Anzahl der Berufspendler nimmt dramatisch zu

IG Bau Südwestsachsen ist besorgt über den alarmierenden Trend im Landkreis Zwickau

Zwickau.

Die Zahl der Berufspendler im Landkreis Zwickau hat einen neuen Höchststand erreicht. Auf dem Weg zur Arbeit verließen im vergangenen Jahr rund 83.000 Menschen regelmäßig die Grenzen des Kreises - das sind neun Prozent mehr als noch im Jahr 2000, teilt die Industriegewerkschaft Bauen-Agrar-Umwelt (IG Bau) mit.

Auch die Zahl der sogenannten Einpendler sei in diesem Zeitraum auf nun 80.000 gestiegen. Die IG Bau beruft sich dabei auf eine aktuelle Auswertung des Bundesinstituts für Bau-, Stadt- und Raumforschung.

Gewerkschafter Andreas Herrmann spricht von einem alarmierenden Trend. Eine Hauptursache für den Pendel-Boom sei der Mangel an bezahlbaren Wohnungen in den Groß- und Unistädten. "Eine wachsende Zahl von Menschen kann sich die hohen Mieten und Immobilienpreise in der Stadt nicht mehr leisten. Aber genau dort seien in den letzten Jahren besonders viele Jobs entstanden", sagt der Bezirksvorsitzende der IG Bau Südwestsachsen. Die Folge seien immer längere Staus und überfüllte Züge. Strecken von mehr als 50 Kilometern bis zum Arbeitsplatz seien für viele Pendler aus dem Kreis Zwickau mittlerweile keine Seltenheit mehr, sagt Herrmann. "Dabei geht nicht nur wertvolle Zeit für Familie, Freunde und Hobbys verloren. Auch die Umwelt leidet unter der Fahrerei." Nach Angaben des Umweltbundesamtes geht immerhin knapp ein Fünftel aller CO2-Emmissionen in Deutschland auf das Konto des Verkehrs.

Die Pendler-Problematik im Landkreis Zwickau sei Teil eines bundesweiten Trends: Nach Angaben der Bundesagentur für Arbeit pendelten im vergangenen Jahr 39Prozent aller sozialversicherungspflichtigen Beschäftigten in eine andere Stadt oder einen anderen Kreis zur Arbeit. (ja)

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2Kommentare
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  • 1
    3
    Zeitungss
    17.10.2019

    Nun wird es Zeit, dass die geplagte Unternehmerschaft wieder einen Sonderzug Nürnberg - Chemnitz sponsert, die erste Fuhre dieser Art war wohl weniger erfolgreich ? Wenn die angesprochenen Hauptursachen im FP-Beitrag die Pendler noch immer nicht abhalten, wird es andere Ursachen geben, über welche man erfahrungsgemäß nicht gerne spricht und in Sachsen schon gar nicht.

  • 2
    2
    draekster
    16.10.2019

    Ich pendel auch jeden Tag von zu Hause nach Chemnitz und zurück. So kommen bei mir auch jeden Tag 70km zusammen. Wenn alles glatt läuft dann brauche ich für eine Strecke 30 Minuten. Die Anbindung mit Bus und Bahn ist bei mir auch für die Tonne...
    Es wäre schön wenn es anders wäre aber ich habe keine Lust in Chemnitz zu wohnen und bei uns in der Umgebung gibt es leider nicht viel Auswahl als Informatiker.

    Allerdings bin ich auch froh, dass ich ohne Probleme Home Office machen kann. Damit spare ich mir einmal die Woche die Strecke.



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