Was machen die Schafe im Rümpfwald?

500 Tiere grasen im Naturschutzgebiet zwischen Lichtenstein und Glauchau. Das soll auch den Vögeln zugute kommen.

Glauchau.

Im Naturschutzgebiet am Rümpfwald zwischen Glauchau, Lichtenstein und St. Egidien sind jetzt tierische Naturschutzhelfer aktiv. Die Schafherde von Sepp Schwaiger soll die Besonderheiten der Landschaft erhalten und darf dafür ganzjährig ihren Appetit stillen. "Die Schafe fressen nicht nur Gras, sondern auch Triebe und Blätter von den Büschen", erklärt der 64-Jährige.

Mit rund 500 Tieren ist er in einem rund 60 Hektar großen Bereich des Naturschutzgebietes unterwegs. Die Landschaft ist vor allem deshalb geschützt, weil es sich um Offenland handelt. Wiesen, Sträucher und Hecken sowie vereinzelt stehende Bäume gibt es auf dem Areal, das früher Übungsgelände der Sowjetarmee war. Mit ihren Aktivitäten und schwerer Technik sorgten die Soldaten nebenbei dafür, dass das Gelände nicht zuwuchs und Lebensraum für seltene Arten werden konnte.

Seit den 1990er-Jahren gibt es die militärischen Eingriffe in die Landschaft nicht mehr. "Wenn man gar nichts macht, wächst das Gebiet zu und wird Wald", so Salome Winkler vom Nabu Regionalverband Erzgebirgsvorland, der seit 1999 Pächter des Areals ist und es an den Schäfereibetrieb unterverpachtet. Nicht nur die Tiere helfen beim Erhalt der Landschaft. Im Winter gab es auch Baumfällungen. "Das Holz wird noch abtransportiert", sagt Salome Winkler. Kleine Tümpel und Gewässer wurden mit dem Bagger freigelegt, weil auch sie schnell zuwachsen, aber als Lebensraum für Amphibien erhalten werden sollen.

Der Einsatz der Schafe, der in einem Projekt der Unteren Naturschutzbehörde des Landkreises, des Nabu und des Landschaftspflegeverbandes Westsachsen erfolgt, soll nicht zuletzt auch der Vogelvielfalt nützen. "Die Wiesenbrüter sind leider fast völlig verschwunden", sagt Ornithologe Jens Hering. Ihnen fehlt der Lebensraum, weil es nur noch wenig naturnahe Flächen in der dicht bebauten und landwirtschaftlich intensiv genutzten Region gibt. Die Schafe sind für Vogelnester am Boden kein Problem. "Die Tiere würden nie Gelege zertreten. Das passiert nur, wenn sie in Panik sind", sagt Sepp Schwaiger.

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