An Lichtensteiner Straße setzt Investor auf große Wohnungen

Der Plattenbau von 1989 hat eine gute Lage, aber noch Ofenheizung. Die meisten Wohnungen stehen leer. Das soll sich mit einer 2-Millionen-Investition ändern.

Dieser Wohnblock der Stadtbau- und Wohnungsverwaltung Glauchau an der Lichtensteiner Straße ist Ende Juni versteigert worden. Der Käufer will 2 Millionen Euro in die Sanierung des vor drei Jahrzehnten errichteten Plattenbaus investieren.
Andreas Glatzel zeigt auf die hintere Hausfront. Dort sollen Balkone montiert werden.

Für Sie berichtet: Viola Martin

Die Häuserzeile Lichtensteiner Straße 30, 30 a und 30 b liegt in einer beliebten Gegend am Rande von Glauchau. Aber die Wohnungen darin scheinen nicht so begehrt zu sein. Die meisten stehen leer. In einem Erdgeschossfenster gibt noch ein Schild darüber Auskunft, dass die Immobilie bei einer Auktion am 29. und 30. Juni versteigert werden soll.

Das ist inzwischen passiert. Eine Firma aus Bayern hat das Gebäude von der Stadtbau- und Wohnungsverwaltung Glauchau erworben, informiert Andreas Glatzel, Geschäftsführer der Opti-Projekt GmbH Glauchau. Die Summe, für die das Gebäude den Besitzer wechselt, will Glatzel nicht nennen. In die Sanierung sollen um die 2 Millionen Euro gesteckt werden.

Der Geschäftsführer berichtet, dass seine Firma für den Umbau und die Sanierung verantwortlich zeichnet. Eine Vorplanung sei bereits erarbeitet. Das Objekt soll energetisch saniert werden. Geplant ist, die Loggien zur Lichtensteiner Straße hin zu verglasen. Auf der anderen Seite, von der aus der Blick ebenfalls ins Grüne geht, sollen Balkone angebracht werden, die künftig von der Küche aus begehbar sein werden. Im Dachbereich, von dem aus man einen wunderbaren Blick auf die Stadt hat, sollen ebenfalls Wohnungen entstehen.

Vorgesehen ist, in den drei Aufgängen künftig Drei- und Vier-Raum-Wohnungen anzubieten. "Die sind in Glauchau besonders begehrt. Da gibt es praktisch keinen Leerstand im sanierten Bereich", so die Erfahrung von Kerstin Sahr von der Firma Sahr Immobilien, die das Objekt verwaltet.

Eine Mieterin, die mit ihrem Mann bereits seit der Fertigstellung 1989 in dem Haus wohnt, würde gern weiter dort wohnen bleiben. "Viele sind ausgezogen, weil der Wohnkomfort nicht mehr stimmt", sagt sie. "Aber wir haben es uns hier auf eigene Kosen richtig schön gemacht."

Die Glauchauerin zeigt ihr schmuckes Bad mit Fußbodenheizung und 80-Liter-Boiler statt Badeofen und schicker Wanne. Das Wohnzimmer muss zwar noch mit einem Ofen beheizt werden, aber der steht vor einer toll gestalteten Wand mit angedeuteten Bruchsteinen. "Wir haben uns hier schöner als mancher in seinem Eigenheim eingerichtet. Klar muss der Block saniert werden. Aber wir hoffen, dass wir uns die Miete anschließend noch leisten können", sagt die Frau.

Kerstin Sahr versichert, dass sie in nächster Zeit "sensibel auf die Mieter zugehen und Gespräche mit ihnen führen will". Jeder könne in eine sanierte Wohnung im Haus umziehen oder nach der Sanierung in die bisher gemietete zurück. Beim künftigen Mietpreis wollen sich Sahr und Glatzel nicht festlegen lassen. Es werde sich um bezahlbare, durchschnittliche Quadratmeterpreise handeln, sagen beide.

Geplant ist, die Arbeiten in zwei Abschnitten zu realisieren. So sei gewährleistet, dass Mieter hin- und herziehen können. Im Frühjahr 2020 soll alles fertig sein. "Und dann ist das Haus ein Schmuckstück, nicht mehr als Platte zu erkennen", versichert Andreas Glatzel.

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