Auge in Auge

Sch(m)erzhaft: Was die Region die Woche bewegte

Wir schaffen das. Welch ein berühmt gewordener Satz. Aber weit vor Angela Merkel hat meine Frau diesen Satz gesagt. Ich glaube, das war vor 33 Jahren am Traualter. Und was soll ich Ihnen sagen? Sie hatte recht.

Natürlich schafft man nicht alles, zum Beispiel einen Termin beim Augenarzt zu bekommen. Glücklich der, der einen ergattert hat, heißt es im Auge des Betrachters. Das gilt auch bei anderen Facharztterminen. Da braucht man Geduld, bis das Glasauge trüb wird.

Wir schaffen es nicht, unsere Optik zu verbessern - wegen der Masken. Obwohl, bei manch einem Zeitgenossen ... Schöne Auge machen, reicht manchmal nicht. Und was sollen einem die großen, rollenden Augen über dem Mund-Nasenschutz sagen, angesichts des übervollen Wartezimmers beim Augenarzt, wenn man es doch geschafft hat, einen Termin zu bekommen. Auge in Auge sitzt man den anderen Wartenden gegenüber. Und Iris guckt sich genervt um.

Wir schaffen es nicht, die blind gewordenen Fettaugen aus der kommunalen Suppe zu fischen. Man darf sich da kein Sand in die Augen streuen: Da werden Altkleider neben den Sammelcontainer geschmissen, sodass daraus schnell Lumpen werden, die keiner mehr braucht. Da werden Wände, Stromkästen und Bushaltestellen beschmiert. Da werden Reifen zerstochen, Fahrräder geklaut und Autos zerkratzt. Und manchmal kommen die Täter vor Gericht mit einem blauen Auge davon, dass einem die Tränen in dasselbe treten. Manchmal passt das Urteil aber auch wie die Faust aufs Auge.

Apropos schmerzender Blick. Sehen in die Zukunft kann keiner. Ob wir es schaffen, mit der jetzigen Krise umzugehen? Und vor allem, wie lange hält sie noch an? Wir behalten das mal im Auge, mit gebührendem Anstand und dem notwendigen Abstand.

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