Die Planerin der SachsenEnergie und ein Bauleiter kontrollieren einen Abschnitt des Schutzrohres für die neue Trinkwasserleitung in Dresden Cotta.
Die Planerin der SachsenEnergie und ein Bauleiter kontrollieren einen Abschnitt des Schutzrohres für die neue Trinkwasserleitung in Dresden Cotta. Bild: Oliver Killig
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Regionale Zusammenarbeit stärkt hiesige Wirtschaft und sichert Arbeitsplätze

Die Netze für Wasser, Energie und Telekommunikation werden kontinuierlich modernisiert und zukunftsfähig ausgebaut. SachsenEnergie übernimmt diese Aufgabe und bindet vor allem Unternehmen aus Sachsen ein.

Einmal am Äquator rund um die Erdkugel - so lang ist das Trinkwasserleitungsnetz in Sachsen: rund 40.000 Kilometer. In Großstädten wie Dresden, Leipzig, Chemnitz wurden die zentralen Leitungen zwischen 1870 und 1900 verlegt. Kleinere Orte folgten. In Dresden wurden seit den 90er Jahren bereits 65% des Netzes erneuert. Nur ein kleiner Teil dieser Leitungen aus Gusseisen ist heute noch bis zu 150 Jahre alt.

Austausch nötig: Belastungen der heutigen Zeit setzen alten Leitungen zu

Ein Pferdefuhrwerk wiegt drei bis vier Tonnen, höchstens. Heute rattern 25 Tonnen schwere Lastkraftwagen über die Straßen. In 1,20 Meter Tiefe - wie damals verlegt - müssen diese gusseisernen Rohre und die Verbindungen zu den Anschlussleitungen immer wieder heftige Stöße aushalten.

Nicht jede Leitung verkraftet die Belastungen dauerhaft. Eine Dresdner Versorgungsleitung, die das Stadtzentrum in Richtung Westen erschließt, stammt bereits aus dem Jahr 1876. Nachdem zuletzt im Jahr 2005 ein Rohrschaden behoben wurde, steht nun die Erneuerung der rund 150 Jahre alten Leitung an.

Gelegenheit, um neue Rohre zu verlegen

Für das 1.754 Kilometer lange Trinkwassernetz in Dresden ist SachsenEnergie zuständig. Immer dann, wenn in einer Straße ohnehin Bauvorhaben anstehen, nutzt der größte kommunale Energieversorger im Osten Deutschlands die Gelegenheit, seine Leitungen zu erneuern.

An diesem Frühlingstag sind die Arbeiten im Stadtteil Cotta in vollem Gange. "400 Meter Trinkwasser- und 120 Meter Gasleitung erneuern wir hier", sagt die zuständige Planerin der SachsenEnergie. Die Deutsche Bahn reißt eine alte, 1906 errichtete, Eisenbahnbrücke ab und wird an gleicher Stelle eine neue bauen. Auf fast 800 Metern wird die Straße aufgerissen. Die Dresdner Verkehrsbetriebe (DVB) erneuern das Gleisbett für die Straßenbahn. Alte Rohre und Leitungen der SachsenEnergie für Trinkwasser, Strom und Gas müssen weichen, neue kommen zusammen mit solchen für Telekommunikation in die Erde.

Bauleistungen und Materialeinkauf: Großteil des Bestellvolumens geht an sächsische Unternehmen

An der Baugrube trifft sich die Planerin mit dem Bauleiter der Firma Teichmann aus Wilsdruff bei Dresden. Tief unten - jetzt in zwei Metern unter der Fahrbahn und erschütterungssicher - ragt ein blaues Rohr mit einer Kupplung für das nächste Rohr aus dem Erdreich. "Das ist die neue Trinkwasserleitung aus Polyethylen mit einem Durchmesser von 18 Zentimetern, im Gleisbereich der DVB wird sie im Schutzrohr verlegt", sagt die Planerin. Ein Rohr, hergestellt bei der Firma Gerodur in Neustadt in Sachsen nahe der tschechischen Grenze.

Trinkwasser, Strom, Gas, Telekommunikation - die Infrastruktur muss Schritt für Schritt erneuert und für heutige sowie zukünftige Anforderungen ausgebaut werden. SachsenEnergie stellt sich dieser Aufgabe und bietet Unternehmen in Sachsen und darüber hinaus Möglichkeiten, daran teilzuhaben. Im vergangenen Jahr hat SachsenEnergie ein Bestellvolumen von 456 Millionen Euro allein im Freistaat generiert. Damit kamen zwei Drittel der Ausgaben für den Materialeinkauf und für Bauleistungen hiesigen Firmen zugute. So bleibt das Geld in der Region, die einheimische Wirtschaft wird gestärkt, Arbeitsplätze werden gesichert. Das soll so bleiben und kann gerne auch wachsen.

Trinkwasser, Strom, Gas, Telekommunikation - die Infrastruktur muss Schritt für Schritt erneuert und erweitert werden. Wie zum Beispiel in Horka - östlich von Niesky - wird aktuell ein Netzknoten errichtet. Damit wird eine zusätzliche Übertragungsfähigkeit im Stromnetz geschaffen. | Foto: Lutz Weidler

Hintergrundinformation

Kay Henke, einer der drei Gerodur-Geschäftsführer, sagt: "SachsenEnergie gehört zu unseren wichtigsten Kunden." Wer sich bei uns im Werk umschaut, sieht 27 sogenannte Extruder. Das sind Maschinenreihen, aus denen am Ende die Rohre in Stärken von acht bis 630 Millimetern kommen. Jeder Meter Rohr trägt einen Aufdruck mit einer Nummer. Anhand dieser ist auch nach Jahren noch nachvollziehbar, wann das Rohr hergestellt wurde, welches Plastikgranulat zum Einsatz kam und sogar, welches Wetter an diesem Tag herrschte. "Wir stehen für unsere Qualität ein", sagt Kay Henke.

Im eigenen Testlabor können die Ingenieure Alterungsprozesse von bis zu 100 Jahren erzeugen. Auf einer Palette liegt so ein Stapel auf 100 Jahre technisch gealterter Trinkwasserrohre. Die Prüfer stellen fest: Voll einsatzfähig, keinerlei Risse oder sonstige Veränderungen. Qualität, die sich bis Skandinavien, Griechenland, Portugal und Hongkong herumgesprochen hat. Auch dort werden die Rohre aus Sachsen bestellt. Auf der Baustelle in Dresden-Cotta kommen sie jetzt unter die Erde, um wieder mindestens 100 Jahre sicher sauberes Trinkwasser für die Stadt Dresden zu liefern. Zwischenzeitlich wird ein Provisorium in die alten Gussrohre geschoben, um die betroffenen Anwohner sicher und ohne Unterbrechungen zu versorgen. Die gesamte Maßnahme trägt dazu bei, auch zukünftig den Wasserhahn aufdrehen und frisches Trinkwasser erhalten zu können.

Kontakt

SachsenEnergie AG
Friedrich-List-Platz 2
01069 Dresden
www.sachsenenergie.de

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