Von Fragezeichen bis Normalität

Der Neustart nach dem Saisonabbruch im Kegeln nimmt Formen an, die Serie soll im September beginnen - trotzdem bleiben einige Bahnen leer.

Stollberg.

Der Termin steht: Ab 6. September dieses Jahres sollen die Kreis- und Bezirkskegler aus dem Erzgebirge wieder um Punkte kämpfen. Als Neustart nach dem Corona-Chaos, auf das der für die Bezirksebene zuständige Keglerverband Chemnitz (KVC) und die Kreisverbände Mitte Mai schließlich mit dem Abbruch der Saison 2019/2020 reagierten. Der Spielbetrieb war ausgesetzt worden. Als End- wurden die Tabellenstände vom 1. März gewertet. "Die meisten Sportler konnten sich mit der Entscheidung sicherlich anfreunden", sagt Werner Kießling, Landessportwart des Keglerverbands Sachsen. Viele hätten keine große Lust mehr verspürt, noch um Punkte zu kegeln.

Die sollte zwar im Herbst wieder steigen, doch wer dann in welcher Liga antritt, darüber besteht noch keine vollständige Klarheit. Nebulös ist vor allem der Übergang zwischen Bezirks- und Kreisebene. Dort stehen zum Teil Relegationsspiele aus, deren Austragung fraglich erscheint. Bis zum 15. Juni läuft jedenfalls die Meldefrist für die Aufsteiger aus dem Kreis - erst danach steht fest, wie viele Teams aus dem Bezirk absteigen müssen.

Problematisch gestaltet sich auch die Trainingssituation im Erzgebirge. Denn die Region gleicht derzeit einem Flickenteppich, was die Bespielbarkeit der Bahnen angeht. Während die Kegler aus Ehrenfriedersdorf oder Bärenstein beispielsweise ihre Anlagen vollständig nutzen dürfen, sieht das in Cranzahl ganz anders aus. Dort hat die Kommune Sehmatal zwei der vier Bahnen gesperrt, um Mindestabstände zwischen den Sportlern zu gewährleisten. Eine Restriktion, die den Worten von Thomas Jacobi zufolge gar nicht notwendig gewesen wäre. "Einige Kommunen schießen da übers Ziel hinaus und veranlassen mehr als sie eigentlich müssten", sagt er. Ein vernünftiges Mannschaftstraining sei auf diese Weise nicht möglich. Auf andere Anlagen auszuweichen, auch nicht. Ihm falle keine Bahn ein, auf der Gästespieler trainieren dürften, sagt er.

Einschränkungen gibt es aktuell auch im Sportlerheim des SV Eppendorf. Um den Abstand der Akteure zueinander zu gewährleisten, dürfen auch dort nur zwei von vier Bahnen genutzt werden, zudem sind unter anderem die Duschen gesperrt. Die Kegler der 2. Verbandsliga von der SG Krumhermersdorf, die in Eppendorf ihre Heimstatt haben, schert das im Moment aber herzlich wenig - sie befinden sich in der Sommerpause. "Wir fangen erst Mitte Juli wieder mit dem Training an. Los geht es bei uns eine Woche später als in den niedrigeren Ligen", sagt Nico Brödler, der Mannschaftsleiter des Tabellendritten der abgebrochenen Serie. Dem Auftakt sieht er gelassen entgegen. "Sollten bis dahin die Einschränkungen immer noch gelten, dann könnten wir auch auf zwei Bahnen ganz ordentlich trainieren. Es dauert dann eben nur etwas länger."

So etwas wie Normalität ist unterdessen beim SKV Stollberg eingekehrt. Die 9Pins haben in der Coronapause in ihrem "Wohnzimmer" an der Bergstraße ein paar kleine Baumaßnahmen erledigt, trainieren aber inzwischen wieder auf der kompletten Anlage und bereiten sich auf die neue Saison vor. Als Vierter der abgebrochenen Spielzeit spielen die Stollberger auch künftig auf Zweitliga-Niveau. Nach der Fusion der Staffeln Ost/Mitte und Nord/Ost zur 2. Bundesliga Ost dürfte das kommende Jahr allerdings eine große Herausforderung werden. Da kommt es vielleicht gar nicht so ungelegen, dass sich die Erzgebirger vollständig auf den Ligabetrieb konzentrieren können und nicht noch Pokalspiele bestreiten müssen. Einen nationalen Pokalwettbewerb wird es in der Saison 2020/2021 ebenso wenig geben wie einen im Bezirk hierzulande. Priorität genieße der planmäßige Start der Ligawettbewerbe, was angesichts der aktuellen Situation mit zum Teil noch gesperrten Bahnen schwierig genug werde, so Jacobi.

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