Welche Rolle spielt Bienenhonig für eine gesunde Ernährung?

Ist es sinnvoll, Honig für eine gesunde Ernährung in den täglichen Speiseplan zu nehmen, um den täglichen Bedarf an Vitaminen, Mineralstoffen und Enzymen zu decken? Da er ja zu 80Prozent aus Zucker besteht, müsste man wohl eine größere Menge zu sich nehmen. Das sind dann bestimmt zu viele Kalorien, oder? (Diese Frage hat Frank Leibelt aus Schwarzenberg gestellt.)

Als Mineralien- und Vitaminlieferanten in der Ernährung fungieren in erster Linie Obst und Gemüse, der Honig spielt da - selbst wenn man ihn in hoher Dosierung konsumiert - keine Rolle. Das bedeutet aber keinesfalls, dass er nicht gesund ist. Denn auch wenn er tatsächlich zu 80 Prozent aus Zucker und 17 bis 19 Prozent aus Wasser besteht - die restlichen ein bis drei Prozent haben es in sich.

Denn das Besondere am Honig besteht darin, dass die Bienen in ihm pflanzliche Stoffe verarbeiten, die teilweise ein großes medizinisches Potenzial besitzen, das bereits im Mikrogrammbereich wirksam wird. So besticht der neuseeländische Manukahonig mit seinem hohen Anteil an Methylglyoxal, einem antibakteriell wirkenden Zuckerabbauprodukt. Er zwingt selbst multiresistente Keime wie den gefürchteten MRSA in die Knie. Aber auch in Deutschland gibt es einen antibakteriell wirkenden Honig: Kornblumenhonig. Und in einer israelischen Studie an 200Kleinkindern halfen Eukalyptus- und Zitronenblütenhonig gegen den Husten eines grippalen Infekts. Wobei dafür nicht nur die antibiotischen Inhaltsstoffe des Bienenprodukts verantwortlich sind, sondern auch sein Fruchtzucker, weil er die fürs Husten zuständigen Areale im Gehirn besänftigt.

Bei Buchweizenhonig kommen noch die entzündungshemmenden Gerbstoffe des Getreides hinzu. Er hatte in einer amerikanischen Studie an 105 hustenden Kindern eine bessere Wirksamkeit als ein Standard-Hustensaft mit Dextromethorphan. Und Studienleiter Ian Paul von der Pennsylvania State University lobte auch seine große Akzeptanz: "Geschmack und Konsistenz des Honigs sind einfach kinderfreundlich."

In anderen Untersuchungen zeigte sich Mönchspfefferhonig als Regenerationshilfe für die überlastete Leber, und Sonnenblumenhonig schützte die Blutgefäße vor Arteriosklerose. Vielleicht sollte man aber auch einfach nur die Biene näher beobachten, um zu lernen, welcher Honig am besten gegen welche Krankheit hilft. Denn mittlerweile ist bekannt, dass sie im Falle einer Krankheit andere Pflanzen absammelt als sonst. "Doktor Biene" hat also nicht nur Medizin im Sortiment, sondern auch konkrete Tipps zur Auswahl des passenden Medikaments. Sie hat es ohne Zweifel verdient, dass wir besser mit ihr umgehen, als wir es derzeit tun.jzl

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