Züchter zeigen Nachwuchsnager

14 Vereine präsentieren am Wochenende die Jungtiere der Rassekaninchen in Mylau. Sorgen machen müssen sich die Vereine aber über ihren eigenen Nachwuchs.

Mylau.

Ein gutes viertel Jahrhundert liegt die letzte Kreisjungtierschau der Rassekaninchenzüchter aus Reichenbach und Umgebung in der Mylauer Kiesgrube zurück. "Dieses Jahr haben wir uns entschlossen, wieder eine solche Schau auszurichten", sagt der Vorsitzende des Mylauer Rassekaninchenzuchtvereins, Jens Andreae. Er und die Vereinsmitglieder laden deshalb am Wochenende zur ersten Schau der neuen Saison ein. Gleichzeitig feiern die Züchter ihr Sommerfest mit Livemusik, Frühschoppen am Sonntag, einer großen Kinderhüpfburg, einer Tombola und Zuchttierverkauf.

Den Donnerstag und den Freitag nutzten die Kaninchenzüchter für die Vorbereitungen: Käfige aufbauen, Tiere bringen, Tiere bewerten. "Wir haben uns mit dem Vorsitzenden des Kreisverbandes, Peter Gruschwitz, darauf verständigt, dass alle 14 teilnehmenden Vereine auch Helfer entsenden, denn wir allein sind nicht in der Lage, eine solche Schau personell zu stemmen", sagt der Vereinsvorsitzende. Damit spricht Jens Andreae auch gleich eins der drückendsten Probleme an: der fehlende Nachwuchs: "Wir selbst haben überhaupt keine Jungzüchter. In etlichen anderen Vereinen sieht es nicht viel besser aus. Die, die noch dabei sind, werden immer älter". Das macht sich auch bei den Tierzahlen bemerkbar. "Früher hätten wir unter 200 Jungkaninchen gar keine solche Schau organisiert. Dieses Jahr stellen wir 153 Tiere aus". Dass es so wenig sind, habe aus Sicht des Vereinschefs nichts mit der Chinaseuche und dem damit verbunden Tiersterben zu tun, sondern hänge vor allem mit der rückläufigen Züchterzahl zusammen. "Es haben wieder einige Züchter aufgehört. Neue kamen nicht dazu", muss der Vorsitzende feststellen. Trotzdem sei die Schau gelungen. "Auch, wenn die Zahl der Tiere nicht an frühere Schauen heranreicht, ist es dafür eine abwechslungsreiche Präsentation unserer Zuchtarbeit. 31 Rassen sind zu sehen, das gibt ein schönes Bild", freut sich Andreae über die Mitwirkung der 27 Aussteller.

Die Jungtiere sind mindestens drei Monate alt. Eine abschließende Beurteilung ihrer Zuchttauglichkeit sei bei Jungtieren noch nicht möglich, sagt Andreae. "Ausgewachsen sind die Kaninchen etwa mit fünf bis sieben Monaten. Das hängt aber auch von der Rasse ab. Große Rassen brauchen etwas länger, bei den kleineren geht es schneller", berichtet Christfried Popp vom gastgebenden Verein. Er hat acht Tiere der Rasse Thüringer Kaninchen mitgebracht.

Eine Schau mitten im August hat den Vorteil, dass man sie unter freiem Himmel stattfinden lassen kann. Selbst Regen wäre kein Problem gewesen. "Die Käfige sind abgedeckt, und wenn es nicht regnet, dient die Abdeckung als Sonnenschutz", so der Vorsitzende. Außerdem ist der Platz durch große Bäume beschattet, was auch den Feiernden zu Gute kommt.

Die JungtierSchau in Mylau hat heute von 9 bis 24 Uhr geöffnet und am Sonntag von 9 bis 13 Uhr. Für Kinder ist der Eintritt frei, Erwachsene zahlen zwei Euro.

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