte auf ein Bild in der Schau, auf welchem ein Mädchen das Tier im Arm hielt. Dafür umso mehr Landschaften und Häuseransichten. Wie etwa den Dorfeingang von Rotschau, Ansichten in Limbach oder auch Mylau. Auch Getreidegarben oder eine Waldlichtung. Er malte gern in der Natur. Um mitten in der Natur auch leben zu können, baute er sich Anfang der 1960er-Jahre ein Haus in Buchwald, in dem er 50 Jahre gemeinsam mit seiner Frau Johanna lebte und arbeitete. Naumann erinnert sich: "Einmal war er zum Kaffeetrinken bei mir und hat einfach vom Haus hinten raus schauend ein Bild gemalt." Einige Werke erinnern an eine Reise des Malers nach Bulgarien. Die Bilder sind in Acryl oder Öl gemalt. Dazu zeigte die Schau ein Selbstbildnis des Malers, daneben stand seine Farbpalette mit Pinsel sowie die Staffelei - so als würde er gleich zur Tür hereinkommen. Ein Video erinnerte zusätzlich an den Künstler.

Fredo Bley hatte kostenlos die schmucke Kassettendecke der Kirche St. Michaelis restauriert, die man als I-Tüpfelchen zur Ausstellung gleich nebenan im geöffneten Gotteshaus betrachten konnte. Für die Ausstellung konnten die Initiatoren den neu sanierten Mehrzweckraum der Kirchgemeinde Limbach nutzen. Im modernen, hellen Ambiente besichtigten die Besucher die zumeist farbintensiven Bilder des vogtländischen Künstlers, gemalt in kräftigen Strichen. "Zur Eröffnung waren etwa hundert Leute gekommen", sagte Naumann, froh über den Zuspruch. "Am Samstag waren es 60." Auch am gestrigen Sonntag kamen die Besucher ab 13 Uhr zielgerichtet. Nach der Ausstellung, so weiß man, werden die meisten der künstlerischen Werke wieder in Privaträumen hängen und damit nicht mehr öffentlich zu sehen sein.

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