Bombendrohung am Amtsgericht Marienberg

Ein Brief, der neben einer Drohung eine verdächtige weiße Substanz enthielt, hat am Dienstag einen Großeinsatz in der Bergstadt ausgelöst. Entwarnung gaben schließlich Spezialisten des Landeskriminalamtes.

Marienberg.

Am Marienberger Amtsgericht ist am gestrigen Dienstag eine Bombendrohung eingegangen. Das bestätigte vor Ort Polizeieinsatzleiter André Müller. Demnach sei im Gebäude ein Brief geöffnet worden, in dem ein anonymer Verfasser droht, das Gebäude zu sprengen. "Beigefügt wurde eine verdächtige weiße Substanz", ergänzte Müller.

Das Amtsgericht wurde umgehend evakuiert. Ein Mitarbeiter kam mit dem Brief in Kontakt. Vorsichtshalber wurde der 61-Jährige in ein Krankenhaus gebracht. Der Mann blieb aber unverletzt, konnte die Klinik wieder verlassen. Entwarnung gab es am Nachmittag auch hinsichtlich des weißen Pulvers.

Zuvor wurde die Feuerwehr gegen 11.10 Uhr zu einem Abc-Einsatz alarmiert. Seitdem war ein Großaufgebot der Feuerwehr und der Polizei vor Ort an der Zschopauer Straße, die vom Abzweig Kaufland bis zum Marienberger Markt großräumig abgeriegelt wurde. Im Einsatz waren die Wehren Marienberg, Gebirge, Lauterbach, der stellvertretende Kreisbrandmeister Gunnar Ullmann sowie der Gefahrgutabwehrzug und der Erkundungszug des Kreises, sagte Stadtwehrleiter Kay Kretschmar. Zunächst waren es 79 Kameraden, gegen Mittag wurde die Mannschaftsstärke auf 47 reduziert. In Höhe des Parkplatzes an der Stadthalle wurde eine Schleuse zur Dekontamination aufgebaut. Chemikalienschutzanzüge lagen bereit. "Vorbereitungen, um im Ernstfall den Stoff beseitigen zu können. Wir gehen von der höchsten Gefahr aus", erläuterte Kretschmar.

Denn zu diesem Zeitpunkt stand noch nicht fest, um welche Substanz es sich handelt. Polizei und Feuerwehr warteten auf die Spezialisten des Landeskriminalamtes. Am Nachmittag traf die USBV-Gruppe in der Bergstadt ein. Die Truppe ist für die Entschärfung und Sicherung von unkonventionellen Spreng- und Brandvorrichtungen (USBV) zuständig. Das Amtsgericht wurde nach Sprengstoff durchsucht, aber keiner gefunden. Der zusätzliche Einsatz eines Sprengstoffspürhunds dauerte bis in die Abendstunden.

Erste Untersuchungen der Spezialeinheit erbrachten bereits gegen 15.30 Uhr keine Hinweise, dass vom Inhalt der Briefs eine Gefahr ausgeht. Etwa eine Stunde später wurden die Straßensperrungen aufgehoben, die Einsatzkräfte abgezogen. Eine nun anstehende Laboruntersuchung soll abschließend Aufschluss über die unbekannte Substanz geben und vielleicht auch eine Spur zum Täter liefern. Die Polizei hat Ermittlungen wegen Störung des öffentlichen Friedens durch Androhung von Straftaten aufgenommen, teilte die Polizei am gestrigen Abend mit.

Dabei wurde das Marienberger Amtsgericht nicht das erste Mal wegen einer Bombendrohung evakuiert. Vor fast sechs Jahren hatte ein Anruf eines unbekannten Mannes ebenfalls einen Großeinsatz an dem Justizgebäude ausgelöst. Nachdem die Fachleute vor Ort nicht fündig wurden, gab es einige Stunden später Entwarnung.

(rickh)

 

1Kommentare
Um zu kommentieren, müssen Sie angemeldet und Inhaber eines Abonnements sein.

  • 3
    0
    Moderator
    30.06.2020

    Danke für den Hinweis. Die Zschopauer Straße, an der das Zelt errichtet wurde, führt am Stadthallen-Parkplatz vorbei, wir haben das entsprechend geändert.