Wer einen Mobilfunkvertrag besitzt, ist nicht allein auf die Nutzung mit einem einzigen Smartphone oder Tablet beschränkt, sondern kann weitere Geräte mit einer zusätzlichen SIM-Karte für diesen Vertrag ausstatten. Wir zeigen Ihnen, welche Vorteile das bietet, wie es geht und was zu beachten ist.

Damit man bei mehreren mobilen Geräten für die Internetnutzung über einen einzigen Mobilfunkvertrag nicht mühsam die SIM-Karte vom einen in das andere Gerät wechseln muss, gibt es von Anbietern wie o2 eine sogenannte "Multicard". Das ist eine weitere SIM-Karte, die eigenständig funktioniert, jedoch über denselben Vertrag abgerechnet wird. Die zweite (und weitere) Karte(n) stecken Sie dann einfach in ein anderes Mobilgerät. Wenn Ihr Vertrag diese Option nicht vorsieht oder er sich nicht entsprechend anpassen lässt bzw. die Kosten dafür zu hoch wären, können Sie eine zusätzliche SIM natürlich auch separat bestellen - schließen damit aber einen separaten Vertrag mit Ihrem Mobilfunkanbieter ab.

Ein Vertrag, viele Geräte

Es gibt viele sinnvolle Einsatzszenarien für eine weitere SIM-Karte im selben Laufzeitvertrag - hier seien ein paar genannt:

  • Mit dem Zweiten telefonieren Sie besser: Ein Zweithandy ist sinnvoll, wenn man mehrere Orte hat, an denen Geräte verfügbar sein sollen und an denen man erreichbar ist. Mit der Multicard erhalten Sie eine Rufnummer für alle Mobiltelefone oder können Sprach- und Datendienste parallel nutzen.
  • Wollen Sie mit Ihrem Tablet unterwegs nicht über die Tethering-Funktion des Smartphones ins Internet, ist eine Multicard die richtige Lösung hierfür - vorausgesetzt, das Tablet enthält einen Steckplatz dafür.
  • Zwar verfügen nur wenige Notebooks über einen eigenen Mobilfunk-SIM-Steckplatz, doch dafür gibt es USB-Sticks. Mit einer Multicard können Sie sich theoretisch den ortsfesten Internet-Zugang über DSL und Kabel sparen, und über den USB-Stick können sogar Desktop-Computer mit dem Mobilfunk-Internet verbunden werden.
  • Via LTE-Modem und integriertem WLAN gewähren Sie gleich mehreren Geräten den Zugang ins Internet gewähren, etwa wenn Sie im Urlaub mit mehreren Familienmitgliedern das Internet nutzen wollen.
  • Überwachungskameras mit SIM-Steckplatz, die an fernen Orten - zum Beispiel Ihrem Ferienhaus - installiert sind, können über die Multicard die Verbindung zu Ihrem PC herstellen, ohne das vor Ort weitere Hardware für einen Internetzugang unterhalten werden muss.
  • Über das Internet of Things lassen sich "smarte" Geräte wie Zeitschalter kontrollieren und steuern - und wenn die außerhalb Ihres Heimnetzwerks platziert sind, greifen Sie mittels SIM-Steckkarte darauf direkt zu.
  • Wertvolle Fahrräder oder Autos lassen sich mit einem GPS-Tracker gegen Diebstahl schützen - diese enthalten ebenfalls einen SIM-Steckplatz, um die Ortsinformationen jederzeit übertragen zu können.

Kosten und Datenvolumen unter Kontrolle

Bei einer weiteren SIM-Karte für einen bestehenden Vertrag teilt sich das zusätzliche Gerät das Datenvolumen mit dem Smartphone, für das der Vertrag abgeschlossen wurde. Wenn Sie das Internet mit der Multicard intensiv nutzen, kann es also sein, dass Sie das Monatskontingent überschreiten. Der Wechsel in einen Tarif mit höherem Inklusivvolumen ist deswegen zu überlegen - oder Sie steigen auf einen sogenannten Unlimited-Tarif um.

Bei Providern wie o2 ist das problemlos möglich und nicht so teuer, wie man denkt. Der kleinste Vertrag (Free Unlimited Basic) ist allerdings nicht so gut für Internetanwendungen geeignet, die eine hohe Bandbreite benötigen (wie beispielsweise Video-Streaming), da er nur mit 2 MBit/s getaktet ist. Besser sind die Varianten Smart mit 10 MBit/s oder Max mit 300 MBit/s. Für normales Surfen reicht aber wohl selbst die kleinste Tarifvariante aus.

Noch interessanter dürften für Besitzer einer Vielzahl an Geräten jedoch die "Connect"-Option in den "Boost"-Tarifen sein: Hier können Sie neben einer Hauptkarte ohne Mehrkosten gleich zwei weitere Multicards für Telefonie und Datenverbindungen und bis zu sieben (!) reine Datenkarten bestellen. Auf diese Art lässt sich quasi jedes Gerät mit einem SIM-Karten-Slot in Ihrem Haushalt (auch nachträglich) mit demselben Mobilfunkvertrag verbinden und über diesen abrechnen.

Der Weg zu mehr Vielfalt

Wenn Sie jetzt auf den Geschmack gekommen sind, eine oder mehrere weitere Multicard SIM zu Ihrem bestehenden Vertrag zu bestellen, geht das in der Regel ohne Probleme - auch während der Laufzeit. Eventuell ist auch ein Wechsel in einen der oben genannten "Boost"-Tarife möglich, sofern Sie mehr als zwei SIM-Karten benötigen.

Ist in Ihrem Smartphone bereits eine eSIM verbaut, also eine integrierte SIM-Karte, können Sie diese als "Hauptkarte" deklarieren lassen und zusätzliche Multicards für andere Zwecke nutzen. Auch ist in manchen "smarten" Geräten eine eSIM eingebaut, die Sie bei einigen Providern als Multicard anmelden können.

Es gibt auch Mobilfunkverträge und Anbieter, die keine weitere SIM-Karte vorsehen - wie auch bei vielen einfachen Prepaid-Karten diese Option nicht zur Verfügung steht. Manchmal rechnet es sich auch auch nicht, eine Multicard zu verwenden, weil die Kosten für Installation und Betrieb zu hoch wären.

In diesem Fall können Sie auch eine weitere SIM-Karte mit eigenem Vertrag kaufen. Diese bieten häufig den Vorteil, dass der zugehörige Tarif preisgünstiger ist, weil kein zugehöriges Endgerät mit subventioniert oder finanziert werden muss. Soll dieses Zweitgerät unter derselben Telefonnummer erreicht werden können, geht das über eine Rufumleitung vom Hauptgerät - ist aber letztlich nicht so komfortabel, als wenn Sie eine Multicard verwenden.