2002: Jahrhundertflut in Sachsen

Dem Jahrhundertregen im Sommer folgte die Jahrhundertflut. Sie hinterließ Milliardenschäden, förderte aber auch eine riesige Hilfsbereitschaft zu Tage.

13. August 2002: Die Jahrhundertflut im Sommer 2002 ließ viele dramatische Bilder in den Köpfen der Menschen zurück: Zum Teil weggerissene Häuser in der Sächsischen Schweiz, Wassermassen in der Großstadt Dresden, Menschen werden mit Hubschraubern und Radladern aus ihren überschwemmten Häusern gerettet und in Flöha fahren schwere Armeefahrzeuge durch eine völlig überflutete Innenstadt. Neben der an der Elbe liegenden Landeshauptstadt waren vor allem die Städte und Dörfer im Erzgebirge und in den Tälern und Flussauen der Mulde, der Zschopau und der Flöha betroffen.

Die Reporter und Fotografen der "Freien Presse" waren in diesen Tagen fast rund um die Uhr im Einsatz. Auf zahlreichen Sonderseiten fingen sie die dramatische Situation dieser Hochwasserkatas-trophe ein. An jenem 12. August überschlugen - es war ein Montag - überschlugen sich die Schreckensmeldungen. Es hört einfach nicht auf zu regnen. Eigentlich kleine, harmlose Bäche verwandeln sich schnell in gefährliche Flüsse. "In Minutenschnelle versinken Hab und Gut, verschwinden altbekannte Ortsansichten, verändern sich Menschenleben", heißt es in der nur wenige Tage nach dem Hochwasser von der "Freien Presse" veröffentlichten Flutchronik.

Als sich die Elbe und die anderen Flüsse in ihr Bett zurückgezogen hatten, offenbarte sich ein Bild des Schreckens. Das sächsische Umweltministerium zog später Bilanz: Demnach forderte das "August-Hochwasser" in Sachsen 21 Todesopfer und 110 Verletzte. Insgesamt wurden Schäden in Höhe von 8,336 Milliarden Euro gemeldet. 25.652 Wohngebäude wurden beschädigt oder zerstört. 400 davon waren überhaupt nicht mehr zu retten. Knapp 12.000 Unternehmen waren direkt vom Hochwasser betroffen. Hinzu kamen 1375 Land- und Forstwirtschaftsbetriebe. 740 Kilometer Straßen wurden beschädigt, genauso wie rund 450 kleinere und größere Brücken.

Die Kollegen berichteten im August 2002 aber nicht nur über Schäden und Leid der Betroffenen, sondern auch von großer Hilfsbereitschaft und Solidarität der Menschen untereinandern. Dazu trug auch der Verkaufserlös der Flutchronik bei. Er floss in die Spendenaktion, die der "Freie Presse"-Hilfsverein "Leser helfen" in den dramatischen Tagen gestartet hatte. Für die Hochwasseropfer der Region wurden innerhalb weniger Wochen mehr als fünf Millionen Euro gespendet. (uli)

Maximilian Pahlitzsch aus dem Flöhaer Ortsteil Falkenau kam in der Nacht zum 13. August 2002 zur Welt. Der nun Volljährige weiß aus Erzählungen und durch Fotos von der dramatischen Situation vor 18 Jahren. Wie geht es ihm jetzt? Mehr im Beitrag: Hochwasser in Falkenau 2002 - Flutbaby wird 18

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