Auf der Suche nach dem roten Faden

Sabine Hauke hat ein Wollgeschäft in Glauchau eröffnet. Vor zwei Jahren ist sie aus Nürnberg nach Meerane gezogen - und hat einen besonderen Bezug zur Region.

Glauchau.

Das Wetter ist schon einmal auf Sabine Haukes Seite, als sie am Samstagvormittag ihren neuen Laden "Bines Wollkörbchen" in der Glauchauer Auestraße eröffnet. Weil es trocken bleibt und auch die Sonne sich blicken lässt, gibt es draußen für die Kinder Luftballons, für die Erwachsenen ein Gläschen Sekt - nur die neue Inhaberin kommt nicht so richtig zum Feiern.

Stattdessen steht sie fleißig hinter der Kassentheke. Viele Besucher sind nicht nur zum Schauen gekommen, sondern wurden auch fündig. Hauke muss verkaufen und beraten - gleich zu Beginn das volle Programm. "Ich muss sagen, ich bin angenehm überrascht", sagt sie. Mit so einem Andrang habe sie nicht unbedingt gerechnet.

Die Regale ihres Geschäfts sind voll gepackt mit Wollware, Strickutensilien, Dekoartikeln. Sogar Zeitschriften und Bücher rund um Bastel- und Handarbeit. Für Annegret Sander, eine der ersten Kundinnen, ein Paradies. "Ich fahre sonst oft nach Hohenstein, Zwickau oder Chemnitz, wenn ich was benötige. Aber dort gibt es nicht so eine große Auswahl wie hier", sagt sie. "Man muss erst einmal den Mut haben, in Glauchau so ein Geschäft zu eröffnen. Aber ich bin überzeugt, dass es funktionieren wird."

Mit "Bines Wollkörbchen" erfüllt sich Sabine Hauke einen Traum. Schon länger betreibt sie ein Online-Portal für Wollwaren. "Aber ich wollte einen eigenen Laden und den Kontakt mit den Kunden", so die 43-Jährige. Gelernt hat die ausgebildete Arzthelferin das Strickhandwerk von ihrer Oma. "Sie hat mir alles beigebracht, von der Pike auf."

Dass die Frau, die im Nürnberger Raum großgeworden ist, nun in Meerane wohnt, hat eine eigene Bewandtnis. "Ich wollte schon immer nach Sachsen ziehen", sagt sie. Bisher habe sie sich nirgendwo so wohl gefühlt. Hauke: "Als ich mit meiner Tochter nach dem Umzug aus dem Auto gestiegen bin, habe ich gesagt: Jetzt sind wir zuhause." Die weiteste Anfahrt hatte daher am Samstag ihre Verwandtschaft, die zur Eröffnung nach Glauchau gekommen war. Bei dem einen Geschäft wird es übrigens nicht bleiben. "Ich könnte mir gut vorstellen, Strickkurse zu geben." Wünsche und Anregungen ihrer Kunden will sich sie jedenfalls demnächst notieren. "Dann sehen wir weiter", sagt sie. Ihren eigenen roten Faden, so scheint es, hat Sabine Hauke wohl gefunden.

www.haukes-stuebchen.de

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