Zumba-Trainer: Erklärung und Entschuldigung

Zwei Wochen lang war Sascha Vrecar spurlos verschwunden, erst Ende März tauchte er wieder auf. Jetzt hat er sich über Facebook erstmals an Freunde und Bekannte gewandt.

Rodewisch.

Der Fall hatte nicht nur im Vogtland für Aufregung gesorgt: Tausendfach wurde Mitte März im sozialen Netzwerk Facebook eine Nachricht geteilt, in der um Mithilfe bei der Suche nach Sascha Vrecar gebeten wurde. Der vor allem als Zumba-Trainer bekannte Rodewischer war kurz vor seinem 40. Geburtstag spurlos verschwunden. Seine Familie meldete ihn als vermisst, auch die Polizei fahndete mit, da gesundheitliche Probleme nicht ausgeschlossen werden konnten. Ende März gab es dann ein erstes Lebenszeichen, Sascha Vrecar hatte sich bei einer Bekannten gemeldet. Wo er sich aufhielt, blieb zunächst weiter offen. Jetzt hat sich Vrecar erstmals nach seinem Verschwinden auf Facebook zu Wort gemeldet und zu den Vorgängen Stellung genommen. In der Botschaft, die in Dresden aufgezeichnet wurde, erklärte er seine Abwesenheit mit einer zwei Wochen dauernden Pilgerwanderung. In dieser Zeit habe er komplett gefastet: "Ich habe nichts gegessen und nur Wasser getrunken, um mal vom Kopf her wirklich klar zu werden." Dann habe er sich den Fuß verknackst und sei weiter mit einem Fahrrad durch Ostdeutschland getourt.

Im Bezug auf seine Arbeit sei ihm einiges klar geworden, erklärt Vrecar. Er wolle Kreativität und Selbstbewusstsein vermitteln, damit stehe er jedoch im Gegensatz zu den Werten "in diesem System". Aus Sicht des Systems sei seine Arbeit deshalb "wertlos". Seine Schlussfolgerung: Er will all seine Tanzkurse künftig kostenlos anbieten, wer Interesse hat, solle sich bei ihm melden.

"Kurz zum Schluss" entschuldigt sich Sascha Vrecar dann bei allen, bei denen sein Verschwinden "schlechte Gedanken oder Angst ausgelöst" habe: "Das tut mir sehr leid, das wollte ich nicht. Das war nie mein Ziel." Aber er sei an einem Punkt gewesen, wo "ich das habe so tun müssen, wie ich es getan habe".

Das Echo auf die Botschaft des Tanzlehrers fiel zumindest auf seiner Facebook-Seite überwiegend positiv aus. "Hauptsache, es geht dir gut" und "Respekt" - so der Tenor vieler Wortmeldungen. Aber das nächste Mal solle er doch der Familie wenigstens ein kleines Lebenszeichen geben, war mehrfach zu lesen. "Deswegen hättest trotzdem deiner Mutter Bescheid geben sollen!!!!!", schrieb eine Userin. "So was macht man nicht!!! Du hast nur an dich gedacht! Aber sich hier so in Szene zu setzen - muss ich echt überlegen, ob ich das gut finde." Ihr Beitrag bekam über 20 Likes von anderen Nutzern.

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