Am Bach geht es nicht weiter

Eine gute und eine schlechte Nachricht: Jetzt hat der Freistaat mitgeteilt, warum es beim Hochwasserschutz in Niederlungwitz so lange dauert. Keiner weiß aber, wie lange es noch dauern wird.

Niederlungwitz.

So lange es nur nieselt oder leicht regnet, scheint alles gut zu sein. Doch wenn richtig viel Wasser von oben kommt, dann macht sich im Glauchauer Ortsteil Niederlungwitz Angst breit. "Wir wissen nicht, was dann passieren wird", sagt der Niederlungwitzer Ortsvorsteher Uwe Wanitschka. Zwar ist der erste Bauabschnitt im Hochwasserschutz entlang der Lungwitzbaches längst fertig, doch der nächste lässt auf sich warten - seit mehr als fünf Jahren.

Nach einer Anfrage der Glauchauer CDU-Landtagsabgeordneten Ines Springer hat das sächsische Umweltministerium den Werdegang skizziert. Fazit: Jetzt ist zwar klar, warum es so lange dauert, unklar bleibt aber, wie lange es noch dauern wird, bis der zweite Bauabschnitt in die Tat umgesetzt wird. Momentan, also fünf Jahre nach der Einreichung der Genehmigungsplanung seitens der Landestalsperrenverwaltung (LTV) bei der Landesdirektion sind die Unterlagen noch immer nicht vollständig, um im Planverfahren den nächsten Schritt gehen zu können, nämlich die Planunterlagen öffentlich auszulegen.

Anfangs plante nach Angaben des Umweltministeriums die LTV, entlang des Baches Wälle anzulegen, so wie es im ersten Abschnitt bereits geschehen war. Doch die Landesdirektion habe Schutzwälle für ungeeignet gehalten. Die Rechtsauffassungen beider Seiten stießen aneinander, und es dauerte eine Weile, bis man einig wurde. Erst im August 2016 wurde sich über eine entsprechende Änderung der Pläne verständigt: Statt Wälle wurden Deiche vorgesehen, wegen des Platzmangels wurden stattdessen aber Schutzwände favorisiert. Im September 2018 wurden die geänderten Pläne bei der Landesdirektion eingereicht. Im November teilte die Landesdirektion mit, dass erneut inhaltliche Überarbeitungen und fachliche Ergänzungen nötig seien.

Wann die Pläne nun öffentlich ausgelegt werden können, darauf hat sich das Ministerium nicht festnageln lassen. "Der Termin einer Auslegung konnte noch nicht festgelegt werden", heißt es in der Antwort auf die Anfrage von Ines Springer.Die reagierte am Montag angesäuert. "Ich habe kein Verständnis dafür, dass man sich jahrelang fachlich nicht einigen kann", sagte sie. "Die Situation ist für die Anwohner unbefriedigend", sagt Uwe Wanitschka und weiter: "Dass noch immer keine vollständigen Unterlagen vorhanden sind, ist der Hammer."

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