Aus dem Mutterland der Steinkunst

Bildhauer Rickson Zavare aus Simbabwe stellt in der ganzen Welt aus. Am Sonntag werden seine Skulpturen in Waldenburg gezeigt.

Waldenburg.

Wenn Rickson Zavare sein simples Werkzeug zeigt, kann man schwer glauben, dass damit die virtuosen Skulpturen kreiert wurden, die derzeit im Teehaus im Grünfelder Park stehen. Er stammt aus Simbabwe und ist eigentlich gelernter Buchhalter. Als er 20 war, drückte ihm sein Schwager, der ebenfalls als Künstler arbeitet, einen Stein in die Hand. Zavare formte daraus eine Blume, obwohl er sich zuvor nie mit Bildhauerei beschäftigt hatte. "Den Leuten hatte jedenfalls gefallen, was ich gemacht habe", sagt er. Es war der Beginn seiner Künstlerkarriere.

Steinkunst hat in Simbabwe seit Jahrhunderten Tradition. "Haus der Steine" bedeutet der Landesname sinngemäß, erklärt Zavare. Bei ihm kamen also Talent und Tradition zusammen. Inzwischen ist der heute 41-Jährige weltweit geschätzt. Seine Skulpturen sind bei Ausstellungen in Kanada und China, in New York und in Hamburg zu sehen. Das Besondere: Trotz des sehr harten Serpentinengesteins, mit dem er arbeitet, formt er mit einfachem Werkzeug elegante Formen. Sein größtes Werk heißt "Anxious", eine mannshohe Skulptur, die weit über 100 Kilo wiegt. Auch sie ist im Teehaus zu sehen - und für 12.000 Euro auch käuflich.

Doch wie kommt ein Mann wie Zavare und seine Kunst ins kleine Waldenburg? Schuld daran sind Ulrike und Johannes Müller aus Grüna bei Chemnitz. Das Ehepaar lernte den Simbabwer bei einer Privatveranstaltung in Paris kennen. "Da dachten wir uns, es wäre schön, seine Skulpturen hierher zu bringen", sagt Ulrike Müller. Schon im vergangenen Jahr wurde das Erdgeschoss des Teehauses mit den Skulpturen bestückt - darunter auch Exemplare von vier Simbabwer Kollegen. Am Sonntag hat die Ausstellung von 11 bis 17 Uhr geöffnet. Rickson Zavare ist mit vor Ort, ehe es am Montag für ihn schon weiter nach Marseille geht.

Eine kleine Vorführung soll es am Sonntag auch geben, bei der der weitgereiste Bildhauer einen Stein bearbeitet. Dann kann man sich selbst davon überzeugen, dass die eleganten, großen Figuren tatsächlich mit Hammer und Meißel entstanden sind.

harundo.de

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