Anzeige

Wie funktionieren eigentlich Optionsscheine?

Beschäftigt man sich mit den unterschiedlichen Möglichkeiten Geld gewinnbringend anzulegen und an den Finanzmärkten zu partizipieren, dann begegnet man relativ schnell dem Begriff Optionsschein. Das diesem Finanzinstrument zugrundeliegende Prinzip ist verhältnismäßig einfach. Eine Optionsschein gibt dem Inhaber das Recht, aber nicht die Pflicht, zu einem gewissen Stichtag einen Wert zu einem vorab festgelegten Preis zu kaufen oder aber zu verkaufen. Wird von der Option keinen Gebrauch gemacht, verfällt sie wertlos. Wie sich dieses Prinzip in der Praxis darstellt und welche Arten von Optionsscheinen es gibt, werden wir im Folgenden ein wenig näher beleuchten.

In der Praxis

Um die theoretische Grundlage eines Optionsscheins in eine greifbare Form zu gießen, widmen wir uns einem Alltagsbeispiel. Nehmen wir an, Sie sind Stammkunde an einer Imbissbude. Aufgrund Ihrer langjährigen treue schenkt der Imbissbetreiber Ihnen einen Gutschein für eine Currywurst mit Pommes zum Preis von nur drei Euro. Der aktuelle Preis liegt bei vier Euro. Der Gutschein muss allerdings innerhalb von zwei Jahren eingelöst werden. Kurz vor Ablauf des Gutscheins gehen Sie zum Imbiss und lösen den Gutschein ein. Die Currywurst mit Pommes kostet zu diesem Zeitpunkt sechs Euro. Sie können Sie aber aufgrund des Gutscheins für nur drei Euro erstehen und sind damit in einem deutlichen Preisvorteil gegenüber den restlichen Kunden ohne Gutschein. Der Gutschein hat also seinen Ausgangwert von vier Euro auf sechs Euro gesteigert. Nach diesem einfachen Prinzip funktionieren Optionsscheine. Natürlich ist aber auch der umgekehrte Fall denkbar. Nehmen wir an, der Imbissbudenbetreiber hätte den Preis seiner Wurst gesenkt. Dann wäre der Gutschein weniger wert als zum Zeitpunkt der Ausstellung. Sie hätten also Verlust gemacht.
In diesem Beispiel wäre die Currywurst der Basiswert und der Gutschein der Optionsschein. Es handelt sich bei dem Gutschein um eine Call-Option. Dieser gegenüber steht die Put-Option.

Call-Option und Put-Option

Eine Call-Option verleiht dem Besitzer das Recht einen zugrundliegenden Basiswert zu einem vorab festgelegten Preis und in einer bestimmten Menge zu kaufen. Dabei kann auch festgelegt sein, ob man von der Option erst zum Ende der Laufzeit (europäischer Optionstyp) Gebrauch machen darf oder aber während der gesamten Laufzeit (amerikanischer Optionstyp). Bei einer Put-Option erwirbt man mit der Option das Recht einen Basiswert zu einem bestimmten Preis zu verkaufen.

Wie errechnet sich der Wert eines Optionsscheins?

Der Wert einer Option hängt im Wesentlichen von zwei Faktoren ab. Einerseits spielt der Abstand des Preises der Option zum tatsächlichen aktuellen Marktpreis des Basiswerts eine Rolle. Der Optionspreis wird Strike genannt. Ist der Strike sehr nah am Marktwert beziehungsweise mit diesem identisch, dann ist die Option ATM (at the money). Liegt der Strike bei einer Call-Option unter oder bei einer Put-Option über dem aktuellen Marktpreis, dann ist dieser Schein ITM (in the money). Die Option hat in diesem Fall einen intrinsischen Wert und kann dementsprechend auch zu einem höheren Preis als dem Einkaufspreis verkauft werden. Ist die Option OTM (out of the money), dann ist das Gegenteil der Fall. Die Option hat dann einen Wertverlust zu verzeichnen.
Der zweite Faktor ist die Restlaufzeit. Ist diese gering und die Option ITM, dann kann es lohnenswert sein, die Option zu verkaufen, falls man sie nicht selbst ausüben will. Ist die Option OTM mit geringer Restlaufzeit ist ein Verlust häufig nicht mehr zu verhindern.

Fazit

Optionen sind wie jedes Finanzinstrument auf den ersten Blick sehr komplex. Beschäftigt man sich aber mit den grundlegenden Begrifflichkeiten und Funktionsweisen, so wird sehr schnell deutlich, dass ihnen ein simples Prinzip zugrunde liegt. Dennoch ist Information die wichtigste Ressource, bevor man in den Optionshandel einsteigt. Man sollte sich stets gut informieren und jedes Finanzinstrument, das man benutzen will, auch genau verstehen.