Am Pfaffenberg wird eine Million Euro verbaut

300.000 Liter Wasser brauchen ein neues Zuhause. Der Neubau soll vor allem Einwohner in Ernstthal versorgen.

Hohenstein-Ernstthal.

Hoch oben auf dem Pfaffenberg finden 300 Kubikmeter Wasser in einem rund 100 Jahre alten Hochbehälter Platz. Diese 300.000 Liter fließen von hier vor allem in die Haushalte in Ernstthal. Damit die Wasserversorgung auch künftig reibungslos klappt, wird der alte Trinkwasser-Hochbehälter nun durch einen Neubau ersetzt. "Der neue Behälter wird die gleiche Größe haben", sagte Sylvio Krause, Verbandsvorsitzender des Regionalen Zweckverbandes Wasserversorgung (RZV) im Bereich Lugau-Glauchau und Bürgermeister der Gemeinde Amtsberg. Der Neubau entsteht neben der jetzigen Anlage, denn die muss ja bis zur Fertigstellung in Betrieb bleiben. Geplant ist laut Bauleiter Uwe Klein, dass die Arbeiten Ende April 2021 abgeschlossen sind. Etwa eine Million Euro wird das Vorhaben kosten.

Das runde Betonbauwerk soll einen Durchmesser von zehn Metern haben. Ganz entscheidend ist laut Uwe Klein die Struktur der Betonflächen im Behälter, denn es darf keine Strukturen geben, in denen sich Verunreinigungen festsetzen können. Zudem seien beim Bau von Trinkwasseranlagen viele weitere strenge Hygienevorschriften zu beachten. Deshalb hat sich die Firma Krause Hoch-, Tief- und Anlagenbau, die keine Verbindung zum Verbandsvorsitzenden Sylvio Krause hat, in diesem Bereich entsprechend qualifiziert und schon mehrfach Großaufträge für die Wasserversorgung realisiert. Der Zweckverband erneuert im Verbandsgebiet im Schnitt einen Hochbehälter jährlich, denn nach 80 bis 100 Jahren in Betrieb wird das irgendwann nötig.

"Die Behälter wurden schon früher aus Stampfbeton gebaut", erklärt der zuständige Anlagenmeister Jens Heinzig. Irgendwann könne es aber beispielsweise kleine Risse geben. Rund 80 Hochbehälter in unterschiedlichen Größen gibt es im Verbandsgebiet. Während sie früher jeweils mit Wasser aus der Umgebung befüllt wurden, kommt das kühle Nasse heute meist aus dem Fernwassernetz und Talsperren wie der in Eibenstock. "Dort haben wir trotz der Trockenheit genug Wasser", sagt Sylvio Krause. Auf der Internetseite der Landestalsperrenverwaltung wird aktuell ein Stauvolumen von mehr als 61 Millionen Kubikmetern angegeben.

Der Hochbehälter auf dem Pfaffenberg in rund 480 Metern Höhe wurde bisher durch das Pumpenwerk am Queckenberg und den Behälter am Röhrensteig befüllt. Dafür musste mithilfe von Pumpen ein Höhenunterschied von rund 180 Metern überwunden werden. Künftig soll der neue Hochbehälter vor allem aus Richtung Wüstenbrand und Totenstein gespeist werden, weil so Energiekosten für das Pumpen gespart werden können.


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