Arsen-Fund lässt Kosten explodieren

Das giftige Material muss auf Spezial-Deponien gefahren werden. Obwohl der Zeitplan durcheinander kommt, ist eine beliebte Veranstaltung in Niederschindmaas nicht in Gefahr.

Niederschindmaas.

Die Entsorgung des mit Arsen belasteten Schotters, der unter der Äußeren Dorfstraße im Dennheritzer Ortsteil Niederschindmaas entdeckt wurde, bedeutet einen hohen bürokratischen Aufwand. Die Mitarbeiter einer Baufirma müssen rund 1000 Tonnen des Materials auf verschiedene Deponien bringen. Das entspricht rund 50 Laster-Ladungen. "Alle Fuhren werden dokumentiert, damit wir die Entsorgung gegenüber der Abfallbehörde des Landkreises nachweisen können", sagt Gerd Kahnes, Mitarbeiter des Tiefbauamtes in der Stadtverwaltung in Crimmitschau. Er betreut die Baustelle.

Die Probleme im Untergrund sorgen für eine Kostenexplosion. Deshalb mussten die Gemeinderäte von Dennheritz bei ihrer Sitzung am Donnerstagabend einen Beschluss zur Finanzierung der Mehrkosten fassen. Die Ausgaben steigen von 493.500 Euro auf 642.300 Euro. Im Haushaltplan waren 570.000 Euro eingestellt, wodurch es noch einen Puffer gab. Der restliche Betrag wird zunächst durch einen Griff in die Liquiditätsreserve gedeckt. "Wir haben bereits einen Antrag auf zusätzliche Fördermittel gestellt. Im schlimmsten Fall bleiben wir auf den Mehrkosten sitzen", sagt Gerd Kahnes. Offen ist, wann der Freistaat eine Entscheidung über die Extra-Förderung trifft.

Durch den Fund des giftigen Materials im Untergrund und den Mehraufwand ist der Zeitplan auf der Baustelle durcheinander geraten. Die Baufirma benötigt zwei Wochen länger. Nun soll, wenn alles glatt läuft, am 10. und 11. September die neue Schwarzdecke aufgetragen werden. Mit dem Termin kann Bürgermeister Frank Taubert (Freie Wähler) leben. "Die Straße muss am 16. September, wenn das Herbstfest des Heimatvereins im Mühlenhof stattfindet, befahrbar sein", sagt Frank Taubert. Restarbeiten können dann noch bis Ende des Monats folgen.

Der Schotter lag wahrscheinlich fast 100 Jahre unter der Äußeren Dorfstraße. "Wir vermuten, dass das Material in den 1920er-Jahren beim Bau der Straße angeliefert wurde und aus dem Erzgebirge stammt", sagt Frank Taubert. Er hat allerdings bisher keine Unterlagen zum Bau der Fahrbahn gefunden. Der Arsen-Fund kam für Frank Taubert und Gerd Kahnes überraschend. 2016 wurde der Baugrund nur durch Bohrungen an zwei Stellen untersucht. Vor dem Abtransport des Schotters folgten weitere Proben - an verschiedenen Standorten. "Dabei wurde die Belastung festgestellt", sagt der Mitarbeiter des Tiefbauamtes. Demnach befanden sich bis zu 155 Milligramm Arsen in einem Kilogramm Schotter. Davon geht aber keine Gefahr für die Bevölkerung aus.

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