Aue lässt Toten in Sachsen-Anhalt bestatten

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Ein Senior bittet darum, nach seinem Tod in Schneeberg in einem Sarg beigesetzt zu werden. Das Ordnungsamt lässt seinen Leichnam stattdessen in der Stadt Halle verbrennen. Nun ist die Aufregung groß.

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66 Kommentare

Die Diskussion wurde geschlossen.

  • 1
    0
    harzruessler1911
    17.12.2019

    @ 872889
    zitiere """Wer würde sich denn um ein Grab kümmern, wenn es keine Angehörigen gibt? Also mal tief durchatmen und nachdenken. ""

    Laut der Betreuerin, würde das Guthaben des Seniors für die Bestattung ausreichen , so dass aufgrund dessen davon auszugehen ist, dass sie auch sehr wohl bedacht hat, dass die Grabpfelge kostenpflichtig von einem Friedhofsgärtner durchgeführt werden würde.

    zitiere:""Etwas Verantwortung hat jeder für sich selbst und idealerweise auch für die Gesellschaft durchaus auch noch. """

    Auch der Staat und unsere Politiker haben gegenüber den Bürgern eine Verantwortung. Nur scheint diese aufzuhören und es alles nicht so schlimm zu sein, wenn man Milliarden an Steuergeldern verschwendet, weil zu dumm zum klalkulieren ist, Stuttgart 21, Flughafen Berlin, Scheuers Mautzusage ...
    Soviel Fälle wie, mit dem älteren Herren kann es gar nicht geben, dass diese auch nur in irgendeiner Weise den Steuerzahler belasten würden, schon gar nicht wenn die Kosten gedeckt wären. Es wäre nur etwas mehr Arbeit gewesen und diese Bearbeitungskosten, wären sicher auch noch gedeckt gewesen.

    zitiere"""Und der letzte Absatz in dem Artikel bringt die Sache auch auf den Punkt -""

    Ja der ältere Herr, hat leider keine schriftliche Vorsorgebestimmung gemacht. Da er sich in einem Pflegheim befand und gesundheitlich sicher alles andere wie fit war, wollte er sich nicht mehr mit dem Schriftkram befassen, was j abei älteren Menschen gar nicht so selten ist. Und dies wurde vom Ordnungsamt ausgenutzt , so wie leider of auch Angehörigen, denen der letzte Wille egal, obwohl die Kosten gedeckt wären. Aber wo kein Kläger da kein Richter. Der BGH war bereits 1992 recht eindeutig dazu.

    zitiere aus Urteilskommentierung (Steit zwischen Angehörige Mutter und einem Mitbewohner, welcher zwar verlor...aber lesen) Urteil v. 26.02.1992, Az.: XII ZR 58/91 :
    ""Der Bundesgerichtshof (BGH) hat bereits 1992 zu dem immer wieder auftauchenden (Streit-)Punkt ein klares Urteil gefunden: Der Wille des Verstorbenen muss eindeutig, ja zweifelsfrei, aus den Äußerungen und Umständen geschlossen werden können. """

    Dies wurde einwandfrei gegenüber der gesetzlichen Betreuerin gemacht.Ich betone Äußerungen!!!! Die Betreuerin fungierte in diesem Fall, als eine Art Botin in Bezug auf mündl. Willenbekundungen.

    zitiere aus Urteilskommentierung:

    ""Beweispflichtig dafür ist in jedem Fall die Person, die sich auf das Totenfürsorgerecht beruft."

    Hier beruft sich das Ordnungsamt auf die Totenfürsorge, welches laut eigener Darstellung keine anderweitige Willenbekundung bzw. überhaupt eine durch den Verstorbenen persönlich vorliegen hat, eben gerade nur die welche ihnen durch die Betreuerin weiter gegeben wurde.

    Aber wie bereits erwähnt dreht es sich so manche Behörde so wie wie man will.
    (z.B. Erkrath)
    Bei anderen Ordungsämtern kann man lesen:

    """Zuständigkeit

    Die Zuständigkeit liegt bei der Ordnungsbehörde, auf deren Gemeindegebiet der Tod der beizusetzenden Person eingetreten ist. Art und Ort der Bestattung richten sich dabei soweit möglich nach dem Willen des Verstorbenen. Ist ein solcher Wille nicht bekannt, wählt die Ordnungsbehörde in der Regel die Feuerbestattung und die Beisetzung der Totenasche auf einem städtischen Friedhof in Erkrath."""

    Ebenfalls nichts von schriftlichem Willem.

    Link zu einem Rechtsgutachten:
    https://www.aeternitas.de/inhalt/download/rechtsgutachten_totensorgerecht.pdf

    zitiere aus dem Rechtsgutachten:
    ""Er muss seinen Willen nicht schriftlich, ja noch nicht einmal aus-drücklich mündlich geäußert haben. Es reicht aus, wenn aus den Umständen ein bestimmter Wille des Verstorbenen mit Sicherheit geschlossen werden kann.1 Dabei kann auch eine bestimmte Person insoweit mit der Totensorge betraut werden, dass sie lediglich für die „Vollstreckung“ dieses Willens verantwortlich ist.""""""

    Nirgendwo konnte ich finden , dass zu dem hiergenannten Sachverhalt eine Schrifterfordernis vorliegen muss.

    zitiere Ordnungsamt - Stadtsprechering Frau Hecker:

    ""Zum konkreten Fall sagt die Stadtsprecherin aber: Ist der letzte Wille nachvollziehbar schriftlich dokumentiert, sei die Stadt daran gebunden. "Dann wird eine Bestattung aus dem Vermögen des Verstorbenen finanziert."

    Das Ordnungsamt möge uns doch die gesetzliche Grundlage der Schrifterfordernis , welche wohl als Ausnahmegenehmigung für Aue-Bad Schlema besteht benennen.
    Dazu kann man sich ja äußern, da so etwas nicht dem Datenschutz unterliegt.

  • 4
    1
    pcomment
    13.12.2019

    Wirklich unverständlich und wenig pietätvoll, was da passiert ist.

    @Christian1984: Wen meinen Sie mit Ihrem letzten Absatz?

  • 1
    0
    872889
    13.12.2019

    Wer würde sich denn um ein Grab kümmern, wenn es keine Angehörigen gibt? Also mal tief durchatmen und nachdenken. Der Staat und der Steuerzahler sind eben nicht für alles, was jemanden nicht in den Kram passt, verantwortlich. Etwas Verantwortung hat jeder für sich selbst und idealerweise auch für die Gesellschaft durchaus auch noch. Und der letzte Absatz in dem Artikel bringt die Sache auch auf den Punkt - erst recht, wenn der Verstorbene auch die entsprechenden Mittel für seine Beerdigung hatte, was bei Bestattungen durch den Staat in der Regel nicht der Fall ist.

  • 9
    4
    Christian1984
    13.12.2019

    Widerliches Verhalten der Stadtverwaltung.
    Ob die zuständigen Sachbearbeiter es auch befürworten würden, wenn mit ihrem letzten Willen mal so umgegangen wird?
    Dann die Aussage: "Es ist ordnungsgemäß gelaufen, es gab keine andere Möglichkeit." Ja, genau, beim letzten Willen eines Einheimischen wird kein mm vom Protokoll abgewichen. Schade das man diesen Maßstab nicht bei allen hier lebenden ansetzt...

  • 7
    2
    Suppenfrosch
    13.12.2019

    Bei dieser speziellen Variante der Gewinnmaximierung können manche Unternehmer noch richtig was lernen *Ironie Ende * ????

  • 11
    3
    harzruessler1911
    13.12.2019

    ,,, Der Staat zahlt nur das Mindeste, es geht ja um das Steuergeld aller."

    Der Satz in diesem Zusammenhang gefällt mir am besten. (Ironie off)

    Da hat/hatte jemand Geld, in dem Fall der Verstorbene, um seine eigene Bestattung zu bezahlen, was durch eine gerichtlich bestellte Betreuerin ja bestätigt wurde. Der Fiskus wäre als Erbe gar nicht drum rum gekommen, die Bestattungskosten zu überbernehmen, es gibt nur wenige Fälle wo Erben nicht dazu verpflichtet sind.
    Man hätte also nicht warten können, eventuell auch gegen eine Art Zinsen und das Geld vom Fiskus einfordern? Nee groß tönen wir müssen dem Staat Geld sparen.. Wie dämlich ist das denn, wenn dann der Staat zahlt, was er gar nicht zahlen müsste, da der Verstorbene über die Geldmittel verfügte... das nennt ihr dem Steuerzahler Geld sparen???? Ich hoffe nicht, dass man jetzt auf die blöde Idee kommt das Geld trotzdem holt, denn das wäre mehr als widerlich, ohne den Bestattungswillen beachtet zu haben.
    Offensichtlich biegt man sich wie die. Form des letzten Ellen auszusehen hat wieder mal hin wie man es braucht. Selbst Verträge zB. auch Arbeits/Mietverträge sind bereits mündlich binden, wobei die Schriftform natürlich eine höhere Nachweiskraft hat (deklaratorische Wirkung) , es sei denn man hat glaubwürdige Zeugen, wie in in diesem Fall die Betreuerin, welche ja wohl keinerlei wirtschaft. Eigeninteresse haben kann. Wen man dann wenigstens die Urne nach Schneeberg zurück verbracht hätte... auch für mich völlig unlogisch da fährt man die Leichen der Verstorbenen lieber 150 km in der Gegend rum. Passt voll dazu, dass ja die Bestattungsmaterialien ökologischer geworden sind, man dann aber zusätzlich Benzin sinnlos verschleudert(zurück muss der Wagen ja auch) Da bekommt der Begriff ortsüblich doch eine ganz neue Bedeutung, da sich offensichtlich lt. Ordnungsamt wohl die Mehrheit der Ansässigen, zumindest die mit wenig Geld, in Halle bestattet lässt.