Özdemir will mit Erzgebirgern reden

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2727 Kommentare

Die Diskussion wurde geschlossen.

  • 1
    0
    Nixnuzz
    21.07.2019

    @ralf66: Man muss Hrn. Seehofer ja nicht mögen, aber es hat sehr lange gedauert, bis eine "Ausländer-Aufnahme" gesetzlich geregelt und auch zur Reduzierung der Ausfransung der Sozial-Systeme kam. Über einen Kamm zu scheren halte ich aber auch heute noch für zu großzügig. Besonders den hiesigen Einwohnern gegenüber, die positive Erfahrungen gemacht haben - soll ja auch vorgekommen sein...

  • 1
    1
    ralf66
    20.07.2019

    @Nixnuzz, danke erst einmal, dass sie mir das Gefühl geben nicht völlig falsch zu liegen, ich will auch das Thema nicht weiter strapazieren, deshalb nur kurz, die jetzige Flüchtlingsbewegung nach Deutschland und die Einwanderung von Ausländern nach ca. 1975 geschah und geschieht zum aller großen Teil aus humanitären Gründen. Von dort wo die Ausländer ab 1975 und die Flüchtlinge konkret ab 2015 herkamen kann man in der Masse nicht erwarten, dass die hier im Lande Deutschland wegen ganz bestimmter Gründe voll integrierbar sind, wir haben dadurch eine Einwanderung in die sozialen Systeme dieses Landes, die das auf die Dauer nicht aushalten werden.

  • 2
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    Nixnuzz
    19.07.2019

    @ralf66: Puh - ganz schön lang. Gehe mit Ihnen weitest gehend konform(!). Stimmt - die jetzt eintreffenden Menschen kommen aus anderen Kulturkreisen. Nur wieweit verhindern wir aber auch, das die sich nicht anpassen - oder - schlimmer ändern können? Wieviele von denen, die nicht in den Nachrichten exemplarisch mit ihrem Fehlverhalten herausgeholt werden, gehen hier einem "deutsch-geregeltem" Leben nach? Ich unterschlage hier in keinster weise die Clans, die mit ihrer Doppelgesichtigkeit unsere Lebensweise austricksen und missbrauchen. Damit haben aber auch wir dank falscher schwarzen Null unseren Anteil dran. Weil mein Schulenglisch nicht "Job-geeignet" war hab ich das vor Ort 1972 nachgebessert. Ich wohnte privat. Noch am selben 1.Abend sagte mir der Hausherr, das er im Krieg in Deutschland gekämpft hat und der Krieg jetzt vorbei sei. Ich hatte gerade meinen BW-Dienst abgeschlossen. In dieser Schule war die halbe Welt versammelt. Fremde Menschen mit fremden Sprachen und Kleidung. Im Sprachlabor war das egal. Abschlussfeier im indischen Restaurant mit abgeschlossener Tür - wegen über Zapfenstreich. Viele Mitschreiber haben "Russland-Erfahrung" - ich keine. Bin da "einseitig" belichtet. Nur das ich halt der Sohn in 2. Ehe meiner Mutter bin, die halt zugucken musste, als ihr 1.Mann einem russischen Missverständnis(?) zum Opfer fiel. Mit den Russen waren die vertriebenen Ostpolen gekommen, denen dann das Eigentum meiner Mutter übereignet wurde. Diese Polen baten meine Mutter dann, sich alles an Papieren etc. aus der Wohnung zu holen, was für "uns Deutsche" nunmal wichtig war. Hab ich alles da. Nur die Kriegstrauungsunterlagen sind verschollen. Freistaat Danzig war einmal - registriert beim Völkerbund - Gdansk ist jetzt - wieder - eine polnische Stadt. Ein Prachtstück und Stolz der Polen. Nur brauchte es diese Art der Völkerwanderung? Was können wir aus der jetzigen - kontrollierten - Völkerwanderung an Nutzen ziehen? Nur weil es somalische Viehbauern oder ähnlich ohne EDV-Kenntnisse gibt? Vielleicht muss man denen noch Lesen und Schreiben beibringen - aber Wandlungsunfähigkeit zu unterstellen wäre töricht. Die Berichte über gelungenes Integrieren sind doch nicht sensationel und meinungsfördernd. Na gut - zum Soushi-Essen in Düsseldorf kriegt mich auch keiner mehr. Aber auf Soljanka lass ich mich ein. Schlimm ist, das wenn man im Ausland unterwegs ist, man überall auf integrierte, angesiedelte Deutsche trifft...

  • 2
    2
    ralf66
    19.07.2019

    @Nixnuzz, dass ist lang aber nicht immer ganz falsch wie sie mir schreiben. Vieles was sie schreiben ist emotional stark geprägt und müsste meiner Ansicht nach ein wenig sachlicher betrachtet werden. Vertreibung ist erst einmal etwas ganz anderes als Flucht. Aus den damaligen Ostgebieten Deutschlands Schlesien und Ostpreußen sind tatsächlich mehr Menschen geflüchtet wie vertrieben worden sind, dass gilt für das Sudetenland zum Beispiel nicht, dort ist der übergroße Teil vertrieben worden. Gründe für die Flucht aus Schlesien oder Ostpreußen waren zum großen Teil, dass die Menschen die dort lebten aus unterschiedlichen Quellen das Wissen hatten, dass die vorrückende Rote Armee aus vielen Gründen heraus nicht zimperlich mit den Deutschen umgeht und umgehen wird. Unbeirrt von der Ansicht wer wo Krieg beginnt oder nicht beginnt oder warum, muss beim 2. WK gesagt werden, dass alle an diesem Krieg beteiligten Mächte sich nicht an des Völkerrecht und auch nicht an die Haager Landkriegsordnung gehalten haben, sofern sie diese überhaupt anerkannt haben. Wenn man diese Tatsache betrachtet, muss spätestens hier klar sein, dass zum Beispiel Russland, die Rote Armee, bei ihrem Einmarsch in Schlesien und Ostpreußen zum großen Teil gleiches mit gleichem beantwortet hat, gesetzlich, trotz aller Emotionen oder Verbrechen die seitens der Deutschen in Russland verübt worden sind gesetzlich falsch gehandelt hat, nur dieses Wissen hat die Menschen zur Flucht aus ihrer Heimat bewegt, die wären nämlich sonst dort geblieben, aus wirtschaftlichen, politischen oder klimatischen Gründen sind die nicht geflohen! Soweit bis hier her, wo man durchaus parallelen zur heutigen Fluchtsituation aus Afrika, dem Nahen Osten oder Afghanistan sehen kann, wenn auch nur wenige. Mit der Potsdamer Konferenz hat man leider eine Tatsache geschaffen, dass die Flüchtlinge die gedacht hatten, kurzzeitig geflüchtet zu sein, bis sich alles wieder beruhigt hat, um dann wieder so schnell wie möglich zurück in die Heimat nach Ostpreußen oder Schlesien ins Sudetenland gehen zu können das nicht konnten, zum großen Teil für immer in West- Mitteldeutschland oder Österreich bleiben mussten, die wollten das gar nicht, die mussten! Hier ist der große Unterschied zur heutigen Flüchtlingsbewegung, die heutigen Flüchtlinge aus Nahost oder Afrika meinetwegen Afghanistan suchen zum großen Teil wo anders auf dieser Welt ein besseres Leben, das hat aber wieder nur eines gemeinsam mit den Flüchtlingen aus Ostpreußen und Schlesien nämlich den Krieg, und von einer anderen fremden politischen Macht, Regierung oder Staat tyrannisiert zu werden, die weiteren Gründe wie die Flucht wegen Armut, Hunger, Bürgerkriege, Unterernährung, korrupte Regierungen, schlechte Wirtschaft sind nicht vergleichbar mit der Flucht aus Ostpreußen, Schlesien oder dem Sudetenland, deswegen sind die Menschen dort nicht geflüchtet. Die Aufnahme der Flüchtlinge aus Ostpreußen, Schlesien und dem Sudetenland, die innerhalb Deutschlands in oder dem deutschsprachigen Raum nach Österreich flüchteten oder vertrieben wurden gestaltete sich nicht einfach, sie wurden nicht immer tolerant empfangen, genau wie das heute mit den Flüchtlingen die nach Deutschland kommen zum Teil der Fall ist, die Schlesier zum Beispiel wurden teilweise als Polacken beschimpft und sollten wieder nach Hause gehen dort wo sie her gekommen sind, dass war ein großes Problem, es kann aber nur daraus begründet werden, weil zu dieser Zeit zum großen Teil arm zu arm flüchtete und die, die etwas hatten, wie auf dem Land die Bauern, die allgemeinen schlechten Zustände nur lindern aber nicht beseitigen konnten, wer in Auffanglagern kam war schlechter dran, war von der dortigen Versorgung abhängig, die zu Familien und Bauern kamen mussten für ihre Mahlzeiten und Unterbringung arbeiten. Was bei der ganzen Flüchtlingsbewegung heute viel anders ist wie damals, die Geflüchteten und Vertriebenen waren Deutsche, sie haben die deutsche Sprache gesprochen, konnten sich trotz Dialekte und Mundarten jederzeit verständigen ihre Probleme, Nöte, ihr Leid, ihre Wünsche und Ziele genau erklären, sie stammten aus einem Kulturkreis, der nur mit regionalen Bräuchen unterschieden werden konnte aber immer vergleichbar war, mit einer christlichen Religion ob nun katholisch oder evangelisch, damit stand einer Integration dieser Flüchtlinge und Vertriebenen in kürzester Zeit nichts im Wege. Diese Integration haben sie auch wirtschaftlich, sozial und finanziell zum überwiegenden Teil sehr schnell geschafft, psychisch hatten die Vertriebene und Geflüchteten trotzdem zum Teil weiter zu leiden, Grund war, der Verlust der Heimat, viele haben Wohlstand und Besitz wie in der alten Heimat besessen trotz Entschädigungszahlungen nie wieder erreicht. Nixnuzz, sehen sie auch wie ich hier große Unterschiede zwischen damals und heute? Ich könnte noch mehr Beispiele bringen, aber das würde nichts ändern, dass die innerdeutsche Flüchtlingsbewegung nach dem 2. WK wenig mit der heutigen Flüchtlingsbewegung von Afrika, Nahost oder Afghanistan nach Europa oder Deutschland zu tun hat.

  • 1
    1
    Nixnuzz
    18.07.2019

    @ralf66: Erstmal "Danke" für differenzierte Anfrage. 1 grüner. Bei den ursächlichen Ausgangsgründen mag das Machtstreben einer der Beteiligten auf Kosten anderer ihre Ursache haben. Pauschal: "wir wollten die Kornkammern der Sowjetunion haben" und lösten den Weltkrieg aus. Der IS wollte seine Staatsbildung ebenfalls auf Kosten der "Ureinwohner" haben - ok sehr pauschal. Der Rückschlag in beiden Fällen erfolgte wieder auf dem Rücken der Ureinwohner. Handel und Wandel gingen oder gehen zum Teufel. Ob nun ostdeutsche Städte oder Wüstenansiedlungen aus vor christlicher Kulturzeit gesprengt und/ oder bombardiert wurden - den übriggebliebenen blieben die Absetzbewegungen. Ob im heutigen Nachkolonial-Afrika ausser einer "Existenzberechtigung" oder noch nichtmal für die Menschen eine da ist, kann man überall nachlesen. Sicherlich ist das Endziel "Deutschland" heute in einer anderen Verfassung als damals nach Kriegsende. Auf jeden Fall wird/wurde diesen Menschen die Existenz in Frage gestellt. Wo wurde gekämpft und wo wird durch Politik und Wirtschaft das gleiche erreicht? Versteckte "Abneigung" gegenüber unserer Innenpolitik auf Kosten hiesiger als auch geflüchterter Menschen löst die Probleme nicht. Neben den damaligen 4 Kriegsalliierten spielen heute weitere Zöglinge ein fieses Spiel, auch um dem jeweiligen dort agierenden Alt-Aliierten Grenzen aufzuzeigen. Hinzu kommen die Auswirkungen der Klimaveränderungen und die überall zugängliche Nachrichten- übermittlung. Inklusive entsprechender Meldungsauslegung. Manche sind nach Kriegsende W2 dort geblieben und haben sich "angepasst" - trotz mancher Herabwürdigung etc.. Seltene Einzelexemplare sind wieder zurückgekehrt und haben investiert. Aber es braucht Zeit. Vielleicht braucht es diese Zeit in einem friedlichen Umfeld, um auch dazuzulernen und sich die Entscheidung einer "Einwanderung" hier oder der Rückkehr bei gefahrlosem Neuanfang/-aufbau zu ermöglichen. Verhungern/verdursten oder erschossen zu werden vor Ort und keine weitere Aufnahme im näher angrenzenden Umland sind sicherlich keine Aussichten. "Wir" haben für Geldströme aus unterschiedlichen Gründen gesorgt, damit "wir" gut und ungestört leben können. Und dieses Leben bei uns ist sicherlich mehr als nur eine Tasse Tee oder Kaffe zum Frühstück in der Flüchtlingsunterkunft. Und: Ja es ist die Frage des Überlebens was Frage der Gleichheit von Vertriebenen damals und Gummiboot-Fahrern heute gleichstellt. Es ist immer die Machtausübung in einer akuten Situation. Ob die Kalaschnikow meine Mutter damals zur schnellen Kriegerwitwe mangels Russischkenntnis machte oder in Afrika oder Vorderasien in der Hand von "Glaubenskriegern" ähnliches produziert - wer gehen kann, geht - auch durch Wüste und Meer - oder Bürokratie...

  • 4
    1
    Tauchsieder
    18.07.2019

    Özdemir will reden und der Stoiber jetzt auch. Ich glaube die "Holzgeschnitzten" bekommen jetzt den Marsch geblasen.

  • 3
    1
    ralf66
    18.07.2019

    @Nixnuzz, ich habe mir vorgenommen ausführlicher auf ihren letzten Kommentar zu schreiben, erstens zeitlich jetzt zu spät und zweitens, ich möchte aus einem ganz bestimmten Grund, der nichts mit ihnen zu tun hat kurz die Frage an sie stellen: Können sie augenscheinlich die Flüchtlinge die nach dem 2. Weltkrieg nach West- oder Mitteldeutschland flüchten mussten oder Vertrieben wurden zwischen den Flüchtlingen die heute zu uns kommen unterscheiden und erkennen sie da Unterschiede oder sehen sie dort nur Parallelen? Ich meine nicht die Hautfarbe, dass soll gleich klar gestellt werden!

  • 2
    0
    Nixnuzz
    17.07.2019

    @ralf66: Nur eine kleine Anmerkung: Als meine Eltern, Großeltern und andere hier ins westfälische Kernland unter britischer Verwaltung in Flüchtlingsbaraken "angesiedelt"wurden, war das wahrlich kein Zuckerschlecken gegenüber westf. Sturköppen. Meine Eltern waren nix, hatten nix und bildeten mit Gleichbetroffenen Abgelehnte ("Pollaken"). Tauschgeschäfte in der Umgebung mit vorhandenen Resten aus der kalten Heimat waren nicht mehr machbar, weil die Bombenopfer des westlich gelegenen Ruhrgebietes bereits mit harter Sachwährung alles mögliche eingesackt hatten und mehr als gut versorgt waren. Es blieben nur die nächtlichen Rückintegrationen von täglich versteckten Kartoffeln aus den anliegenden Feldern...Zumindest hatten die brit. Besatzer dann für eine geordnete Beschaffungs- und Verteilungsbürokratie auf Kosten der Alteingesessenen gesorgt, das meine Eltern das Flüchtlingcamp in 1 Zimmer verlassen konnten. Weil ich geboren wurde, konnte der harte Abwehrreflex der Wohnungsbesitzerin abgemildert und später überwunden werden, in die wir eingewiesen wurden. Zumindest konnte der Flüchtlingsbeauftragte der Stadt dann noch für ein Kinderbett sich stark machen. Nein - wir haben nicht unter dem Krieg wie andere gelitten...

  • 3
    1
    ralf66
    17.07.2019

    @Nixnuzz, dass ist jetzt ihre Auslegung über ihre Herkunft und ihren weiteren Weg in Deutschland. Ich halte die Flucht und Vertreibung zum Beispiel aus dem Sudetenland, Schlesien und Ostpreußen nicht Vergleichbar mit der heutigen Fluchtlingssituation in Deutschland, auch wenn es dazu Parallelen gibt, so gibt es dazu auch viele Widersprüche.

  • 2
    1
    Nixnuzz
    17.07.2019

    @ralf66: Lustig wirds erst, wenn man anhand seiner Papiere feststellt, das man Flüchtling und - noch schlimmer - Migrant .. in Sachsen ist..:-)

  • 3
    0
    ralf66
    17.07.2019

    @Nixnuzz, da haben sie ja eine interessante Familiengeschichte u.a. hatten wir auch Verwandtschaft im Sudetenland, im Böhmischen ist meine zweite Heimat ich bin viel und gerne dort.

  • 4
    0
    Nixnuzz
    17.07.2019

    @ralf66: Ich bin was fies - wie im Kölschen Bereich gesagt wird- : 1 ganz dicker grüner Daumen!! Die grüne Faust gehört den Bauernverbänden.. Mit meinem Geburtsort wird es schwierig: Ich stamme aus dem etwas westlicheren Stammort von Schröder oder Steinmeier - durch Krieg: Urwestfalen. Woll! Stimmt: Mein aktives Leben fand im Umfeld von Köln und mit Kölnern und anderen "Ortsveränderten" von Leipzig bis Dresden oder Breslau statt. Hr. Poguttke als Danziger Mundartvertreter oder der Rübezahl bis rüber nach Trutnov/Trautnau im Sudetenbereich gehören zu meiner Familienhistorie. Elbquelle und Schneekoppe waren schon mal Reiseziele, um alte Verwandschaftspunkte gesehen zu haben. Wieweit mein westdeutsches.. Hochdeutsch der eigentlichen sächischen Amtssprache entspricht, überlasse ich meinen hiesigen Ureinwohner des Arzgebirgs - es hilft jedenfalls: Glück auf! (darf ich doch - oder??)

  • 1
    4
    gelöschter Nutzer
    17.07.2019

    @Ralf: Ich bin keine Lehrerin. Meine Herkunft wird man immer heraushören, was völlig okay ist. Richtig Mundart spreche ich aber nur, wenn ich auf der Weihnachtsfeier den Kollegen Texte von Karl-Heinz Schmidt oder anderen Mundartschriftstellern vortrage.

  • 4
    1
    ralf66
    17.07.2019

    @Distelblüte, sie sind aus dem Erzgebirge, merkt man sie können die Mundart, sie sind wahrscheinlich auch aus der Nähe wenig nördlich bis östlich oder westlich von Annaberg oder direkt aus Annaberg, denn wer bei schon ''schu'' sagt und nicht ''schie'' kommt genau von dort her? Genau will ich's ja gar nicht wissen, werden sie auch nicht verraten, aber in etwa. Wenn ich so lese was sie schreiben interessiert mich weiter, sind sie von Beruf Lehrerin?

  • 4
    0
    ralf66
    16.07.2019

    @Nixnuzz, sie sind wo anders geboren, Kölner Raum glaube ich, sie müssen sich doch nicht verstellen, jeder spricht so wie er es aus seiner Heimat kennt, dass nimmt ihnen keiner übel, wenn sie hier wohnen aber keine erzgebirgische Mundart sprechen. Ich finde es gut; dass es in Deutschland viele Mundarten oder Dialekte gibt, diese auch gesprochen werden, nur wichtig ist, dass jeder den anderen so akzeptiert wie er spricht, egal ob er das gleich versteht oder nicht. Erzgebirgisch ist in der Betonung der Wörter oder Buchstaben und in der ganzen Aussprache teilweise hin zum Obersächsischen verkommen, eigentlich ist ergebirgisch eine oberfränkische Mundart, wo auch die oberpfälzer und egerländerische Mundart dazugehört, im böhmischen Erzgebirge kann man das von älteren Leuten noch ganz gut hören. Was mich wurmt und an die Adresse von @Distelblüte geht, die erzgebirgische Mundart oder auch Dialekt verschwindet seit der Wende rasant, sie wird immer weniger gesprochen, von den Jugentlichen im Erzgebirge sprechen sehr wenige die Mundart, weil sie in der Schule und schon im Kindergarten dazu angehalten werden, Hochdeutsch zu sprechen, der Dialekt würde sich nachteilig auf das Deutsch lernen auswirken, man will aber auf der anderen Seite so schnell wie möglich in den Schulen englisch Unterricht erteilen, in Sachsen glaube ich beginnt der englisch Unterricht in der 3. Klasse. Nicht einmal bei Reden und Gesprächen in Veranstaltungen der Erzgebirgsvereine, die das Rückgrad und ein Förderer der Mundart sein sollten, wird hauptsächlich erzgebirgisch gesprochen, die Erzgebirgsvereine sind zu Ausflugs- und Kaffeefahrtvereinen geworden. In Bayern dagegen führt man in Schulen Dialektkurse ein.

  • 3
    2
    ralf66
    16.07.2019

    @Distlbliet, bei mir is fei su, mir fällt's fließende Huchdeitsch sprachn schwer, bei mir kimmt do egal de Mundart dorch is, dos schlimm? Also bei de Bayern isses net schlimm, e Rednor vun ahner Partei außerhalb vun Dorf kennt iech gar net warn. Ach su noch ahns, ich red Mundart weil ich's von klah auf esu gehärt ho, und net weil iech jemandn ausgrenzn will, wu iech nämlich klah war, do hob ich noch gar net gewusst wos ausgrenzn is!
    Ich teile ihre Auffassung zu Özdemir nicht, Herr Özdemir ist ein Bürger in Deutschland, geboren und wohnhaft im Ländle wie sie pflegen zu schreiben, mit türkischer Herkunft und einem deutschen Pass.

  • 5
    2
    Nixnuzz
    16.07.2019

    @ralf66: Ich glaube, das ich den hiesigen "Mischdialekt" wohl nicht mehr selber sprechen werde können. Zumindest hat mein deutliches Hochdeutsch bzw. der sich daraus ergebende deutliche Effekt im Englischen geholfen, zwischen Dover und Edingburgh gut verstanden zu werden. Aber bei guter Interpunktion selbst im geschriebenen Arzgebirgsch glaube ich, es noch zu verstehen. Ich scheue mich nicht, ggf. nachzufragen. Bei gegenseitigem Respekt und Wertschätzung kein Problem...

  • 3
    7
    gelöschter Nutzer
    16.07.2019

    @ralf: Cem Özdemir ist gebürtiger Schwabe aus Bad Urach. Das liegt nicht im Morgenland, aber im Ländle.

  • 8
    3
    ralf66
    16.07.2019

    @Distelbliet, e paar Uhis'sche is gut, mei Hamit is fei Deitschland und net närs Arzgebirg und do sei und warn die Orientalischen, die mor gar net geheier sei immer mehr. E klugs Köppl song sie wär dar Özdemir, nu ja, dor ahne socht su, dor annere wieder su.

  • 3
    6
    gelöschter Nutzer
    16.07.2019

    @ralf: Wer Mundart nur deshalb spricht, um andere auszugrenzen, gehört vielleicht zum Club der Eingeweihten, aber er wird auf Dauer Schwierigkeiten mit der Verständigung jenseits der Dorf Grenze haben.

  • 7
    3
    ralf66
    16.07.2019

    @Nixnuzz, nee do brauchste gor ka Angst ze homm Nixnuzz, die dort mit dann Özdemir redn wolln, redn auf alle Fäll Huchdeitsch, die verstelln sich do gerne oder redn schie lange nimmer de Mundart, när noch esue Zwischnding aus Sächsisch ganz e paar wenige Brockn Mundart und viel Huchdeitsch.
    Hochdeutsch: Da brauchen sie keine Angst zu haben Nixnuzz, die mit dem Özdemir reden wollen, reden auf alle Fälle Hochdeutsch, die verstellen sich da gerne oder reden schon lange keine Mundart mehr, vielleicht so ein Mischmasch aus Sächsisch, sehr wenig Mundart und viel Hochdeutsch.

  • 5
    0
    vomdorf
    16.07.2019

    War is de dos kluche Käppl, Distlbliet, komm miet dann noch weliche miet?

  • 8
    2
    Nixnuzz
    16.07.2019

    Dürfte eine interessante Diskussion werden: Özdemir babbelt in waschechtem schwäbisch mit Leuten aus dem Erzgebirg in deren Heimat-Language..

  • 7
    6
    gelöschter Nutzer
    16.07.2019

    @ralf: Mannichsmol denk ich, es gibt Leit hier bei uns, die en Kopp när zen Haarschneidn hobn. Und wenn se schu ewing älter sei, net mol mehr do drzu.
    Du glabst doch net, dos es Karzl sei Haamit vergassn tut, bluß weil e kluges Köppel von wuannersch har kimmt un mit de Leit redn will?
    Emol ehrlich: wer sich färcht, dass de Haamit schu bedroht sei soll, bluß weil e paar Uhies'sche do sei, dar hot dan Sinn von dan Weltkulturerbe net verstanne.

  • 10
    3
    ralf66
    16.07.2019

    ,s Karzl denkt wuhl, weil der Grüne beine emol vorbei kimmt, dass deswang de Leit mitn denkn aufhärn? Egal ob mor nu itze zen Weltkulturerbe dorzuzähln oder net, ah weltoffen und tolerant ka mor schie bis ze enn gewissen Punkt sei, aber dobei sollt mor net vergassen, wos de eigene Hamit bedeidet und wos dor zu beitrogn ka, dass Hamit ah kaputt gihe ka.
    Hochdeutsch: ,s Kerzel denkt wohl, weil dieser Grüne bei ihm mal vorbeikommt, dass deswegen die Leute zu denken aufhören? Ganz gleich ob wir jetzt zum Weltkulturerbe dazugehören oder nicht, auch weltoffen und tolerant kann man bis zu einem gewissen Punkt sein, dabei sollte man aber nicht vergessen, was Heimat bedeutet und was alles dazu beitragen kann, dass Heimat auch kaputt gehen kann.

  • 7
    9
    gelöschter Nutzer
    16.07.2019

    Dazu ein bei Twitter gefundener Kommentar vom "Karzl"-Erfinder Jürgen Huss:
    "s Karzl hat gehofft, dass die Leit, die in ner Geg'nd laabn, die nun zen Welterbe gehärt, weltoffener un toleranter sei. Un när rumschimpfn bringt ah nischt."

    Dar Maa hot racht.

  • 9
    4
    Tauchsieder
    16.07.2019

    Beim lesen der Überschrift stellt sich einem sofort die Frage.- Wollen die Erzgebirger dies auch -?