Alles eine Nummer größer

... Matthias Schubert? 18 Jahre lang war er Kantor in Crimmitschau. Inzwischen ist der 47-Jährige Kirchenmusikdirektor in Schwarzenberg.

Crimmitschau.

Das Hemd spannt etwas. Matthias Schubert hat einige Kilogramm mehr als zu seiner Zeit als Kantor in Crimmitschau auf den Rippen. Das führt der 47-Jährige aber nicht zwangsläufig auf das Angebot in den Gaststätten in Schwarzenberg, wo er seit Frühjahr 2013 als Kirchenmusikdirektor arbeitet, zurück. Stattdessen liegt es an den vielen Terminen in den Abendstunden. "Mein Arbeitstag ist länger als in Crimmitschau. Dadurch gibt es oft erst nach 22 Uhr das Abendessen, was halt nicht ganz spurlos am Bauch vorbeigeht", sagt Matthias Schubert.

Den Wechsel von Crimmitschau, wo er 18 Jahre für die kirchenmusikalischen Angebote verantwortlich war, in das Erzgebirge hat Matthias Schubert trotzdem nicht bereut. Er schätzt vor allem die größeren Gestaltungsmöglichkeiten. Zum Chor an der St. Georgenkirche in Schwarzenberg gehören 70 bis 80 Mitglieder. Zudem gibt es ein eigenes Streichorchester. Zu den Konzerten, die im letzten Jahr stattfanden, konnten knapp 10.000 Besucher begrüßt werden. In den Sommermonaten gestaltet er ein Musiksommer-Programm. "Das ist schon alles noch eine Nummer größer als in Crimmitschau", vergleicht Matthias Schubert.

Der Kirchenmusiker hält trotz des Umzuges weiter die Verbindungen in die Pleißestadt, wo er zwischen 1995 und 2013 tätig war. Schubert ist Mitglied in der Bürgervereinigung "Für Crimmitschau" und im Kirchenmusik-Förderverein. Er spinnt einen guten Draht mit Oberbürgermeister Holm Günther (Für Crimmitschau). Zudem zieht es Cornelia und Matthias Schubert durch fünf Patenkinder immer wieder in die Stadt. Vor knapp zwei Wochen nahmen sie am Neujahrsempfang im Theater teil.

Schubert hat als Kantor in Crimmitschau seine Spuren hinterlassen. Er sammelte mit vielen originellen Aktionen die Spenden für die Erneuerung der Orgel in der St. Laurentiuskirche. Dafür musste rund eine halbe Million Euro ausgegeben werden. Das königliche Instrument erklang erstmals am 19. September 2010. Zudem knüpfte er an die Tradition zur Aufführung von Bachkantaten an. Die Pfarrer Perdita und Ferry Suarez waren bei ihrem Dienstantritt im Jahr 2003 vom riesigen Kirchenmusik-Angebot in Crimmitschau positiv überrascht. "Fülle und Qualität konnten sich mit größeren Städten messen lassen", sagt Ferry Suarez. Er macht deutlich, dass die Zusammenarbeit stets von einem guten Miteinander und Achtung geprägt war. "Matthias Schubert war über die Gemeindegrenzen sehr beliebt und ging in seiner erzgebirgischen Freundlichkeit und Verbindlichkeit gern auf Menschen zu", erinnert sich der Pfarrer. Er lobt vor allem Schuberts Fähigkeit des "strukturellen Denkens über den Tellerrand hinaus".

Nicht ganz so schnell wie Matthias Schubert haben sich seine beiden Söhne in Schwarzenberg eingelebt. Hans-Christoph (13) und Johann-David (16) sind beide in Crimmitschau aufgewachsen. "Sie mussten ihren Freundeskreis zurücklassen. Anfangs kam schon manchmal die Frage, ob wir wieder nach Crimmitschau zurückziehen", erzählt Schubert von den Debatten im Familienrat. Mittlerweile sind die beiden Jungs in einem Alter, wo sie allein mit dem Zug von Schwarzenberg nach Crimmitschau fahren können. "Für die beiden wird Crimmitschau die Heimatstadt bleiben."

Trotz eines prall gefüllten Terminkalenders versucht sich Schubert in regelmäßigen Abständen eine kurze Auszeit zu gönnen. Mit seiner Frau, die als Lehrerin an der evangelischen Grundschule "St. Martin" in Meerane arbeitet, fährt er in den Winterferien in das Kloster Niederaltaich an der Donau. Im Herbst soll es gemeinsam mit den Söhnen zur Hirschbrunft nach Tirol gehen. Dann kommt das Abendessen wenigstens nicht so spät auf den Tisch. Das ist auch gut für den Bauch.

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