Wie wurde die Bastei zur Touristenattraktion?

Wer hat die Bastei in der Sächsischen Schweiz erfunden, und wer hat sie gebaut? (Diese Fragen hat Gunter Fuchs aus Pockau gestellt.)

Der Naturfelsen Bastei in der Sächsischen Schweiz wurde in der Reiseliteratur als Aussichtspunkt erstmals 1798 von Christian August Gottlob Eberhard genannt. Anfangs war die Bastei, von Malern wie Caspar David Friedrich und Ludwig Richter etwa, nur von Wehlen und Lohmen zu Fuß zu erreichen. Das änderte sich, als jemand begann, wirtschaftliches Interesse daran zu haben, dass mehr Leute diesen Felsen mit seinem einmaligen Blick über das Elbtal besuchten. Die fragliche Person war der Lohmener Fleischer Pietzsch, der zu Pfingsten 1812 Basteibesuchern die erste gastronomische Versorgung anbot. In zwei Rindenhütten servierte er Brot, Butter, Bier, Branntwein, Kaffee und Milch. Zwei Jahre später richtete er unterhalb eines Felsüberhangs eine Küche nebst Keller ein, die Aussichtsplattform erhielt ein Geländer. Zur selben Zeit wurde auch von Rathen aus eine Treppe gebaut, die mit 487 Stufen aus dem Wehlgrund über die "Vogeltelle" auf den Fels führte.

Ab 1826 entwickelte sich die Bastei als Ausflugsziel entscheidend weiter. In diesem Jahr entstand nach Plänen des Architekten Gottlob Friedrich Thormeyer der erste feste Gaststättenbau mit Gästezimmern. Die alten Rindenhütten dienten nun als Nachtquartiere für die Wanderführer. Unter dem Namen "Basteibrücke" entstand zudem der erste hölzerne, über die Klüfte der 40 Meter tiefen, "Mardertelle" genannten Schlucht gebaute Übergang, der die Bastei vom davor gelegenen Felsriff mit den Felsen "Steinschleuder" und "Neurathener Felsentor" verband. 1851 wurde diese Holzbrücke wegen des zunehmenden Andrangs durch die bis heute bestehende Sandsteinbrücke ersetzt. Sie ist 76,5 Meter lang. Um 1893/94 wurde die Gaststätte umfassend modernisiert und mit fließend Wasser und Telefonanschluss ausgestattet. Seit der Eröffnung 1979 nach vier Jahren Bauzeit ersetzt ein Neubau diese Gaststätte; eine Generalsanierung der Basteibrücke schloss sich in den folgenden drei Jahren an. Seit Mai 2016 ist die Aussichtsplattform wegen Verwitterung im Sandstein darunter gesperrt, an einer neuen technischen Lösung für die Plattform wird seither gearbeitet. (tk)

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