Andrang am Bismarckturm

Nahezu Tausend Besucher sind bei der Wiedereröffnung dabei gewesen. Doch es gibt am Glauchauer Wahrzeichen noch viel zu tun.

Glauchau.

Auf diesen Tag hat Dietmar Schindler lange gewartet. Der Glauchauer stand am Samstagnachmittag in der Festhalle des Bismarckturms und staunte über den Andrang. Um die Tausend Besucher wollten bei der Wiedereröffnung des Glauchauer Wahrzeichens dabei sein. Und Schindler, Mitglied des Fremdenverkehrsvereins "Schönburger Land", passte auf, dass nicht zu viele auf einmal die schmalen Treppen in Angriff nehmen. Der Verein hat die organisatorischen Fäden in der Hand.

Vor mehr als fünf Jahren musste die Stadt Glauchau den Turm aus Sicherheitsgründen schließen, weil ein Verblendstein von der Empore herabgestürzt war. Es hat bis zum Jahr 2018 gedauert, bis mithilfe von Fördermitteln Sanierungsarbeiten an der Aussichtsplattform erfolgen konnten. Sie kosteten etwa 230.000Euro. "Dass der Stein herunterfiel, war zu erwarten" sagte Schindler, der den Bismarckturm wie seine Westentasche kennt. Das Mauerwerk war völlig nass. Schon Anfang der 1990er hatte die Stadt einige Reparaturen durchgeführt, das Problem der Nässe im Ziegelmauerwerk aber nicht lösen können. "Jetzt sind die Wände nicht mehr so nass wie früher", sagte Schindler, der sich gemeinsam mit Bärbel Jacob schon auf die ersten Führungen vorbereitet. Und seitdem bekannt wurde, dass der Bismarckturm wieder öffnet und der Verein wieder Führungen anbietet, ist der Andrang riesig groß. Bis in den Mai hinein sind laut Verein alle Führungen ausgebucht. "Wir können für diesen Zeitraum nichts mehr annehmen", sagt Dietmar Schindler, der bereits vor der Schließung des Turms zu Führungen eingeladen hatte. Unabhängig von den geplanten Führungen öffnet der Fremdenverkehrsverein den Turm an mehr als zehn Wochenende in diesem Jahr, damit Besucher die 192 Stufen unter die Füße nehmen können.

Sascha Aurich

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Doch die Bauarbeiten am Bismarckturm sind lediglich ein erster Abschnitt auf einem langen Sanierungsweg. Weitere Maßnahmen sind nötig. Doch momentan weiß keiner, wann es soweit sein wird. "Aber es muss noch was getan werden", weiß auch Dietmar Schindler. Unter anderem müssen die 5,2 Kilometer Fugen zwischen den Verblendsteinen nach Ansicht des Planungsbüros HJW aus Leipzig komplett erneuert werden. Auch in der Festhalle sind Sanierungsarbeiten notwendig. In der vom Stadtrat beschlossenen mittelfristigen Finanzplanung sind bis 2012 mehr als 700.000 Euro für weitere Sanierungsschritte vorgesehen. Doch wie Glauchaus Oberbürgermeister Peter Dresler (parteilos) schon nach dem Ende der ersten Etappe sagte, sei alles abhängig von der Bewilligung der Fördermittel.

Das weiß auch Dietmar Schindler, denn er hat die bisherigen Sanierungsarbeiten beobachtet. Und die werden eines der Themen sein, die Schindler bei seinen Führungen zur Geschichte des Bismarckturms aufgreifen will.

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