Der Begriff Künstliche Intelligenz ist in aller Munde. Doch häufig weiß man gar nicht, wo diese Technologie überall eingesetzt wird. Im Folgenden begeben wir uns auf eine Reise durch die Entstehungsgeschichte der KI, wie die Künstliche Intelligenz auch genannt wird. Wir beleuchten die Funktionsweise von KI-Systemen und wie sie im Bereich des Glücksspiels eingesetzt werden.

Eine Zeitreise durch die Entstehungsgeschichte der KI

Alles begann zur Zeit der alten Ägypter und Griechen, welche bereits die Idee von künstlich intelligenten Objekten hatten. Diese Völker schufen schon Automaten, die einfache Tätigkeiten vollbrachten. Doch erst Mitte des 20. Jahrhunderts begannen die Wissenschaftler, sich genauer mit dem Thema der Künstlichen Intelligenz auseinanderzusetzen.

Im Jahr 1950 beschäftigte sich der britische Mathematiker Alan Turing mit der Frage, ob Maschinen denken können. Im Zuge dessen entwickelte er den Turing Test, welcher feststellen soll, ob eine Maschine wie ein Mensch kommunizieren kann. Der Begriff Künstliche Intelligenz, auf Englisch Artificial Intelligence (AI), entstand jedoch erst einige Jahre später. Im Rahmen einer Konferenz am Dartmouth College in New Hampshire prägte der Informatiker John McCarthy 1956 den Begriff "Künstliche Intelligenz".

1966 war auch schon die Geburtsstunde des ersten Chatbots. Der Informatiker Joseph Weizenbaum erfand ein Computerprogramm, das in der Lage war mit Menschen zu kommunizieren. Über Skripte simulierte "ELIZA" verschiedene Gesprächspartner und erzeugte die Illusion, menschlich zu sein.

Auch in der Medizin gelang 1972 ein Durchbruch in der Künstlichen Intelligenz. Ein Programm vereinte das Wissen eines bestimmten Fachgebietes durch Wissensdatenbanken, Formeln und Regeln, sodass es den Medizinern bei der Diagnose und Therapie von Krankheiten helfen konnte.

Im Jahr 1986 bekam ein Computer erstmals eine Stimme. "NETtalk" konnte Wörter lesen und sie richtig aussprechen. Damit war es eines der ersten künstlichen neuronalen Netze, welche in Aufbau und Funktion dem menschlichen Gehirn ähnelte.

1997 besiegte die KI-Schachmaschine "Deep Blue" den amtierenden Schachweltmeister Garry Kasparov. Der Computer hatte eine durchschnittliche Rechenleistung von 126 Millionen Schachpositionen pro Sekunde.

2011 war es dann so weit: Die Künstliche Intelligenz erreichte unseren Alltag. Es gab leistungsfähigere Computer, Smartphones und Tablets, welche es den normalen Verbrauchern ermöglichten, die Vorteile der KI zu nutzen. Apple brachte 2011 den Sprachassistenten "Siri" auf den Markt, der sich großer Beliebtheit erfreute. Daraufhin folgte 2014 eine vergleichbare Software namens "Cortana" von Microsoft und 2015 der Sprachdienst "Alexa" von Amazon.

Mittlerweile sind wir tagtäglich von künstlicher Intelligenz umgeben. Ob auf Social Media oder bei Streaming-Diensten. Häufig wird uns genau das angezeigt, was uns interessiert. Kein Zufall, denn die KI lernt schnell. Schließlich kennt sie unsere Interessen und unsere Verhaltensweisen. Das wird neuerdings auch in der Glücksspielbranche eingesetzt.

Einsatz Künstlicher Intelligenz in der Glücksspielbranche

Die Online-Casinos boomen, daher hat Deutschland eine Regulierung des Glücksspielmarktes vorgenommen und eine Reihe von Maßnahmen eingeführt. Eine der Neuigkeiten: Seit dem 1. Juli 2021 können deutsche Glücksspiel-Lizenzen beantragt werden. Anbieter, die ihr Glücksspiel legal anbieten möchten, müssen jedoch zahlreiche Maßnahmen zum Jugend- und Spielerschutz sowie zur Suchtprävention erfüllen.

Die Lizenznehmer müssen über alle Aktivitäten auf Ihrer Plattform Bescheid wissen und diese einem genauen Spieler zuordnen können. Daher muss sich jeder Spieler zuvor in einem Online-Casino registrieren, bevor er spielen kann. Dadurch verfügt der Casinobetreiber über Informationen wie die Spielhäufigkeit, die Spieldauer, das eingesetzte Geld sowie Gewinne und Verluste. Das weiß der Gesetzgeber zu nutzen und schreibt den Betreibern von Glücksspiel-Plattformen vor, eine KI-gestützte Software zu nutzen, welche dabei helfen soll, spielsuchtgefährdete bzw. spielsüchtige Spieler zu erkennen. Anhand wissenschaftlicher Kriterien können Algorithmen ein problematisches Spielverhalten erkennen und die Spieler darauf hinweisen.

Eine solche Spielerschutz-Software wird unter anderem vom Unternehmen Neccton angeboten. Hier werden die Aktivitäten der Spieler im Hintergrund verfolgt, wobei die Software auf Auffälligkeiten im Spielverhalten reagiert. Dem Spieler wird dann ein Warnhinweis angezeigt, welcher ihn auf sein problematisches Spielverhalten hinweist. Die Software kann zudem über individuelle Textnachrichten mit dem Spieler kommunizieren.

Chancen der KI in der Spielsuchtprävention

Laut einer Befragung der BZgA zeigt knapp 1 % der deutschen Bevölkerung ein problematisches oder pathologisches Glücksspielverhalten - das sind über 400.000 Menschen. Durch den Einsatz Künstlicher Intelligenz können diese Spieler frühzeitig erkannt werden. Daher ist die KI im Bereich der Spielsucht ein Erfolg versprechendes Instrument, um die Entstehung schweren Suchtverhaltens zu verhindern und den betroffenen Spielern rechtzeitig helfen zu können.

An dieser Stelle sei darauf hingewiesen, dass Glücksspiel süchtig machen kann und zudem besteht immer neben der Wahrscheinlichkeit, Gewinne einzustreichen, genauso das Risiko des kompletten Verlustes seines Einsatzes, und jeder kann sich hierzu unter der Beratungstelefonnummer des BzgA 0800 1372 700 informieren oder online auf www.spielen-mit-verantwortung.de.