Am Stausee Oberwald geht die Drehkreuz-Posse weiter

Das ständige Versagen der Technik am Hintereingang des Stausee Oberwald hat viele Besucher verärgert. Mit einer Reparatur sollten die größten Probleme behoben sein. Eigentlich. Denn eine dauerhafte Lösung soll erst im Herbst kommen.

Reichenbach.

Besucher am Stausee Oberwald staunten am Dienstagmorgen nicht schlecht, als sie von einer Kassiererin am Hintereingang empfangen wurden. Eigentlich sollte das Drehkreuz des Eingangs nach einer Reparatur wieder funktionieren. Eine Firma hatte am Montag ein neues Steuergerät in die alte Anlage eingebaut und nachjustiert. Doch das Drehkreuz verweigerte einfach den Dienst. Nicht zum ersten Mal.

Die ständigen Probleme hatten bei einigen Stammgästen das Fass zum Überlaufen gebracht. In einem offenen Brief an Landrat Christoph Scheurer (CDU) hatte eine Bürgerinitiative im Juli die "uneingeschränkte Nutzung" des gesamten Geländes des Stausee Oberwald gefordert, auch hinsichtlich "wandern, Rad fahren, Nutzung der Sommerrodelbahn, des Spielplatzes sowie sportlicher Aktivitäten, nicht nur schwimmen oder baden." Letzteres sollte außerhalb des bewachten Badebereiches kostenlos sein, fordern die Unterzeichner, unter ihnen auch Ortsvorsteher Günter Vogel, Steffi Doehler, Gerlinde Groth, Christian Doehler und Jürgen Vogel als Sprecher der Initiative.


In den vergangenen drei Jahren seien immer mehr Einschränkungen und Blockaden für das Naherholungsgebiet eingeführt worden, klagen die Initiatoren. Das ständige Versagen der Technik der automatisierten Schließanlage setzte den Problemen die Krone auf. Dagegen liefen sie nun Sturm. Weil das Drehkreuz streikte und die Ticketanlage versagten, staute es sich oft am Tor. Viele kletterten einfach drüber hinweg.

Landrat Scheurer stellt sich unterdessen hinter die Tourismus und Sport GmbH, die Betreiberin des Stausees ist und unter anderem auch das Schloss Waldenburg managt. "Ich gehe davon aus, dass die Sachverhalte in den Gremien der GmbH besprochen werden", ließ er mitteilen. Die von der Bürgerinitiative gewünschte "uneingeschränkte Nutzung" könne schon aus haftungstechnischen Gründen nicht gewährleistet werden.

Unterdessen will Ina Klemm, Geschäftsführerin der Tourismus und Sport GmbH, das Nadelöhr entschärfen. Deshalb die versuchte Reparatur. "Wir müssen es hinbekommen, dass keiner mehr in dem Drehkreuz stecken bleibt und die Anlage nicht die Tickets der Ankommenden entwertet, wenn einer, der das Gelände verlässt, von innen den Druckknopf betätigt", sagt sie. Bisher sind alle Bemühungen gescheitert. Ina Klemm gibt nicht auf, will die technischen Probleme in den Griff bekommen. "Wir haben inzwischen ein zweites Drehkreuz bestellt, das wird allerdings erst im Herbst eingebaut. Das alte Drehkreuz soll dann nur noch als Ausgang dienen." Künftig soll es eine große Durchreiche für Kinderwagen und größere Taschen geben", kündigt sie an.

Beim Problem Fahrräder bleibt sie unbeugsam. "Die sollen draußen bleiben, wir haben dafür genügend Fahrradständer." Zum Thema Rollstuhlfahrer verweist die Stausee-Chefin auf die beiden Behindertenparkplatze im Gelände. "Da können Betroffene über den Haupteingang sehr nahe heranfahren." Im Übrigen sei der Stausee 300Tage im Jahr frei zugänglich. "Lediglich an rund 60Tagen kassieren wir", sagt sie.

Die Bürgerinitiative gibt sich damit nicht zufrieden. Sie strebt eine Lösung an, wie sie bis 2018 praktiziert wurde. Vor allem im Katastrophenfall seien auch zwei Drehkreuze nicht ausreichend, um Panik zu verhindern. Die Initiative kündigte aber ihre Bereitschaft an, an einer anderen praktikablen Lösung gern mitzuarbeiten. Die meisten Besucher interessiert nur eines: rein und raus ohne langes Warten oder technisches Versagen.

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