Wolf reißt zwei Alpakas im Erzgebirge

Am Erzgebirgskamm hat abermals ein Wolf Nutztiere getötet. Es ist der fünfte Vorfall binnen weniger Wochen. Der betroffene Landwirt ist in Sorge - und fordert Veränderungen.

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20Kommentare

Die Diskussion wurde geschlossen.

  • 3
    0
    saxon1965
    30.04.2020

    ChWtr: Das unterschreiben ich ihnen. Ebenfalls Danke und ein schönes langes Wochenende, wenn sie eines haben. Genießen wir respektvoll die Natur.

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    ChWtr
    29.04.2020

    Ich finde, es geht auch anders - ohne anmotzen. Auch bei kontroversen Themen. Meinetwegen kann man auch Kommentare genießen. Ob man sich dabei zurücklehnen muss - eine andere Sache. Warum nicht, falls es ernsthaft gemeint ist.

    Frage 1, @saxon1965: vermutlich nicht, obwohl ich ländlich und ökologisch auf eigenem Grundstück wohne - und das auch noch in der Natur (...)
    Frage 2: das Waldsterben, die Verminderung der Artenvielfalt, die Bedrohung und Vernichtung der verschiedensten Insekten und damit die Zerstörung der Lebensräume der Tierwelt und Menschheit muss (endlich) aufhören

    Nur ein Stichwort: Fleischproduktion muss massiv runtergefahren und nicht auch noch exportiert werden.

    Dafür würde ich meine Lebensweise einschränken, was ich (wir) bereits versuchen. Es ist uns noch nicht vollständig und nachhaltig gelungen. Wir arbeiten daran und das ganz ohne Worthülsen.

    Und, besten Dank für die kontroverse, aber respektvolle Unterhaltung.
    Ein grüner Daumen ist Ihnen sicher, auch wenn ich inhaltlich nicht mit Ihnen übereinstimme.
    Ich denke jedoch, dass aus verschiedenen Positionen und daraus resultierend unterschiedliche Sichtweisen, man versuchen (...) sollte, den jeweils anderen zu verstehen. Wenn man denn will. Das wäre schon mal ein Anfang. Ich vermute, Sie sprechen aus der Position eines Nutztierhalters, aber wurscht!

  • 5
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    Tauchsieder
    29.04.2020

    Zurücklehnen und die Kommentare genießen!
    Ist doch ganz einfach, die Einen kommen mit dem Wolf klar und die Anderen nicht.
    Vielleicht liegts an der kindlichen Erziehung bei einigen, oder was auch immer, vielleicht wars auch eine schlechte Erfahrung mit einem großen, schwarzen Hund. Kleiner Tipp von mir, bei einer Begenung vielleicht im Wald höflich Grüßen und aneinander vorbeigehen.
    Willkommen im Wolfsland. Haben es unsere Vorfahren überlebt, werden wir dies wohl auch schaffen. Immer schön Tierfilme sehen, irgendwo vom anderen Ende der Welt und Spenden für den Regenwald in Brasilien nicht vergessen!

  • 4
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    saxon1965
    29.04.2020

    @ ChWtr: Sehen sie, dass meine ich "Der Wolf muss mal gar nichts,..." Wo habe ich das geschrieben? Wenn, müssen wir Menschen etwas unternehmen oder auch nicht, was auch eine Unternehmung wäre mit einem Resultat.

    "Nutztiere vs. Wildtiere..." sehe ich nicht als Blödsinn, denn wir wären heute nicht hier, in unserer urbanen Gesellschaft, wenn es der Mensch nicht so gehandhabt hätte. Verstehe ich sie da richtig, für sie ist die "Bekämpfung" der Afrikanischen Schweinepest zu Gunsten der Hausschweine abzulehnen und auch die Nutzung natürlicher Ressourcen (Wildfleisch)? Wenn wir uns das ab jetzt leisten wollen, bräuchten wir wenigstens einen breiten gesellschaftlichen Kontext dazu, mit allen Konsequenzen was auch die Haustierhaltung betrifft.

    Wenn ihnen das lieber ist, schreibe ich auch gerne, dass sich der Wolf Gebiete in Deutschland zurück erobert hat. Nun wird sie der Begriff "erobert" stören? Ich meine damit jedoch stets das Gleiche und zwar wohlwollend. Ob es damals um 1860 schon solche Truppenübungsplätze gab, bezweifle ich allerdings.

    Zum "Elend des Menschen" trägt natürlich der Mensch alleine bei. Deshalb sollten wir versuchen eine Gesellschaftsform zu finden, wo das nicht mehr so ist.

    Zum Schluss an alle hier die hypothetische Frage, ohne eine Antwort einfordern zu wollen oder zu erwarten:
    Leben sie Tag ein, Tag aus so, dass ihr Dasein keinerlei Auswirkungen auf die Fauna und Flora hat und wie weit wären sie bereit ihr Leben dafür umzustellen?
    Okay, dass waren jetzt doch zwei Fragen.
    - Ende -

  • 5
    5
    ChWtr
    29.04.2020

    Ich verdrehe die Worte nicht, @saxon1965 - wirklich nicht.

    Sie müssen sich an dem messen lassen (wir alle), was geschrieben steht. Was du, ich, er, sie schreiben - Punkt.
    Ich natürlich auch!

    Rosa Rote Brille - wieder geschenkt, wie die Narrenfreiheit.
    Der Wolf muss mal gar nichts, Sachse.
    Wenn wir uns darauf einigen könnten, gehen wir gerne in die nächste Runde - aber nur dann.

    Nutztiere vs. Wildtiere - Blödsinn und das wissen Sie auch, wenn Sie noch einmal (gründlich) nachdenken.

    Über "Gebiete erschlossen..." sollten Sie mal in einer ruhigen Minute drüber nachdenken, wenn Sie verstehen was ich meine (...)

    Da wir keinen hochwissenschaftlichen Diskurs führen werden (wollen), möchte ich nur so viel noch anmerken: niemals nicht ist das Tier - hier meinetwegen der Wolf, die Pflanze, COVID-19 oder das Klima schuld am Elend der Menschheit. Das würde ich Ihnen gern auf dem Weg geben - zum nachdenken, überdenken und (am besten) später doch wieder auf seinem Standpunkt (zu) verharren. Keinen Millimeter verrücken. Viel Spaß beim Nachdenken! Und das ohne Arroganz.

  • 6
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    saxon1965
    29.04.2020

    @ ChWtr: Bitte verdrehen sie mir nicht die Worte im Munde!
    Zugegeben mag ich nicht immer die richtigen Worte wählen und überspitze auch zu weilen, damit mein Standpunkt (nicht Rechthaberei) klar wird.
    Was sie als Unsachlichkeit beschreiben ist in meinen Augen eine Rosa-Rote-Brille der Wolfsbefürworter. Glauben sie mir, ich bin kein Wolfsgegner, nur versuche ich das Thema differenziert zu sehen und nicht nur durch meine Brille. Das, nur das, würde ich mir auch von anderen Mitstreitern wünschen!
    Ganz klar und deutlich: Der Wolf ist zurück gekommen und hat sich Gebiete erschlossen und gehört nun dazu. Es liegt in der Natur der Sache, dass sich auch dieses Lebewesen vermehrt. Und weil wir nicht in Russland oder Nordamerika sind, muss man hier bei uns in Deutschland entsprechend damit umgehen. Dazu langt es in meinen Augen nicht, alle sechs Jahre den Schutzstatus zu überprüfen und den Geschädigten Ausgleichzahlungen zu kommen zu lassen.
    Ich glaube es fehlt vielen Menschen die Empathie dafür nachzuvollziehen, was es heißt Nutztiere großzuziehen, sich um diese zu kümmern, finanziell und emotional.
    Wo überall in Deutschland ist es denn nun angebracht bzw. Vorschrift die Tiere in Freilandhaltung entsprechend zu schützen?

  • 6
    5
    saxon1965
    29.04.2020

    @Lexisdark, starke Worte und wie stellen sie sich das vor?
    Was ist nicht artgerecht daran, wenn ein Wildtier bis zum Tot, in seiner "natürlichen" Umgebung frei lebt? Sollte ihnen dies nicht natürlich genug sein, dann müssen sie uns Menschen "abschaffen".

  • 7
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    ChWtr
    29.04.2020

    Mit einer sachlichen Auseinandersetzung kommt man hier leider nicht weiter. Offenbar muss man deutlich(er) werden. Die Unsachlichkeit haben Sie reingebracht, @saxon1965.

    Weshalb sprechen Sie von Narrenfreiheit? Weshalb? Das ist doch nicht zielführend und polemisch. Anderen wird Arroganz vorgeworfen. Gut, Schulmeister sind wir doch alle hier im Forum und wissen es besser. Wider besseren Wissens sollte man jedoch, so wie Sie es tun, nicht über den Wolf reden. "Bedingtes Wolfsland" - was soll das? Wir sprechen hier nicht vom Elefanten oder Nashorn (was ja fast ausgerottet wurde...). Mit Wolfsland ist ja für Sie "nur bedingt" die Deutsche Landschaft gemeint. Wissen Sie wirklich, was Sie da schreiben? Sorry, tut mir leid - aber der Wolf ist keineswegs nur in Nordamerika, Nordeuropa (!) und Russland beheimatet. Machen sie sich bitte kundig und kommen danach auf erstaunliche Erkenntnisse. Und die Narrenfreiheit nehmen Sie bitte zurück. Wenn Sie hier die User im Forum damit meinten - ok., geschenkt. Narren sind wir alle. Nur der Wolf nicht! Niemals. Der Narr ist der Mensch. Wie oft muss ich das denn noch schreiben?

  • 6
    7
    Lexisdark
    29.04.2020

    @saxon Wenn Sie Wildtiere in ihrem natürlichen Freiraum einschränken, ist das nicht artgerecht. Kein Zoo, kein Stall oder was auch immer ist artgerecht. Insofern ist es Unfug. Und es wurde schon oft bemängelt, dass die meisten Schutzzäune Wölfe nicht abhalten. Ein Bauzaun ist ganz klar ein Witz, den hätte man sich gleich sparen können. Und warum hat nur der Mensch ein Recht auf freie Bewegung? Vielleicht sollte darüber mal nachgedacht werden.

  • 7
    6
    saxon1965
    29.04.2020

    @ Grauer Wolf, bleiben bitte auch sie bei Fakten und suggerieren sie keine Dinge, die falsch verstanden werden könnten.

    In Deutschland gab es im Monitoringjahr 2018/19 acht gewilderte Wölfe, bei 99 Totfunden.
    In dem 83 Wölfe durch den Straßenverkehr getötet wurden, wurde ebenfalls der Rudelverband zerstört oder sind wir uns darüber einig, dass das hauptsächlich wandernde Jungwölfe waren, auf der Suche nach neuem Revier?
    Genau hier sollte man ansetzen und Wolfsgebiete ausweisen, in denen dieser bonitiert wird und artgerecht leben kann, Wanderkorridore zwischen diesen Gebieten ausweisen und auch für deren Möglichkeit sorgen (Wildbrücken) und das alles einhergehend mit der Abschussfreigabe von Wölfen außerhalb dieser Gebiete.
    Sollte ihnen dies bekannt vorkommen, dann liegt es daran, dass mit unserer größten heimischen Säugetierart, dem Rothirsch, genau so verfahren wird. Warum sollte also der Wolf über dem Rotwild stehen?

    Ganz nebenbei kostet der Herdenschutz dem Landwirt auch Geld. Nicht alles wird gefördert und es muss auch immer mehr "aufgerüstet" werden, wenn man Entschädigungen bei Wolfsrissen haben möchte, denn diese Individuen sind nun mal sehr lernfähig.

  • 7
    5
    saxon1965
    29.04.2020

    @Grauer Wolf: Was sie schreiben entspricht den heutigen Sachverhalten.

    Nun können sie jedoch nicht leugnen, dass es nicht erst seit gestern eine Diskussion darüber gibt, welcher Kernpopulation die deutschen Wölfe angehören. Letztlich sind sie aus Osten eingewandert und sind weder eine eigenständige deutsch/polnische Population "Mitteleuropäischen Tieflandpopulation", sondern sind wohl eher der Ausläufer der baltischen Wolfspopulation.

    Aber zu den heutigen Fakten:
    Die offiziellen Zahlen für Deutschland Stand Dezember 2019:
    105 Rudel mal X Tiere
    25 Paare
    13 standortfeste Einzeltiere
    Man schätzt mindestens 500 Wölfe, deren Bestand sich alle drei Jahre verdoppeln könnte. Manche Schätzungen gehen auch schon heute von 1.000 Wölfen aus. Laut einer Studie von 2014 soll Deutschland 400 Rudel "vertragen" können, was zirka 4.000 Individuen entspräche.
    Zum Vergleich die Bestände in Frankreich 300 Stück. Davon sollen, auf Druck aus der Landwirtschat, 36 erlegt werden.
    In Schweden geht man, laut zweier Studien davon aus, dass 300 Individuen für einen "günstigen Erhaltungszustand" genügen.

    Meiner Meinung nach muss man das deutsche Wolfskonzept überdenken. Es gibt auch in Deutschland Landschaften, in denen Wölfe leben können ohne große Berührung mit uns Menschen. Will man zwischen diesen Gebieten genetischen Austausch, so muss man auch Wanderungen zulassen. Dann bitte aber auch mit der gleichen Konsequenz, wie bei anderen Wildtieren (Rotwild).
    Wir erleben wie anpassungsfähig der Wolf ist, indem er eben uns Menschen nicht aus dem Weg geht, sondern seine Möglichkeiten nutzt. Dies wird sich vererben und zusammen mit Wolfshybriden zu erheblichen Interessenskonflikten führen und damit zur Abnahme der Akzeptanz.

    Unser heutiges Deutschland ist nur bedingt "Wolfsland". Es stehen zu viele Interessenskonflikte im Raum, wie zum Beispiel artgerechte Weidetierhaltung, Landschaftspflege mit Schafen und auch die Jagd als Form der Landnutzung, als das man den Wölfen Narrenfreiheit einräumen könnte. Unser dichtbesiedeltes Land, kann man nicht mit Teilen Amerikas oder Russlands vergleichen.

  • 6
    6
    GrauerWolf
    29.04.2020

    @Christian1984

    Gelegentlich wird Fachwissen mit Arroganz verwechselt.

    Zu in gutem fachlichen Standard praktizierten Herdenschutz habe ich schon mehrere Beiträge für den aufmerksamen Leser geschrieben. Übrigens referiere ich auf diesem Fachgebiet und helfe damit aktiv Weidetierhaltern ihre Weidetiere zu schützen und damit vor wirtschaftlichem Schaden zu bewahren.

    Mir ist jedoch in meiner langjährigen Praxis noch kein Jäger untergekommen, der mit seinen Forderungen nach der jagdlichen Bewirtschaftung des Wildtieres Wolf so wie von @saxon1965 ausgeführt, nur ein Weidevieh vor Rissen geschützt hat.

    Im Gegenteil, die Erfahrungen aus der aktuellen Wolfsforschung zeigen, dass durch die Zerstörung des Ruderverbandes, also der Wolfsfamilie, die Schäden durch Risse signifikant steigen.

    Maßgeblich werden Wölfe durch den Straßenverkehr und vermehrt durch Wilderei getötet, und Wilderei wird durch unüberlegte Äußerungen wie die von @saxon1965 nachgewiesener Maßen animiert und im Schein legitimiert.

    Bleiben Sie geschmeidig, mit Blick auf die aktuelle Situation gibt es weitaus schlimmere Bedrohungen für unsere Weidtierhalter, als wie die vom Wildtier Wolf...

    Meint Ihr Grauer Wolf

  • 6
    7
    Tauchsieder
    29.04.2020

    Sie haben doch Recht "G.W.", hier helfen keine Fakten mehr. Die Unbelehrbaren haben sich ihre eigene Meinung gebastelt.
    Schon der Satz in dem Artikel: - "Dabei ist das Gehege eigentlich mit ausreichend hohem Bauzaun umzäunt" -, wirft mehr Fragen auf wie es denn Antworten gibt. Was bedeutet "eigentlich", was bedeutet "ausreichend" in diesem Zusammenhang? Dieser im Hintergrund des Bildes vorhandene Zaun kann es hoffentlich nicht gewesen sein. Dann hätte man dem Ganzen Vorschub geleistet.

  • 8
    7
    Christian1984
    29.04.2020

    @GrauerWolf: Selten einen so arroganten Beitrag gelesen. Jetzt haben Sie es den Unwissenden aber gezeigt. Na, Sie erklären das ja auch gern...
    Und in welcher Größenordnung darf man sich denn die zukünftige Population vorstellen? Bekommt dann jeder Ort sein eigenes Rudel zugeordnet, oder wann ist dann aus Ihrer Sicht Schluss?
    Ich habe für solche Belehrungen von oben herab überhaupt kein Verständnis. Anders als die Betroffene im Presseartikel gibt es auch den ein oder anderen Viehhalter, dessen wirtschaftliche Existenz durch die Wiederansiedlung des Wolfs stark geschädigt wird. Findet das auch in Ihrer Belehrung Platz?
    Nehme Sie einfach mal die Bedenken der betroffenen Menschen ernst. Kein Tierhalter kommt mit auf ein "Wolf-Wildtiermonitoring", wenn er in jüngster Vergangenheit Risse in seinem Bestand zu verzeichnen hatte.
    Und was ihren Wilderei-Hinweis angeht: Wen wollen Sie eigentlich einschüchtern?
    Ohne Akzeptanz innerhalb der Bevölkerung der betroffenen Regionen wächst die Gefahr eher zusehends.
    Zitat: "...und das wollen wir doch beide nicht, oder?"

  • 8
    11
    GrauerWolf
    28.04.2020

    @saxon1965
    Mit einer Selbstverständlichkeit führen Sie die folgende Zeilen aus und bemerken nicht das Sie bewusst oder unbewusst, das kann ich nicht bewerten, Falschinformationen unter die Leser streuen.
    "Die jetzige Einstufung des Wolfes ist nicht mehr zeitgemäß, weil sein Erhaltungszustand auch bei uns als günstig angesehen werden kann." führen Sie aus.
    Woher Sie das nur wissen, aber ich helfe Ihnen gerne Schritt für Schritt weiter und hoffe das Sie kein Verschwörungstheoretiker sind.
    Einführend erläutere ich Ihnen das europäische Schutzziel für die Mitteleuropäische Tieflandpopulation: „Das europäische Schutzziel für die ?Mitteleuropäische Tieflandpopulation ist: die Erhaltung oder Wiederherstellung?lebensfähiger Wolfspopulationen,?als Teil der europäischen Population.“ Dazu gehört ein regelmäßiger genetischer Austausch der Individuen zwischen den einzelnen Populationen. Um das abzukürzen, erkläre ich Ihnen jetzt die Verfahrensweise inklusive des aktuellen Standes der Wissenschaft, denn um das europäische Schutzziel für die ?Mitteleuropäische Tieflandpopulation zu erreichen ,wird regelmäßig vom Bundesamt für Naturschutz dieses Schutzziel geprüft. Der aktuelle Stand aus dem Jahr 2019, dem Bericht aus dem letzten 6-Jahreszyklus, lautet offiziell wie folgt:

    "Schutzstatus und Gefährdungsfaktoren
    Der Wolf ist in den Anhängen II und IV der europäischen Fauna-Flora-Habitat-Richtlinie (FFH- Richtlinie) gelistet und stellt gemäß Art. 1h der Richtlinie eine prioritäre Art dar, für deren Erhaltung allen Staaten der Europäischen Union eine besondere Verantwortung zukommt.
    Der Erhaltungszustand des Wolfes ist alle sechs Jahre im Rahmen der für die europäischen Naturschutzrichtlinien an die EU zu erstellenden Berichte zu ermitteln. Er ist nach der FFH- Richtlinie (Art. 1 Buchstabe i) definiert und seine Einstufung bemisst sich europaweit an einheitlichen Kriterien. Dies sind neben der Population gleichermaßen die Merkmale Verbreitung, Größe und Qualität des Habitats sowie Zukunftsaussichten. Wenngleich sich der deutsche Wolfsbestand in den vergangenen Jahren positiv entwickelt hat, weist die Art aufgrund der Gesamtschau dieser Kriterien – gemäß dem deutschen FFH-Bericht von 2019 (Berichtszeitraum von 2013 bis 2018) – insgesamt immer noch eine ungünstige Erhaltungssituation in den beiden biogeografischen Regionen (atlantisch und kontinental), in denen der Wolf bewertet wurde, auf. Der Gesamttrend ist für beide biogeografischen Regionen als „sich verbessernd“ eingestuft worden.
    National ist der Wolf nach dem Bundesnaturschutzgesetz (§ 7 Abs. 2 Nr. 14) eine streng geschützte Art."

    Die Erkenntnis ist: Das Wildtier Wolf ist eine "streng geschützte Art", eine Tatsache die offiziell und öffentlich einsehbar ist.
    Nehmen Sie es sportlich und beteiligen Sie sich doch aktiv bei der Sichtung eines Wolfes am "Wildtiermonitoring", für das die untere Jagdbehörde Ihres Landkreises Ansprechpartner ist, oder noch besser, lassen Sie sich für Ihren Hegering als Wildtierbeauftragten ausbilden. Ihre Ergebnisse fließen dann in den nächsten Bericht an die EU und wer weiß, vielleicht ist ja irgendwann das Schutzziel erreicht, aber erst dann reden wir über eine jagdliche Regulierung des Wildtieres Wolf, vorher nicht!
    Abweichende Aussagen animieren zur Wilderei und das wollen wir doch beide nicht, oder?

    Meint Ihr Grauer Wolf

    Anm.:
    Das Bundesamt für Naturschutz begleitet als wissenschaftliche Behörde des Bundes für den nationalen und internationalen Naturschutz die Rückkehr des Wolfes nach Deutschland. Ergebnisse aus Forschungsvorhaben, die im Auftrag des BfN durchgeführt wurden, sind unter anderem in den BfN-Skripten veröffentlicht: http://www.bfn.de/infothek/veroeffentlichungen/bfn-skripten.html.

  • 13
    8
    saxon1965
    28.04.2020

    @Inke, sie haben Recht.
    Leider fehlt auch bei diesem Thema das gesunde Mittelmaß und die Eitelkeit der Menschen tut ihr übriges dazu..

  • 16
    11
    Inke
    28.04.2020

    Ich schließe mich an. Der Wolf reißt nicht aus Langeweile, sondern er sucht sich aus ökonomischen Interessen ein leichtes Opfer, von dem er sich ernähren kann. Da bedient er sich eben gern bei eingezäunten Nutztieren. Trotz Schutzstatus sollten zumindest wirkungsvolle Vergrämungen stattfinden, um die offensichtlich abhanden gekommene Scheu vor dem Menschen wieder herzustellen. Als soziales Lebewesen gibt der Wolf seine Erfahrungen an die Nachkommen weiter. Das sollte bedacht werden. Wenn weiterhin gar nichts unternommen wird, werden sich die problematischen Vorfälle häufen. Dann geht auch die Akzeptanz für den Schutzstatus in der Bevölkerung verloren. Der Wolf sollte sich bei den Wildtieren bedienen. Insbesondere könnte er wertvolle Hilfe bei der Reduzierung des Wildschweinbestandes leisten.

  • 11
    11
    Freigeist14
    28.04.2020

    Wölfen in der Vergangenheit blieb eine solche exotische Speisekarte versagt .

  • 23
    10
    saxon1965
    28.04.2020

    @701726: Der Wolf reißt nicht sinnlos, sondern weil er sich ernähren muss. Er ist ein sehr intelligent jagendes Raubtier, was weniger etwas mit Rausch zu tun hat.

    Dennoch müssen wir uns entscheiden, welchen Schutzstatus wir ihm zu gestehen wollen. In den meisten Ländern Europas gilt er nicht mehr als gefährdet und wird reglementiert. Auch die deutsche Population ist länderübergreifend und gilt aus Ausläufer der polnisch/russischen Population.

    Soll der Wolf eine breite Akzeptanz in der Bevölkerung haben, dann muss man ihn jagdlich bewirtschaften, so wie die meisten anderen Wildtiere auch. Letztlich gilt es die verschiedenen Interessen in unserem dichtbesiedelten Land unter einen Hut zu bringen.

    Die jetzige Einstufung des Wolfes ist nicht mehr zeitgemäß, weil sein Erhaltungszustand auch bei uns als günstig angesehen werden kann.

  • 15
    24
    701726
    28.04.2020

    Es ist schlimm, das der Wolf mehr geschützt wird als die Tiere die er sinnlos reißt. Der Wolf reißt ja nicht nur ein Tier, sondern er muß ja wie in einen Rausch kommen.